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Andreas Maier ist Kommandant der Isener Stützpunktwehr.

Feuerwehrbedarfsplan

Kommandant rüffelt Kreisbrandinspektion

Der Feuerwehrbedarfsplan sorgt bei der Isener Stützpunktfeuerwehr für Diskussionen. Kommandant Andreas Maier hat Zweifel an der geforderten Objektivität der Bedarfsplanung für Isen.

Von Anne Huber

Isen– „Kann ich einen Feuerwehrbedarfsplan akzeptieren, der an mir beziehungsweise der größten Feuerwehr der Gemeinde vorbei erstellt wurde?“, fragte Kommandant Andreas Maier bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Isen im Gasthof Klement. Was Maier damit meinte, ist, dass es Martin Angermaier, Kreisbrandinspektor und ehemals langjähriger Kommandant der Feuerwehr Westach, an der nötigen Neutralität fehlen könne. Der Kreisbrandinspektor habe im Vorfeld der Planung bei der Beurteilung der Gefährdung nämlich lediglich mit den drei Ortsfeuerwehren Mittbach, Schnaupping und Westach Gespräche geführt, ihn als Kommandant der Stützpunktwehr Isen aber nicht befragt, sagte Maier auf Nachfrage der Heimatzeitung.

Hintergrund ist, dass die Kreisbrandinspektion Erding derzeit für alle Landkreiskommunen die Feuerwehrbedarfsplanung erstellt. Deren Ziel ist es, objektiv festzustellen, wie die Feuerwehren personell und technisch ausgestattet werden müssen. Dabei wird der vorhandenen Gefahrenabwehr durch die Feuerwehr das Gefahrenpotenzial vor Ort gegenübergestellt. Darauf basierend werden Empfehlungen und Verbesserungsvorschläge ausgesprochen sowie konkrete Maßnahmen vorgeschlagen. Doch genau die objektive Feststellung zweifelt Maier an.

Keinen Mangel an Neutralität kann hingegen Kreisbrandrat Willi Vogl erkennen. „Vielleicht ist das nur unglücklich gelaufen“, meinte er gegenüber der Heimatzeitung. Zudem habe Angermaier lediglich Daten für die Risikobewertung gesammelt. „Eigentlich hätte er dazu gar keinen Kommandanten gebraucht“, sagte Vogl. Denn Angermaier kenne sich als Isener bestens aus und wisse um die Gefahrenpotenziale im Gemeindegebiet, ist Vogl überzeugt. Sorgen um den Bedarfsplan brauche man sich bei der Isener Feuerwehr jedenfalls nicht zu machen. Zumal nicht Kreisbrandinspektor Angermaier den Plan ausarbeite, sondern Lorenz Huber, Angermaiers Kollege in der Kreisbrandinspektion. Der Plan, der im Vorentwurf fertig sei, gehe jetzt an Bürgermeister Siegfried Fischer. „Wir werden ihn gemeinsam besprechen, denn er muss auch für die Gemeinde passen“, kündigte Vogl an.

Doch Maiers Kritik bezog sich auch auf Angermaiers Tätigkeit als Gemeinderat und Feuerwehrreferent des Marktes Isen. Handle der Feuerwehrreferent neutral und unvoreingenommen gegenüber den einzelnen Feuerwehren, lautete eine weitere Frage. Maier spielte damit auf das Tauziehen um den von der Feuerwehr Isen beantragten Gerätewagen Logistik (GW-L 2) an, der den alten Transport-LKW, einen umgebauten Getränke-Lkw, ersetzen soll. In einer Gemeinderatssitzung hatte Angermaier das von der Stützpunktfeuerwehr beantragte Fahrzeug als zu groß bezeichnet, ohne konkrete Belege anzuführen. Die Kommune hatte deswegen beschlossen, den Feuerwehrbedarfsplan abzuwarten.

Auch in der Jahreshauptversammlung bezeichnete Bürgermeister Siegfried Fischer, ohne konkret auf Maiers Fragen einzugehen, den Bedarfsplan als „wichtiges Instrument, um richtige Entscheidungen treffen zu können“ und entsprechende Mittel in den Haushalt einzustellen. Es sei nahezu unmöglich, als Gemeinderat zu entscheiden, wie groß beispielsweise ein Geräte- oder Rüstwagen für die Isener Feuerwehr sein müsse. Noch liege ihm der Feuerwehrbedarfsplan nicht in schriftlicher Form vor, sagte der Bürgermeister. „Ich werde ihn zuerst lesen und dann mit den vier Kommandanten besprechen, was sie davon halten“, versprach Fischer.

Die Zusammenarbeit mit Maier bezeichnete Fischer als vertrauensvoll. Der Kommandant der Stützpunktwehr sei ein wichtiger Partner für den Markt Isen. Auch die Zusammenarbeit der vier Feuerwehren und ihrer Kommandanten sei sehr gut. „Was wir auf keinen Fall brauchen, ist eine Spaltung“, warnt Fischer.

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