+
Engagierter Vortrag: CSU-Bürgermeisterkandidat Michael Feuerer verzichtete auf markige Sprüche. 

Kommunalwahl 2020

Feuer(er) und Flamme für Isen: CSU-Bürgermeisterkandidat stellt Wahlprogramm vor

Beim Politischen Aschermittwoch stellt CSU-Bürgermeisterkandidat Michael Feuerer in einem engagierten Vortrag sein Wahlprogramm vor. 

Isen Michael Feuerer will es wissen. Nach 24 Jahren Siegfried Fischer von den Freien Wählern soll mit ihm wieder ein CSU-Bürgermeister den Chefsessel im Isener Rathaus besetzen. „Politischer Aschermittwoch“ nannten der 52-Jährige und sein „Team Feuerer“ ihre Wahlveranstaltung im Klement-Saal. Doch statt markiger Hau-drauf-Sprüche gab es sachliche und teils sehr konkrete Informationen darüber, wie man sich bei der CSU die künftige Entwicklung des Marktes Isen vorstellt.

„Wie viel Wachstum kann die Gemeinde vertragen, ohne die Bürger und die Infrastruktur zu überfordern?“, sei die zentrale Frage, die sich seine Gruppe gestellt habe. „Zuzug ist nicht verkehrt“, war seine Antwort. Da profitiere die Gemeindekasse durch Gewerbe- und Einkommensteuer, engagierte Neu-Isener würden Vereine und öffentliches Leben bereichern.

Größer werden müsse aber die Bandbreite an Häusern und Wohnungen, sagte Feuerer. Statt typischer Einzel- und Doppelhaussiedlungen müssten vermehrt Wohnungen auf dem freien Markt und über den sozialen Wohnungsbau angeboten werden. Auch Betreutes Wohnen und Mehrgenerationenhäuser seien nötig. Wichtig sei bei den baulichen Entwicklungen ein Gesamtplan. „Wir müssen uns fragen, welche Wohnformen wir wollen und wo wir sie hintun“, sagte er.

Der CSU-Kandidat will auch gegen den Leerstand im Ort und im Außenbereich angehen; alte Baugebiete will er aktualisieren, um die Festsetzungen an eine mögliche Nachverdichtung anzupassen. Bei der künftigen Bauentwicklung sei sein zentraler Gedanke deshalb: „Mehr Wohnraum und wenig Flächenverbrauch“. Auch bei der Ortsentwicklung möchte Feuerer „das Ganze anschauen“. Dabei sei es nötig, alte Denkmuster aufzugeben. „Wir müssen auch dahin denken, wo man denkt, das geht doch eh nicht“, erläuterte er seine Vorstellung von einer Tiefgarage an der Münchner Straße und der Möglichkeit, die drei Straßen St 2084, Oberer und Unterer Markt auf zwei Straßen zu reduzieren.

Schule im Ort behalten ist wichtig

„Beleben wird sich der Ortskern von selbst, wenn ein attraktives Umfeld vorhanden ist“, meinte er. Die Bischof-Josef-Straße will Feuerer als Einbahnstraße umgestalten und die Sattler-Kreuzung durch eine „kreisverkehrähnliche Straßenführung“ entschärfen. Bei seinen Vorhaben setzt Feuerer auf Fördertöpfe und die Beteiligung der Bürger. „Bei solchen Maßnahmen muss man die Leute mitnehmen“, sagte er.

Ein klares Ja gab es vom CSU-Kandidaten zur geplanten Erweiterung und Generalsanierung der Schule. „Wir bekommen für 10,5 Millionen Euro eine Schule auf Neubaustandard“, sagte er. An die Adresse der Sanierungskritiker wandte er sich mit dem Hinweis, dass „die Rechtsaufsicht nicht zulassen wird, dass sich Isen durch einen Neubau so hoch verschuldet“. Die Konsequenz sei, dass die Kommune freiwillige Leistungen wie Förderung der Vereine einsparen müsse. Wichtig sei daneben, die Schule im Ort zu behalten und die Schüler nicht an den Rand zu drängen. Auch der Flächenverbrauch spiele ein Rolle: Für eine neue Schule benötige man vier Hektar Grund. „Eine so große Fläche haben wir nicht“, kommentierte er die Forderung des Bürgerbegehrens.

Bei der künftigen Gewerbeansiedlung sieht Feuerer Chancen für Handwerksbetriebe, die Ausbildungsplätze anbieten. Sein Ziel sei es, Leben und Arbeiten am Ort zu ermöglichen. „Davon profitiert jeder, die Leute und die Gemeinde“. Im Visier hat Feuerer auch die Sanierung der Orts- und Ortsverbindungsstraßen, „die wir stiefmütterlich behandelt haben“. Wie alle anderen Gruppierungen, die zur Wahl antreten, hat die CSU auch die Barrierefreiheit im Ort auf der Agenda. Auf Antrag der Gemeinderats-CSU sei mit wenig Geld viel erreicht worden, sagte er. „Wir müssen aber unbedingt schauen, dass wir durchgängige Wegeverbindungen herbringen.“

Mit wenig Geld viel erreicht

„Wahnsinnig gute Unterstützung“ habe er durch sein Team erfahren, lobte er die CSU-Gemeinderatskandidaten. So konkret Feuerer seine Ideen formulierte, so allgemein verlief deren Präsentation. Lediglich Carina Kellner betonte, dass es verschiedene bauliche Ansätze brauche, damit junge Leute im Ort bleiben könnten.

Für Bernhard Schex steht fest, dass er seine Erfahrungen als Anwalt mit dem Schwerpunkt Baurecht in den Gemeinderat einbringen will. Und Thomas Hiemer ist dabei, weil er findet, dass Meckern leicht ist: „Die Leute haben schon einen Grund gehabt, warum sie die Sachen so entschieden haben.“

Anne Huber

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Wenn Sie tot sind“ - Flughafen-Notärztin legt sich mit FDP-Spitzenpolitikerin an
Katja Suding, stellvertretende FDP-Vorsitzende, hat ihre Gedanken zur Corona-Krise auf Twitter geteilt. Eine Notärztin des Flughafens München reagierte heftig.
„Wenn Sie tot sind“ - Flughafen-Notärztin legt sich mit FDP-Spitzenpolitikerin an
Corona-Brennpunkte in Oberbayern: Rosenheimer Starkbierfest unter Verdacht 
In Rosenheim steht das Starkbierfest unter Verdacht, die Corona-Lage verschlimmert zu haben. Auch Erding und Freising sind heftig betroffen.
Corona-Brennpunkte in Oberbayern: Rosenheimer Starkbierfest unter Verdacht 
Josefsheim kann nun spontaner helfen: Schnelles Handeln im Härtefall
Die Gruppen nennen sich „Noah“, „Christopherus“ oder auch „Benedikt“ und machen damit die Rückbindung an die katholische Kirche deutlich. „Michael“, „Don Bisco“ oder die …
Josefsheim kann nun spontaner helfen: Schnelles Handeln im Härtefall
Coronavirus im Landkreis: 15 Neuinfektionen – Kurve flacht ab – Newsticker
Das Coronavirus breitet sich in Erding weiter aus. Mittlerweile gibt es 327 Infizierte im Landkreis. Die Kurve flacht ab. Allerdings noch nicht schnell genug.
Coronavirus im Landkreis: 15 Neuinfektionen – Kurve flacht ab – Newsticker

Kommentare