Die Müllumladestation und der Recyclinghof im Sollacher Forst bei Isen soll für 7,2 Millionen Euro saniert werden.
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Im Sollacher Forst bei Isen befindet sich die zentrale Entsorgungsanlage des Landkreises Erding.

Landkreis unterzieht Müllumladestation und Recyclinghof in Isen einer Totalsanierung

Operation am „Herz der Entsorgung“

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die Müllumladestation und der Recyclinghof im Sollacher Forst bei Isen soll für 7,2 Millionen Euro saniert werden.

Isen – Die Müllentsorgung ist im Landkreis Erding eine Erfolgsgeschichte, an der jeder einzelne Haushalt mitwirkt. So sieht es zumindest Landrat Martin Bayerstorfer (CSU). Seit Inkrafttreten des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, sprich der Einführung der Mülltrennung im Jahr 1992, konnte der Landkreis bereits dreimal die Müllgebühren senken. Das liegt laut Bayerstorfer daran, „dass die Menschen hervorragend mitziehen und ihren Müll konsequent trennen“.

Als Beleg nannte er einige Zahlen. Bis zum Beginn der gesetzlich vorgeschriebenen Mülltonne – vor 1992 gab es nur die Restmülltonne und kompostierbaren Abfall – häuften die damals 95 000 Landkreisbürger jedes Jahr einen Müllberg von 60 000 Tonnen auf. Zuletzt waren es nur noch 20 000 Tonnen, produziert von knapp 140 000 Menschen. Je höher die Recyclingrate, desto geringer die finanzielle Belastung.

Damit die Bürger weiter Geld sparen können, gibt der Landkreis bis 2024 sehr viel Geld aus – 7,2 Millionen Euro. So viel sollen die komplette Erneuerung der Müllumladestation und der zentrale Kreis-Recyclinghof im Sollacher Forst bei Isen kosten. Die Entscheidung über diese Summe fiel den sonst sparsamen Kreisräten am Montag im Ausschuss für Bauen und Energie nicht allzu schwer. Denn Bayerstorfer versicherte: „Die Investition wird vollständig über den Gebührenhaushalt abgewickelt.“

Die Modernisierung des „Herzens der Entsorgung im Landkreis“, so der Landrat, müsse sein, „damit die Menschen weiterhin so vorbildlich Müll trennen“. Nicht zuletzt werde die Sicherheit erhöht, denn im Sollacher Forst nutzen schwere Entsorgungsfahrzeuge – der Hausmüll wird hier gesammelt und dann in größeren Fahrzeugen in die Müllverbrennungsanlage bei Ingolstadt gefahren – und Privatanlieferer die gleichen Wege.

Andreas Neumaier von der Abfallwirtschaft in der Kreisverwaltung bezifferte die Kosten für die Umgestaltung der Umladestation mit 3,4, den neuen Recyclinghof mit 3,8 Millionen Euro. Das Areal habe aufgrund der auf 140 000 Einwohner gestiegenen Landkreisbevölkerung seine Kapazitätsgrenze erreicht. Bis zu 250 Anlieferungen würden pro Tag gezählt. „Zudem ist die zentrale Entsorgungsanlage nicht mehr zeitgemäß“, versicherte Neumaier.

Die Machbarkeitsstudie stammt vom Juni 2018. Zentrale Punkte waren laut Neumaier die „bestmögliche Führung des Anlieferverkehrs und bürgerfreundliche Ablademöglichkeiten“. Nun haben Münchner Architekten eine Neukonzeption erstellt, die sie dem Ausschuss vorstellten. Das ist geplant:

  • Die Zufahrt wird nach Norden verlegt, um eine längere Aufstellspur für Anlieferer zu schaffen.
  • Gewerbliche Anlieferer sowie Müllautos bekommen eine eigene Logistikspur.
  • Gewerbliche und private Anlieferungen werden – aus Sicherheitsgründen – getrennt.
  • Der Recyclinghof bekommt eine eigene Fahrspur über eine 1,60 Meter hohe Rampe, sodass Bürger ihre Altstoffe ohne Anstrengung in die tiefer gelegten Container werfen können.
  • Dieser Bereich bekommt ein Dach, um Lieferanten, aber auch die Container vor Regen zu schützen.
  • Für den gesamten, etwa 1,5 Hektar großen Standort gibt es ein neues Entwässerungskonzept inklusive einer Abwasserableitung.
  • Die Untergrundverhältnisse machen Bodenverbesserungen für alle Bauwerke und die Lieferstraße nötig.
  • Die Rückgabe von Alt-Elektrogeräten wird verbessert.
  • Massenfraktionen und gefährliche Altlasten wie Asbest und künstliche Mineralfasern bekommen größere Lagerflächen.
  • Im Betriebsgebäude wird ein öffentliches WC eingerichtet.

Neumaier kündigte an, dass man 2021 alle Genehmigungen einholen wolle. 2022 und 2023 stehe dann der Umbau unter laufendem Betrieb an, ehe im Frühjahr 2024 das 7,2-Millionen-Projekt abgeschlossen sein soll.

Dominik Rutz (Grüne) schienen die Kosten sehr hoch. Er fragte, ob die Überdachung wirklich sein müsse. Dies bejahten Landrat und Architekten. Daraufhin regte Rutz an, die Dächer mit Photovoltaik auszustatten. Georg Nagler (SPD) sprach zwar auch die hohen Kosten an, lobte aber die Planung. Gerlinde Sigl (CSU) erinnerte in diesem Zusammenhang an die „immer noch sehr niedrigen Müllgebühren“. Christian Pröbst (CSU) hieß die Rampen gut. Dieses bürgerfreundliche System komme auch auf dem neuen Wertstoffhof in seiner Heimatgemeinde Wartenberg gut an. Der Beschluss erging einstimmig.

Container über eine Rampe erreichbar

Hans Moritz

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