Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen

Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen
Pfia God: Hans Preis (M.) wurde von Bürgermeisterin Gerlinde Sigl und MdB Andreas Lenz verabschiedet. Foto: Huber

Parlamentarisches Patenschafts-Programm

Mit Laptop und Lederhose nach Amerika

Lengdorf – Die nächsten zwölf Monate wird Johannes Preis in Mount Carmel im US-amerikanischen Bundesstaat Illinois verbringen. Als der 24-Jährige seine Koffer gepackt hat, waren auch Laptop und Lederhose unter den Dingen, auf die er während seines Amerikaaufenthalts nicht verzichten will.

Während er den Computer auch dazu braucht, um via Skype mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben, dient die Lederhose dazu, seine bayerische Heimat optisch zu repräsentieren. Denn Preis wird in den USA nicht nur studieren und arbeiten. Er ist auch Junior-Botschafter mit der Aufgabe, seiner Gastnation das gesellschaftliche politische und kulturelle Leben Deutschlands zu vermitteln. Möglich wurde die Reise in die USA durch das Parlamentarische Patenschafts-Programm des Deutschen Bundestags und des US-amerikanischen Kongresses. Schüler, Studenten und junge Berufstätige können sich um ein Austauschjahr in den USA bewerben. Im Austausch kommen junge Amerikaner nach Deutschland.

Ausgewählt wurde Hans, wie ihn seine Freunde nennen, vom Heimatabgeordneten Andreas Lenz. Der CSU-Abgeordnete ist auch Ansprechpartner, wenn es Probleme geben sollte. Der junge Fertigungsmechaniker aus Lengdorf, der eine Zusatzqualifikation als Maschinenbautechniker angeschlossen hat, sei gerade wegen seiner fachlichen Qualifikation hervorragend geeignet, Bayern und Deutschland in den USA zu vertreten, ist sich der Parlamentarier sicher. „Mit dem Programm wollen wir jungen Menschen Chancen für ihre künftige Entwicklung geben“, sagte Lenz bei der Verabschiedung in Lengdorf. Auch Bürgermeisterin Gerlinde Sigl ist überzeugt, dass Lenz die richtige Wahl getroffen hat. „Für die Gemeinde Lengdorf ist es eine Ehre, dass einer ihrer Bürger für das Austauschprogramm ausgewählt wurde.“

Bevor es für die Preis in die 8000-Einwohner-Stadt an der Grenze zu Indiana geht, steht nach einem mehrtägigen Einführungsseminar in New York eine sogenannte Home State Tour auf dem Programm. In Mount Carmel wird Preis für ein halbes Jahr das dortige Wabash Valley College (WVC) besuchen. Neben Maschinenbau stehen vor allem Sport und Englisch auf seinem Stundenplan. Sorge, dass seine englischen Sprachkenntnisse nicht ausreichen könnten, um dem Unterricht zu folgen hat er nicht. „Ich war beruflich viel im Ausland, ich fühl’ mich gut gewappnet“, sagt er. Das Jahr in Amerika sei jedoch geeignet, richtig gut sprechen zu lernen. „Das kann ich, wenn ich wieder in Deutschland bin, gut in für meinen Beruf brauchen“, sagt er. Denn dass er auch später viel im Ausland zu tun haben will, ist für den „reisefreudigen“ – so die Selbstauskunft – 24-Jährigen klar. Nach dem Studium steht ein halbjähriges Praktikum an, das möglichst mit seinem Berufsfeld zu tun haben soll.

Leben wird der Austauschstudent bei einer Familie in Mount Carmel. Die beiden pensionierten Lehrer haben schon mehrmals junge Deutsche bei sich aufgenommen. Über E-Mails hat der junge Lengdorfer seine Gasteltern schon etwas kennengelernt. „Ich weiß zum Beispiel, dass eine Tochter in Kaiserslautern als Deutschlehrerin gearbeitet hat“, erzählt er.

Und was sagen seine Eltern daheim in Hundsöd dazu, dass ihr Sohn ein Jahr lang fort sein wird? „Meine Mama ist etwas skeptisch“, verrät er. Doch nicht nur Verwandte und Freunde werden ihren Hans vermissen. Auch seine Fußballkameraden vom FC Lengdorf müssen ein Jahr auf ihren Torwart verzichten. Die Verwurzelung im gesellschaftlichen Leben seiner Heimatgemeinde, war auch eines der Kriterien, die für Lenz ausschlaggebend waren, sich für den jungen Lengdorfer zu entscheiden.

Ob Preis seine künftigen Kommilitonen am Basketball begeisterten WVC für Fußball interessieren kann, wird sich zeigen. Sicher ist allerdings, dass der Sport als Türöffner dienen kann. Zwar beginnen auch ein Münchner und ein Regensburger Austauschstudent in der Nähe ihr Auslandsjahr, im Wesentlichem wird Preis aber Kontakt zu Amerikanern haben. Es sei denn, seine Freunde machen ihr Versprechen wahr und besuchen Preis am Wabash River.

Anne Huber

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Güterzug quert B 15 bei offenen Schranken
Es ist ein Vorfall, der Menschenleben hätte kosten können. In Dorfen ist am B 15-Bahnübergang ein Güterzug bei geöffneten Schranken durchgefahren. Autofahrer und …
Güterzug quert B 15 bei offenen Schranken
Staatsanwalt zerpflückt Unschuldsversion
13 Jahre und sechs Monate Haft hat der Staatsanwalt im Totschlagprozess gegen  Prof. Dr. B. gefordert. Dessen Verteidiger halten ihr Plädoyer am Freitag.
Staatsanwalt zerpflückt Unschuldsversion
Kein Risiko durch niedrigen Sempt-Pegel
Warum führt die Sempt durch Altenerding seit Wochenbeginn so wenig Wasser? Diese Frage werden sich viele Bürger gestellt haben.
Kein Risiko durch niedrigen Sempt-Pegel
Gemeinde schafft Bauland
Aus den 1960er Jahren stammen die ursprünglichen Pläne für die Bebauung eines Areals zwischen Lärchenstraße und Am Bahnhof. Jetzt hat die Gemeinde das Verfahren für eine …
Gemeinde schafft Bauland

Kommentare