Besuch von der Familie erhielt Wilhelmine Christof (3. v. r.) an ihrem 80. Geburtstag. Auch Pfarrer Thomas Zehetmaier (r.) und Vizebürgermeisterin Eva Pfennig (4. v .r.) gratulierten. F.: ahu

Wilhelmine Christof 80

Lehrerin mit Reise-Leidenschaft

Isen – „Achtzig? Na und! Da kann ich nur milde lächeln!“, hat Wilhelmine Christof über ihre Geburtstagseinladung geschrieben. Und das Ganze mit einem lächelnden Foto von sich versehen.

Gelassenheit und Humor sind Eigenschaften, die die Jubilarin auch in ihrem Beruf gut brauchen konnte, hat sie doch jahrzehntelang Kinder unterrichtet. Nach der Volksschule in Isen sowie der Internatsschule der Armen Schulschwestern in Weichs und München hat die gebürtige Isenerin an der Pädagogischen Hochschule in München-Pasing den damals neuen Studiengang Lehramt an Volksschulen aufgenommen.

Weil sie vom Wahrheitsgehalt des Sprichworts „Wo der Pfennig geschlagen wurde, ist er nichts wert“, überzeugt war, ging sie nach dem Studium zum Unterrichten in den Bayerischen Wald. In Viechtach hatte sie nicht nur ihre erste Stelle, der erste Einsatzort hatte auch privat weitreichende Folgen. „Ich hatte einen Schüler in meiner Klasse, der mich seinem großen Bruder wärmstens empfohlen hat, erzählt sie lächelnd. Aus dem „Fräulein“ Wilhelmine Hillinger wurde so Frau Wilhelmine Christof.

Über die Zwischenstationen Eggenfelden, Mühldorf und Lengdorf ist sie wieder in ihrem Heimatort angekommen. „Der damalige Rektor Pfest wollte mich an der Isener Schule“, sagt sie. „Ich habe es auch nie bereut, doch noch hier angefangen zu haben“, Obwohl sie später überwiegend erste und zweite Klassen unterrichtet hat, musste sie in den höheren Klassen auch Arbeitslehre, Steno und Englisch geben. „Gerade am Anfang war das eine harte Zeit“, erinnert sich die ehemalige Pädagogin. „Ich hatte Schüler, die waren gut einen Kopf größer als ich.“

Neben dem Beruf gab es auch noch die Familie mit dem vor einigen Jahren verstorbenen Ehemann Kurt und den drei Söhnen Alexander, Armin und Curt. In den Schulferien, in denen sie sich ganz der Familie widmen konnte, stand Campingurlaub am Chiemsee auf dem Programm. Doch die Leidenschaft fürs Reisen führte Wilhelmine Christof früh auch in entferntere Ziele. So war sie bereits zu einer Zeit in Kenia, als das Land touristisch noch weitgehend unerschlossen war. Jordanien, wo ihr ältester Sohn zeitweise mit seiner Familie gelebt hat, hat sie gleich mehrmals bereist. Kein Wunder, dass auch in diesem Jahr noch Reisen zum Nordkap und nach Cornwall anstehen.

Zum Geburtstag, den sie mit der ganzen Familie groß und mit ehemaligen Kollegen im kleinen Kreis gefeiert hat, hat auch Vizebürgermeisterin Eva Pfennig im Namen der Marktgemeinde Isen gratuliert. Sie erinnert sich an ihre ehemalige Lehrerin als „bestimmt und gerecht“. Beileibe nicht die schlechteste Erinnerung, die man an seinen Lehrer haben kann.

Anne Huber

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