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Neuer alter Vorstand: Bürgermeister Siegfried Fischer (l.) und Pfarrer Josef Kriechbaumer (M.) wünschten dem Führungsteam viel Kraft für die Arbeit (v. l.): Eduard Schwaiger, Marianne Bauer (stellvertretende Einsatzleitung), Gerlinde Sigl, Alois Jaworek, Michaela Rosenhuber, Henry Dinger, Einsatzleiterin Patrizia Brambring, Heidi Moser, Matthias Brenner, Karoline Eichner und Barbara Obermaier. 

Nachbarschaftshilfe

Isen: Lob von Bürgermeister Fischer „Zuwendung, Hilfe und Toleranz“

Direkte Hilfe von Mensch zu Mensch ist seit 14 Jahren das Prinzip der Nachbarschaftshilfe Isen Lengdorf Pemmering. Wie erfolgreich, der Verein ist, ließ sich bei der Jahreshauptversammlung an den Zahlen ablesen.

Isen – 449 Mitglieder, 54 Helfer, 4060 Einsatzstunden und 24 214 gefahrene Kilometer. Auch im vergangenen Jahr haben die 54 Ehrenamtlichen ihre Mitmenschen über 4000 Stunden unterstützt.

Ein großer Teil der Zeit ging auf das Konto von Einsatzleiterin Patrizia Brambring: 2400 Stunden war sie unterwegs, um Menschen mit medizinischer Hilfe, Sterbebegleitung und Trauergesprächen beizustehen. Außerdem half sie bei Anträgen und dem Ausfüllen von Formularen und betreute mit ihrem Helferteam den Nachbarschaftstreff an der Bischof-Josef-Straße in Isen.

Seniorenbetreuung war auch 2019 der Schwerpunkt, fast 1600 Stunden wurden dafür aufgewendet. Essenslieferungen an vier Haushalte mit 450 Stunden und Fahrdiensten (418 Stunden) nahmen vordere Plätze in der Einsatzstatistik ein. Mit 24 Besuchern war der Mittagstisch im Nachbarschaftstreff immer gut besucht. Dort war auch für Unterhaltung mit Clown Klaus, Erzählerin Carmen, Yoga mit Thomas und Toni mit seiner Harfe gesorgt, so die Einsatzleiterin.

Beim Gedächtnistreff am Montag sei nicht nur etwas für die grauen Zellen der Besucher getan worden, auch pflegende Angehörige seien entlastet worden, „die dringend etwas Pause vom Pflegealltag brauchen“.

„Es gibt viel zu wenige Tages- und Kurzzeitpflegeplätze im Landkreis und landkreisübergreifend“, appellierte Brambring an Landrat Martin Bayerstorfer. Was anderswo als Krisenpflegedienst eingeführt werden soll, funktioniere in Isen seit Jahren – ehrenamtlich und ohne Kosten für die Gemeinde.

Bayerstorfer würdigte in seiner Rede das Wirken der Isener Nachbarschaftshilfe (NBH), wies aber darauf hin, dass nicht alle Kommunen im Landkreis diese Ehrenamtsstruktur hätten. Deshalb werde man die Bildung von Pflegekrisendiensten in einem ersten Aufschlag mit 40 000 Euro fördern. Bei Tages- und Kurzzeitpflegekräften habe Brambring „den Finder in die Wunde gelegt“. Er werde sich dafür einsetzen, dass man in Abstimmung mit den Heimen die Defizite in der Grundversorgung von Senioren beheben könne.

NBH-Vorsitzende Gerlinde Sigl betonte die gute Zusammenarbeit der Kommunen und dankte den Helfern. Es stehe wieder ein gemeinsamer Ausflug auf dem Programm, um weitere Veranstaltungen wie Vorträge oder einen Hoagarten wolle man sich bemühen.

Seine Abschiedsrede hielt der Isener Noch-Bürgermeister Siegfried Fischer. Er dankte der NBH, die stets ein unbürokratischer, wenn auch in Person von Einsatzleiterin Brambring hartnäckiger Partner gewesen sei. „Im Nachhinein muss ich sagen, Patrizia Brambring hat fast immer Recht gehabt“, sagte er.

Die Hilfe der NBH lasse sich nicht in Cent und Euro beziffern, sondern in Zuwendung, Hilfsbereitschaft und Toleranz, die den Menschen ohne Ansehen von Person und Stand entgegengebracht würden, lobte Fischer.

Dass die NBH – nicht zuletzt durch eine Spende von „Licht in die Herzen“, dem Hilfswerk des Erdinger/Dorfener Anzeiger, von insgesamt 10 000 Euro – gut aufgestellt ist, machte Kassier Matthias Brenner deutlich. „Wir werden das Geld nicht horten, sondern für unsere Arbeit ausgeben“, versprach er.

Der Vorstand

wurde bei den Neuwahlen komplett bestätigt. Vorsitzende:Gerlinde Sigl; 2. Vorsitzende:Heidi Moser; Kassier:Matthias Brenner; Schriftführer:Henry Dinger. Beisitzer:Alois Jaworek, Barbara Obermaier und Eduard Schwaiger. Kassenprüfer:Karoline Eichner und Michaela Rosenhuber.

Anne Huber

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