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Die neue Kreisbäuerin Irmgard Posch auf ihrem Hof in Mittbach bei Isen. Zu besonderen Anlässen, zu denen natürlich auch der Fototermin mit der Heimatzeitung gehört, trägt sie standesgemäß Dirndl . 

Im Porträt: Irmgard Posch 

Neue Kreisbäuerin hat mit alten Klischees nichts am Hut

Irmgard Posch aus Mittbach bei Isen ist neue Kreisbäuerin. Die vierfache Mutter will vor allem den Verbrauchern die Arbeit der Landwirte wieder näherbringen. Wir haben sie auf ihrem Hof besucht.

Isen – „Ich war selber ganz überrascht, dass es fast einstimmig war“, freut sich Posch. Mit nur einer Enthaltung wurde die 40-Jährige Mitte Februar zur Kreisbäuerin des Landkreises Erding gewählt (wir berichteten). Posch übernahm den Posten an der Spitze von Elisabeth Mayr, die sich nach zehn Jahren als Kreisbäuerin in den Ruhestand verabschiedet hatte.

In der Landwirtschaft zu arbeiten, war ihr schon als Kind ein großer Wunsch, erzählt Posch. „Ich habe meinen Traum zum Beruf gemacht. Das kann nicht jeder von sich behaupten“, lacht sie. Gelernt hat sie ursprünglich ländliche Hauswirtschafterin und in diesem Fach auch eine Meisterprüfung abgelegt.

1999 heiratete Posch, geboren im Landkreis Rosenheim, in einen Mittbacher Milchviehbetrieb ein. Seit der Hof vor etwa 14 Jahren übergeben worden ist, ist sie die Bäuerin und damit gemeinsam mit ihrem Mann verantwortlich für 45 Milchkühe.

„Die Arbeit mit den Tieren macht mir unwahrscheinlich viel Spaß“, erklärt Posch sehr überzeugend. Dass sie außerdem gern Traktor und andere Maschinen fährt, verrät sie mit einem Schmunzeln nebenbei.

Schon frühzeitig engagierte sich die junge Frau im Bauernverband, immerhin ist Posch seit zehn Jahren als Ortsbäuerin und seit fünf Jahren im Vorstand des Kreisverbands aktiv. Ihr liegt besonders am Herzen, den Berufsstand der Landwirte zu vertreten und ihm in der Öffentlichkeit ein gutes Ansehen zu verschaffen.

„Wir müssen aktiv auf die Verbraucher zugehen“, sagt sie, „viele haben immer noch die alten Klischees von der Landwirtschaft im Kopf“. So würde die Werbung oft eine falsche Idylle vermitteln. „Dabei wird in der Landwirtschaft heute genauso mit Hightech gearbeitet, wie in anderen Bereichen auch.“

Um auch Kinder für die Arbeit auf dem Bauernhof zu begeistern, macht sich die neue Kreisbäuerin für Aktionen wie „Landfrauen machen Schule“ stark. „Wir waren vor einiger Zeit in der Schule in Isen und haben beim Thema Milch den Kindern gezeigt, wie sie selber Butter herstellen können“, erinnert sie sich. Die Kleinen seien damals überrascht gewesen, dass man eine Büchse mit frischer Sahne so lange schütteln kann, bis Butter entsteht.

Was Kinder interessiert, und wie man sie für Themen begeistern kann, weiß die Landwirtin als Mama von vier Söhnen zwischen neun und 15 Jahren nur zu gut.

Dass nun noch mehr Arbeit auf sie zukommt, stört sie nicht, obwohl der Alltag als Bäuerin und Mutter schon straff geplant sei. Für die Mittbacherin beginnt der Morgen normalerweise um halb fünf mit der Stallarbeit, dann wird mit den Kindern gefrühstückt. „Halb acht ist der letzte aus dem Haus, dann habe ich Zeit für die Tageszeitung“, beschreibt sie ihren Morgen. Der Vormittag ist mit Büroarbeit, Haushalt und gelegentlichen Arbeiten im Hof gefüllt, bevor ab halb zwei die Kinder wiederkommen. Hausaufgaben kontrollieren steht dann ebenso auf dem Programm wie Wäsche bügeln – in einem Sechs-Personen-Haushalt wird es eben nie langweilig. Halb fünf rufen wieder die Kühe, später isst die Familie zu Abend.

Dann rückt die Verbandsarbeit in den Vordergrund, in nächster Zeit mit Einladungen zur Versammlung des Maschinenrings oder zum Einbürgerungsfest im Landkreis Erding. Dass dabei kaum Zeit für Hobbys bleibt, stört die Bäuerin nicht. „Mein Hobby ist die Landwirtschaft“, bringt Posch ihre große Liebe zum Beruf auf den Punkt.

Henry Dinger

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