Edelstahlkammern

Neuer Trinkwasserspeicher für 1,6 Millionen

Isen - Rund 1,6 Millionen Euro netto wird die Erneuerung des Trinkwasserspeichers in Isen kosten. Der Marktgemeinderat hat die Entwurfsplanung gebilligt.

Zugestimmt wurde der vom Ingenieurbüro Hausmann und Rieger erstellten Planung, die eine Edelstahlauskleidung der Wasserkammern vorsieht. Für die gewählte Variante spricht nach Meinung des Marktgemeinderats, dass während der Lebensdauer von 50 Jahren keine größere Instandhaltung nötig werden wird.

Nicht sicher waren sich die Räte hingegen, welche Maßnahmen bei einer Kunststoffauskleidung auf Polyethylenbasis (PE-HD) langfristig unternommen werden müssten. Stahlbetonbehälter mit einer speziellen Schalungsbahn schloss das Gremium wegen der hohen Anforderungen an die Betonqualität und den Verschleiß aus. „Bei Edelstahl kennt man die Qualität, bei Beton weiß ich, dass ich einen Sanierungsaufwand hab und bei PE hab ich zu wenig Erfahrungen, was nach 30 bis 40 Jahren fällig ist“, fasste Bürgermeister Siegfried Fischer (FW) zusammen.

Während die Entscheidung für Edelstahlbehälter für die beiden 350 Kubikmeter fassenden Trinkwasserspeicher dem Gremium keine Schwierigkeiten bereitete, hatte zumindest ein Marktgemeinderat Probleme mit den Maßnahmen, die das Ingenieurbüro wegen der Baugrundverhältnisse vorschlug. Martin Angermaier (CSU) hatte Zweifel an der Notwendigkeit, den Untergrund bis zu einer Tiefe von 6,8 Metern zu stabilisieren. Das Ingenieurbüro sieht wegen der Bodenverhältnisse (Schluff, sandig bis lehmig) eine solche Stabilisierung ab einer Tiefe von drei Metern durch sogenannte Verdrängungsspfähle vor. Die Kosten für die Bodenstabilisierung belaufen sich auf rund 162 000 Euro. Angermaier hingegen schlug stattdessen einen tieferen Bodentausch vor. „Wir haben früher an gleicher Stelle gebaut, ohne dass es Probleme mit Rissen gab“, verwies der Bauunterunternehmer auf das benachbarte Feuerwehrgerätehaus. „An der Geologie hat sich nichts geändert und Newton hat auch noch immer Recht“, sagte er. „Des bissl Wasserbehälter“ rechtfertige nicht, „gigantische Summen“ auszugeben.

Harald Kienlein und Bernhard Wernthaler vom Ingenieurbüro, die die Entwurfsplanung vorstellten, verwiesen auf ein Bodengutachten, das sie bei der Grundbaulabor München GmbH in Auftrag gegeben haben. „An der Geologie hat sich nichts geändert, aber an der Gesetzgebung“, argumentierte Kienlein. Das Gremium entschied sich schließlich, „die Gründung“ – wie Bürgermeister Fischer es eingangs vorgeschlagen hatte – sehr ernst zu nehmen. Auf die Frage von Kornelia Angermaier (CSU), wie hoch ihr Honorar sei, antworteten die Ingenieure, dass es sich zwischen 15 und 20 Prozent der Nettobausumme bewege. Unter Nettobaukosten versteht man die Kosten der Baukonstruktion und technischen Anlagen ohne Umsatzsteuer auf Grundlage der Kostenermittlung. Einzelheiten sind in der gesetzlich vorgeschriebenen Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) festgelegt.

Anne Huber

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