Fein herausgeputzt: Die Abschlussschüler strahlten, als sie endlich ihr Zeugnis in den Händen hielten. Foto: Huber

Mittelschule Isen

Oberhofer bricht mit alter Tradition

Isen - Ein besonderer Jahrgang hat die Mittelschule Isen verlassen. Das machten Lehrer, Schulleiter und Bürgermeister bei der Verabschiedung der 36 Mittelschüler im Gasthof Klement deutlich. Für eine Überraschung sorgte dabei Rektor Michael Oberhofer.

Die traditionelle Ansprache, bei der die Besten herausgestellt werden, gab es nämlich von Schulleiter Oberhofer nicht. Stattdessen betonte er die guten Startchancen aller seiner Schüler und würdigte deren individuelle Anstrengungen und Leistungen. Denn schließlich habe sich jeder bemüht, das Ziel zu erreichen, sagte er.

Deswegen fiel auch sein Vergleich mit der Tour der France nicht nach dem üblichen Schema aus. „Keiner denkt an die Nummer 88, die den Berg genauso schafft“, philosophierte Oberhofer. Egal wie man abschneide, es gebe kein oben und kein unten, nur ein „Durcheinander und Miteinander“. Der Mittelschulabschluss böte den Schülern „ein wunderbares Sprungbrett in die Wirtschaft“, sagte der Rektor. Auch wenn die Schüler sich am Anfang vielleicht etwas anderes gewünscht hätten, hätten sie schließlich doch ihren Weg gefunden. „Ihr seid gut. Die einzigen, die sich euch in den Weg stellen könnten, seid ihr selber“, appellierte er an Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung.

Dass es sich bei den beiden Abschlussklassen um etwas Besonderes gehandelt habe, machten auch die Klassenleiter Markus Bauer und Christine Neugebauer deutlich. Bauer erzählte, er habe bei seinen Besuchen in den Praktikumsbetrieben nur positives Feedback bekommen. Auch das stressige letzte Schuljahr hätten die Schüler hervorragend hinter sich gebracht. „Ich bin total stolz, weil wir wirklich sehr gute Ergebnisse erzielt haben“, sagte Bauer.

Dass sogar „das verhasste Fach Mathe“ von drei Schülerinnen mit einer Eins im Quali abgeschlossen werden konnte, freute Bauers Kollegin Neugebauer ganz besonders. „Man hat gesehen, wie viel in jedem Einzelnen noch steckt“, konstatierte sie. Doch die drei gemeinsamen Schuljahre hätten nicht nur aus Lernstress bestanden. „Wir haben auch ganz viel Gaudi gehabt und viel gelacht“, sagten die Lehrer.

Wünsche und Anregungen gaben auch Schulsozialpädagoge Matthias Gallenberger, Heidi Müller-Mayr vom Elternbeirat und Bürgermeister Siegfried Fischer den Schülern mit auf den Weg. „Holt euch Hilfe, ihr müsst nicht alles ertragen“, sagte Gallenberger. Auf einer „Kreuzung des Lebens“ sah Müller-Mayr die Schüler stehen. Bevor es auf den möglichen Wegen weitergehe, sollten sich die Schüler erst einmal „Zeit zum Runterschalten“ gönnen, meinte sie.

Ernste Töne schlug Bürgermeister Fischer an. „Widersetzen Sie sich allen Formen der Gewalt und helfen Sie den Schwachen“, appellierte er. Statt den modernen Verführern zu folgen, sollten die Schüler ihren eigenen Weg ausfindig machen und ihn unbeirrt gegen. Positiv beurteilte er, dass es in diesem Jahr keine in der Vergangenheit üblichen Beschwerden über die Schulabsolventen gegeben habe.

Doch nicht nur die Schüler wurden verabschiedet. Humor bewiesen die Lehrer bei ihrer Verabschiedung durch die Schüler. Weil übliche Geschenke schließlich jeder machen könne, überreichten die Schulabgänger Schulleitern, Lehrern und Sekretärin ein buntes Allerlei vom Babybrei bis zum Raumspray. Während etwa die lustige Kopfbedeckung dazu dienen soll, langweilige Schulstunden für die Schüler lustiger zu gestalten, sollten Beruhigungstee und Müsliriegel die Lehrer entspannen.

Von den 36 Schulabgängern haben 34 an den Quali-Prüfungen teilgenommen. Bestanden haben ihn alle 34. Eine Schülerin hat die Prüfung mit 1,27 geschafft, drei Schüler mit einem Schnitt von 1,72. Sie wollen Laborassistentin, Elektroinstallateur, Medizinische Fachangestellte und Kfz-Mechatroniker werden. Bis auf einen Schüler haben bereits alle einen Ausbildungsplatz in der Tasche. Mit der Schule weitermachen wollen vier Absolventen.

Anne Huber

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