Corona-Zahlen auf Mallorca steigen rasant: RKI zieht Konsequenz und macht Insel jetzt zum Risikogebiet

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Taxifah rer haben beim Herbstfest Hochkonjunktur. Am 31. August missbrauchte ein Fahrer seine Vertrauensposition. Dafür erhielt er ein Jahr und neun Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung. 

Prozess am Amtsgericht Erding wegen sexueller Nötigung

Taxler begrapscht Volkfestbesucherin

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Wenn eine junge Frau nachts in ein Taxi steigt, muss sie die Gewissheit haben, dass der Fahrer sie sicher nach Hause bringt. Darauf hatte am 31. August vergangenen Jahres auch eine 35-Jährige aus Isen vertraut, als sie gegen 1 Uhr vom Herbstfest heimwollte. Es sollte ein Horrortrip werden, denn der Taxler wurde gleich mehrfach sexuell übergriffig.

Erding/Isen - Gestern musste sich der 29-Jährige aus Erding vor dem Schöffengericht des Erdinger Amtsgerichts verantworten. Er wurde zu einem Jahr und neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Nicht einmal die ausführliche Aussage ersparte der Türke der Krankenschwester. Sie ist bis heute gezeichnet.

Gleich nach Fahrtbeginn fing der Taxler an, unsittlich zu werden

Staatsanwalt Matthias Zweck hielt dem Angeklagten vor, unmittelbar nach Fahrtantritt zudringlich geworden zu sein. Als sich die 35-Jährige zu Beginn der 20-minütigen Fahrt nach dem Preis erkundigte, nannte er eine Summe zwischen 40 und 60 Euro. Er sei aber bereit, diese um die Hälfte zu reduziere, wenn sie ihm einen blase. Offen räsonierte er über ihr Dekolleté und wollte wissen, ob sie einen Push-Up-BH trage.

Wenig später nahm er ihre Hand und legte sie auf sein Glied. Zweimal griff er ihr an die Brust. Beim Aussteigen in Isen versuchte er, sie zu sich zu ziehen, um sie zu küssen.

Angeklagter grinst nur - bis der Richter sauer wird

Der Taxler schwieg die gesamte dreieinhalbstündige Verhandlung und grinste immer wieder. Bis ihn Richter Björn Schindler zurechtwies, er solle sich nicht derart respektlos verhalten. Weil er keine Angaben machte, musste das Opfer eineinhalb Stunden lang aussagen. Das fiel der Frau sichtlich schwer. Immer wieder weinte sie.

Der sexuelle Übergriff wirkt bis heute nach. Die 35-Jährige berichtete, dass sie drei Wochen arbeitsunfähig gewesen sei und sich in psychologische Behandlung begeben habe. „Die Bilder kommen immer wieder hoch. Da reicht es schon, wenn ein Taxi an mir vorbei fährt.“ Sie trat mit ihrer Anwältin Ursula Schmidt-Hoensdorf als Nebenklägerin auf. Mehrmals erklärte sie, ein Taxi genommen zu haben, um sicher heimzukommen.

Opfer: „Ich kam mir vor wie ein Stück Fleisch

„Ich habe mich nicht getraut, auf freier Strecke auszusteigen, denn die Straße ist dunkel. Da hätte mich niemand gefunden“, sagte sie. „Ich wollte nur noch heim.“ Sie habe sich völlig hilflos gefühlt. „Ich kam mir vor wie ein Stück Fleisch.“ Den Rückweg nach Isen habe sie allein angetreten, weil ihre Begleiterinnen nach Schließung der Bierzelte noch länger im Weekend-Club hätten weiterfeiern wollen.

Als sie gegen 1.30 Uhr daheim war, verständigte sie erst ihren Freund und danach die Polizei. Noch in der Nacht wurde ihre Kleidung sichergestellt. Der Tatverdächtige konnte über die Taxizentrale rasch ausfindig gemacht werden.

Täter wollte Krankenschwester schwarzen Peter zuschieben

Der Beamte der Dorfener Polizei, der den 29-Jährigen verhört hatte, berichtete, dass der Beschuldigte genau das Gegenteil ausgesagt habe. Die Krankenschwester sei es gewesen, die ein sexuell geprägtes Gespräch angefangen habe. Die Übergriffe müsse sie erfunden haben.

Staatsanwalt Zweck sah den Tatvorwurf in seinem Plädoyer als erwiesen an. Man könne hier sogar versuchte Vergewaltigung annehmen. Er forderte ein Jahr und neun Monate auf Bewährung. Die könne nur gewährt werden, weil der Angeklagte bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten sei. Die Nebenklage schloss sich der Forderung an.

Verteidiger Andreas Martin sagte, hier stehe Aussage gegen Aussage. Deswegen plädierte er auf Freispruch. Den Widerspruch, warum der Taxler die ganze Zeit geschwiegen hatte, konnte er nicht auflösen.

Bewährung nur, weil Grapscher nicht vorbestraft war

Das Schöffengericht verhängte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Zudem muss der Angeklagte 1500 Euro an die Opferschutzorganisation Weißer Ring bezahlen. Richter Schindler stufte die Aussagen der Krankenschwester als „sehr glaubwürdig und bei allen Befragungen stabil ein“. Wieso sollte sie einen bis dato unbekannten Mann belasten? Man müsse sich in einem Taxi sicher fühlen können. „Das haben Sie perfide ausgenutzt.“

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