Primiz von Tobias Prinzhorn

Ein Rucksack voller nützlicher Dinge

Tobias Prinzhorn, der am Samstag im Freisinger Dom von Kardinal Reinhard Marx zum Priester geweiht worden war, hat in seiner Heimatgemeinde Pemmering seiner ersten heiligen Messe vorgestanden. Rund 2000 Besucher haben bei dem Großereignis den Primizsegen empfangen.

Pemmering – An alles hatten die Organisatoren um Primizlader Sebastian Friesinger gedacht, um die Primiz für den kleinen Ort im Süden des Landkreises zu einem unvergesslichen Ereignis werden zu lassen, nur am durchwachsenen Wetter konnten sie nichts ändern. Bei mal leichterem, mal heftigerem Nieselregen fand der Gottesdienst statt, bei dem Landjugendpfarrer Richard Greul die Predigt hielt.

Mit anschaulichen und persönlichen Worten skizzierte er den Weg des Spätberufenen zum Priester. Dabei ließ er weder die Zweifel der Eltern unerwähnt („Willst du wirklich deinen gute Stellung aufgeben?“), noch den Einfluss der verstorbenen Großmutter, die Prinzhorn „in Glaubensfragen liebevoll an die Hand genommen und zur Messe mitgenommen hat“. Nicht immer sei es leicht, sich von alten Gewohnheiten freizumachen, aber genau dieses Zurücklassen von Altvertrautem zeichne die Berufung eines Christen aus, sagte Greul.

Damit der neu geweihte Priester seinen Weg gut bewältigen kann, überreichte ihm der Landjugendpfarrer einen mit Wasserflasche, Brotzeitdose, Kompass, Stola und Kriminalroman gefüllten Wanderrucksack. Damit spielte Greul nicht nur auf Prinzhorns selbstgewählten Primizspruch an, „Gehe hinaus in die ganze Welt und verkünde das Evangelium allen Geschöpfen“, sondern auch die auf dessen Freude am Bergwandern. Dazu werde Prinzhorn in seiner neuen Wirkungsstätte Partenkirchen, zu der mit der Zugspitzkapelle die höchst gelegene Kirche Deutschlands zählt, vermutlich reichlich Gelegenheit haben.

Aber die Gegenstände standen nicht nur für sich, sondern auch für die Aufgaben und Befugnisse, die den Priester erwarten. So symbolisiere das Wasser den Segen Gottes, den Prinzhorn den Menschen jetzt zusprechen dürfe. Die Brotzeitdose stehe für das „Brot des Lebens“, der Kompass solle wie die Heilige Schrift als Orientierungshilfe auf unbekannten Wegen dienen. Mit der Stola wollte Greul an die Befugnis erinnern, Sünden zu vergeben. Dabei seien die Priester nicht die Herren des Sakramentes, sondern dessen treue Verwalter, zitierte er Papst Franziskus und dessen Misericordiae Vultus (Verkündigungsbulle des außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit). Die Beichte bezeichnete Greul als Möglichkeit, die Liebe Gottes zu erfahren. Denn sie bedeute nichts anderes, als von Gott zu hören: „Ich liebe dich so wie du bist.“ Am Gipfel angekommen, biete die Lektüre dem Krimiliebhaber Prinzhorn die nötige Entspannung. Eingehend auf zwei bekannte Figuren der Kriminalliteratur, Don Camillo und Pater Brown, wünschte Greul seinem Kollegen, immer ganz nah am Menschen zu bleiben und sich eine klare Position für die Schwachen, die am Rande der Gesellschaft stehen, zu erhalten.

Die Primiz endete mit dem Primizsegen, der von Prinzhorn und Thomas Barenth, Mitprimiziant aus der Pfarrei St. Kastulus in Moosburg, gemeinsam gespendet wurde.

Weitere Fotos von der Primiz in Pemmering gibt es auf merkur.de.

Anne Huber 

Primiz in Pemmering - Bilder

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