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Bestens vorbereitet auf ihr 150-jähriges Gründungsjubiläum ist die Vorstandschaft der Isener Veteranen- und Soldatenkameradschaft mit (vorne, v. r.) dem Vorsitzenden Michael Betz, Anton Schex, Hans Wimmer und Hans Kirmayer, sowie (hintere Reihe, v. r.) Georg Stangl, Albert Rappold, Josef Wolfsbauer, Alfons Wendlinger und Hans Mittermaier. 

Veteranen- und Soldatenkameradschaft Isen

Seit 150 Jahren Mahner für den Frieden

Die Veteranen- und Soldatenkameradschaft Isen feiert am Volksfestsonntag, 25. Juni, ihr 150-jähriges Gründungsfest. Schirmherr der Veranstaltung ist Bürgermeister Siegfried Fischer.

Isen – Viele Vereine aus Isen und benachbarten Gemeinden werden sich zu einem opulenten Kirchenzug mit insgesamt vier Zügen einfinden und vom Festplatz zum Festgottesdienst am Marktplatz marschieren. Der Vorsitzende Michael Betz ist besonders auf die mit Spenden finanzierte 100-seitige Festschrift stolz, in der man bewusst auf Werbung verzichtete und die den Titel „Erinnerung und Mahnung“ trägt (für 10 Euro erhältlich im Festzelt und anschließend in der Druckerei Nußrainer). Unter demselben Titel hat Heimatpfleger Franz Wenhardt im Heimatmuseum eine Sonderausstellung organisiert, die noch bis zum Nikolausmarkt zu sehen ist und laufend ergänzt wird.

Nach dem Krieg von 1870/71 wurde die erste Vereinsfahne - hier ist auch das Gründungsjahr eingestickt - feierlich geweiht. Sie ist derzeit im Isener Heimatmuseum bei der Ausstellung „Erinnerung und Mahnung“ zu sehen.

Der im Jahre 1867 gegründete Krieger- und Veteranenverein Isen setzte sich aus Männern zusammen, die den Feldzug von 1866 (Schlacht bei Königgrätz im Böhmen am 3. Juli) mitgemacht hatten. Nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 stießen weitere Veteranen zum Verein. Bald danach ließ man eine eigene Fahne anfertigen. 1874 erfolgte der Beitritt zum Dachverband „Bayerischer Veteranen-, Krieger- und Kampfgenossen-Bund“. Vereinsziel war in erster Linie die gegenseitige Unterstützung der Mitglieder. Kriegsversehrte hatten, wenn überhaupt, häufig nur eine geringe staatliche Rente zu erwarten. Und Kriegerwitwen waren damals oft auf sich allein gestellt. Während des 1. Weltkriegs legte der Verein großes Augenmerk auf die Versorgung der Krieger im Felde und der meist bedürftigen Familienangehörigen zu Hause. Von den insgesamt 90 gefallenen Soldaten aus Isen hatten sieben schon die Feldzüge von 1866 und 1870/71 mitgemacht.

Ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte war die Errichtung des Kriegerdenkmals. Am 29. Juni 1923 wurde der von Prof. Max Heilmaier geschaffene Brunnen – von ihm stammt auch der Münchner Friedensengel – feierlich enthüllt. Seit 1922 befindet sich das Vereinslokal im Gasthaus Strohhammer, später Silbernagel und seit 1963 Gasthaus Klement. Ab 1924 führte Martin Burgmair die Geschicke des Vereins. Er hatte die schwere Aufgabe, den Verein in die, am 15. September 1933 befohlene, Gleichschaltung zu führen. Damit kam die Aktivität des Vereins zum Erliegen. Nach dem Krieg, im Jahre 1952 wurde unter der Leitung von Anton Maier aus Thonbach der Verein wieder aktiv.

Unter dem Motto „Die neue Fahne soll eine Fahne des Friedens sein“ fand am 20. und 21. Juli 1968 eine große Fahnenweihe statt. Insgesamt 91 Vereine und 3 Musikkapellen begleiteten die neue Fahne zum Altar, wo sie von Dekan Neubauer gesegnet wurde. 1971 beschloss man, auch aktive und ehemalige Bundeswehrsoldaten als Mitglieder aufzunehmen. Das führte zur Umbenennung des Vereins auf den Namen Veteranen- und Soldatenkameradschaft Isen. Nach dem Tod von Martin Linderer im Jahre 1975 wählte die Versammlung Bartholomäus Rumpfinger zum Vorstand. Aber noch im selben Jahr trat er zurück und wurde von Alois Spagl abgelöst. Spagl blieb bis zu seinem Tod im Jahre 2001 erster Vorsitzender.

Seit dem 10. März 2002 ist Michael Betz Vorsitzender. Bei der Hauptversammlung 2004 beschloss man, auch Männer und Frauen in den Verein aufzunehmen, die keine Soldaten sind oder waren. Dazu war eine Abänderung der Satzung nötig, die mit wenigen Gegenstimmen genehmigt wurde.  az

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