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Bravouröser Fastenprediger: Bruder Isenator (Rul Kellner) hatte deftige Sprüche parat. 

Starkbierfest 

„Hauch von Neapel“ in Isen

Deftig, inspirierend, unterhaltsam: das Isener Starkbierfest hatte viele Höhepunkt – zum Beispiel Bruder Insenators Tiraden über das Gelbe-Sack-Dilemma.

IsenTrotz konkurrierender Veranstaltungen war beim Isener Starkbierfest die Hütte voll. Die Fußballer hatten die „Alte Turnhalle“ auf das Ereignis des Jahres getrimmt, so dass einer begeisternden Fastenpredigt und inspirierten Sketchen nichts mehr im Wege stand. So mancher im Publikum musste den Kopf einziehen, aber trotz deftiger Sprüche ging es nie unter die Gürtellinie.

Selbstverständlich hatte Bruder Isenator (Rul Kellner) auch Bürgermeister Siegfried Fischer und Pfarrer Josef Kriechbaumer auf seinem Zettel. Letzterem attestierte der Fastenprediger eine ausgeprägte Vorliebe für Gruppenreisen: „Hätt’ er ned Theologie studiert, hätt er in am Reisebüro zum Arbadn ogfangt.“ Nicht immer von Erfolg gekrönt sei Kriechbaumers zweite Leidenschaft, das Segnen („Im Falle eines Falles, unser Pfarrer segnet alles“). Trotz Segnung sei bei „Biancas Treff“ schon nach vier Wochen wieder Schluss gewesen. Das neue Schnauppinger Feuerwehrauto funktioniere hingegen noch, wunderte sich Isenator.

Dass der Bürgermeister beim Frühjahrskonzert in der zweiten Reihe sitzen musste, war für den Prediger leicht zu erklären. Fischer habe den Festkalender der Blaskapelle zum 60. Jubiläum durcheinander gebracht, indem er den Volksfestsonntag, entgegen der Gepflogenheiten, auf den 1. Juli datierte. „Leg dich nicht mit der Blaskapelle an“, mahnte der Prediger. Weiter erfuhr die Fastengemeinde, warum es das Schicksal mit Eugen Oberpriller nicht gut meint: „Der einzige leibhaftige Isener Metzger wird 60 – am Karfreitag.“

Beste Stimmung herrschte beim Isener Starkbierfest. Das Bier schmeckte, die Musik von Gams‘n‘Roses passte. 

Viele Lacher gab es beim Thema Gelbe Säcke, das den Besuchern bestens vertraut schien. Ein Fehler im Entsorgungskalender habe dazu geführt, dass „ein Hauch von Neapel durch Isens Straßen“ weht und die Sammelstellen für „viele verzweifelte Isener ein Ort der Begegnung“ sind. Das Gelbe-Säcke-Dilemma griffen auch Kurbe Niedermeier und Florian Brenner auf, die durch das Programm führten und mit ihrer Witze-Parade glänzten.

Musikalisch verarbeiteten Kellner und Susanne Fehmer die unzähligen Baustellen und Staus in der Region, indem sie frei nach Frank und Nancy Sinatras Duett-Hit „Something stupid“ die unfreiwillige „Entschleunigung“ besangen. Fehmer hatte als Chantal Kramer noch zwei weitere Einsätze. Nach einem Vortrag über den Irrwitz kommunaler Abwasser-Berechnung musste die gebürtige Kielerin zur allgemeinen Freude als „Dolmetscherin für Neubürger“ bei den Gstanzln herhalten. Zuvor hatte Martin Mittermaier die Nöte eines Isener Fußballmanagers beklagt. Als Manfred Grosse ließ er die Trainerwechsel der vergangenen Jahre Revue passieren und warnte: „Der nächste Trainer wird eine Frau.“ Im Anschluss durfte der echte Mane auf der Bühne Einwurf üben.

Alle Erwartungen erfüllten „Gams’n’Roses“ mit Lugge Vitzthum, Gustl Erl und Frontmann Jacky Cleever. Nach traditionellen Volksfest-Standards gab es mit handgemachtem Rock’n’Roll vom Feinsten sogar bei ausgesprochenen Nichttänzern kein Halten mehr. az

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