+
Brillieren in ihren Rollen  Sylvia Drasch, Barbara Wimmer und Martina Nicolai.

Theaterverein Isen

Viel Komik und ein bisschen Tragik

Der Theaterverein Isen bringt derzeit die Komödie „Eine ganz heiße Nummer“ auf die Bühne. Es gibt noch Restkarten für die gelungene Aufführung.

Isen – Mit einer perfekt austarierten Mischung aus viel Komik und einer Spur Tragik begeistert der Theaterverein Isen derzeit das Publikum. Denn so lustig es ist, wenn Frau aus Erwerbsgründen beim Telefonsex in den Telefonhörer stöhnt, oder der Opa mit Pornoheftl und Bier auf dem Klo verschwindet, gibt es im Stück von Andrea Sixt auch eine zweite Ebene. Ernstes Thema, auch wenn es lustig abgehandelt wird, ist der Strukturwandel auf dem Land, der mit Arbeitslosigkeit und dem Sterben der kleinen Läden einhergeht.

Dass „Eine ganz heiße Nummer“ nicht zum deftigen Schwank verkommt, ist den schauspielerischen Leistungen der Laiendarsteller, allen voran den drei Damen aus dem Kramerladen, und der einfallsreichen Inszenierung zu verdanken. Wie sich Barbara Wimmer, Martina Nicolai und Sylvia Drasch langsam in ihr neues Metier einarbeiten, verursacht bei den Besuchern zurecht Begeisterungsausbrüche. Da wird mit dem empörten „Du Sau!“, der Telefonhörer auf die Gabel geknallt oder ein Anrufer als „Bambiesler“ beschimpft. Dank der Sexmagazine des Opas (der äußerst sehenswert von Neuzugang Christian Rehm dargestellt wird), der Lektüre von „Die Geschichte der O“ und einem Besuch im Sexshop mutieren die drei Landeier zu Maja, Lady Sarah und Lolita. Sie sind mit ihrer bairisch-rustikalen Sexhotline so erfolgreich, dass die Tilgung des Bankkredits in greifbare Nähe rückt. Wäre da nicht die intrigante Bürgermeistersgattin.

Die neue Einkommensquelle ist der ebenso scharfzüngigen wie vorgeblich sittenstrengen Leiterin der Frauengemeinschaft ein Dorn im Auge. Karo Zacherl versteht es, der Figur (die im Film von Monika Gruber dargestellt wird) einen eigenen, aber nicht minder überzeugenden Charakter zu verleihen.

Auch die weiteren Rollen sind treffend besetzt. Bernhard Thalhammer mimt den Pfarrer, der nicht nur am Seelenheil seiner (weiblichen) Gemeindemitglieder interessiert ist. Die neuen Ensemblemitglieder Christian Lämmlein und Alexander Angermaier geben den verzweifelten Ehemann Heinz und den jugendlichen Verehrer. Und Rainer Annuscheit kommt als Anrufer der heißen Maya auch menschlich näher. Ein Extralob verdient das Bühnenbild. Großformatige Fotos, die der Isener Fotograf Stefan Böld beigesteuert hat, lassen noch einmal den inzwischen geschlossenen Isener Kramerladen von Volker Neef lebendig werden.

Die Inszenierung von Bernhard Thalhammer und Rainer Annuscheit löst raffiniert den Szenenwechsel. Statt Umbauarbeiten wird auf verschiedenen Bühnen gespielt, Vorhänge machen Straßen- oder Kirchenszenen möglich. Der Sexshop entsteht mittels Projektion.

Hinter der Bühne sind Sibylle Brenninger und Finn-Arne Fehmer für die Beleuchtung, James Riedl und Franz Drasch für den Ton verantwortlich. Die Kostüme stammen von Felicitas Finauer, für die Maske ist Marlene Angermaier zuständig. Der Bühnenbau stammt von Barbara Wimmer und Martina Nicolai, für die Requiste zeichnet Stephanie Wimmer verantwortlich. Anne Huber

Weitere Aufführungen

am Freitag, 27. April, 20 Uhr, am Sonntag, 29. April,19 Uhr, am Montag, 30. April, 20 Uhr. Restkarten gibt es an der Abendkasse. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Riesensaustall“ Breitbandausbau
Alles andere als rund läuft’s in Buch am Buchrain beim Breitbandausbau. Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) vermisst die Kommunikation.
„Riesensaustall“ Breitbandausbau
Tier-Leasing: Hier kauft man den Braten schon als Ferkel
Massentierhaltung ist Andrea Struck ein Dorn im Auge. Ihr liegt das Wohl von Kuh und Schwein am Herzen. Deswegen kauft die Finsinger Gemeinderätin ihr Fleisch nicht im …
Tier-Leasing: Hier kauft man den Braten schon als Ferkel
Ein kleines Grünwald für Dorfen
Etwa sechs Hektar umfasst die Fläche, auf der Freibad, Sportanlagen und Volksfestplatz liegen. Mit dem Neubau des Sport- und Freizeitzentrums am Stadtrand würde dieses …
Ein kleines Grünwald für Dorfen
Bauherren müssen mehr günstigen Wohnraum anbieten
Dorfen ist im Wandel. Der Druck durch den Zuzug ist hoch, die Stadt wächst. Das ist eine Herausforderung - und Chance. Der Kommentar zum Wochenende.
Bauherren müssen mehr günstigen Wohnraum anbieten

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.