Auf Wiedersehen: Konrektorin Christine Triska-Kowol marschiert durch das Spalier ihrer Schüler. Foto: Huber

Verabschiedung Christine Triska-Kowol

Tränen fließen, Herzen fliegen

Isen – Am Schluss flossen die Tränen dann doch noch. Wie überaus beliebt Christine Triska-Kowol ist, die Noch-Konrektorin der Isener Mittelschule und künftige Schulleiterin der Carl-Orff-Grundschule in Altenerding, und wie schwer der Abschied Schülern, Kollegen und Eltern fällt, machte der Verbrauch an Taschentüchern deutlich.

Mit gleich zwei Feiern hat die Schulfamilie Triska-Kowol Lebewohl gesagt. Nach dem Spalier, das alle Schüler ihr zu Ehren gebildet hatten, freute sich die Konrektorin, die von Ehemann und ihren beiden erwachsenen Kindern begleitet wurde, an Liedern, Tanz und Sketchen. Liebevoll charakterisierten die Schüler der 2a ihre Lehrerin, die zu Beginn eines neuen Turnus’ schon mal die Namen der aktuellen Schüler mit denen ihrer Geschwister verwechselte, die in früheren Jahren von ihr unterrichtet worden waren. Kein Wunder, ist es doch 24 Jahre her, seit die Pädagogin ihre „erste erste Klasse“ in Isen unterrichtet hat.

2005 wurde ihr Wunsch wahr, als Konrektorin „mehr Verantwortung tragen zu dürfen“. Als ihr Mentor, Freund und Vorgesetzter Anton Kremser erkrankte, wurde daraus eine „stellvertretende Schulleitung ohne doppelten Boden“. Eine Verantwortung, die sie, wie sie sagte, nur mit Hilfe des Kollegiums habe tragen können. Die ihr aber auch viel Freude bereitet habe: „Mein Gefallen an Herausforderungen wuchs und mir war klar, ich will eine eigene Schulleitung“. Seit Februar weiß sie, dass ihre neue Wirkungsstätte in Altenerding sein wird.

Triska-Kowols besonderer Dank galt ihrer Familie, die sie mit Geduld, Nachsicht und Toleranz unterstützt habe. Auch wenn sie „mit einem lachenden und zwei weinenden“ Auge vor den Gästen der Abschiedsfeier stehe, „gibt es keine Zerrissenheit in meinem Herzen“. Die Bande nach Isen würden auch durch die neue Schulleiterstelle nicht reißen, versprach sie.

Wie groß die Wertschätzung ist, die Triska-Kowol in Isen genießt, hatten nicht nur die Schüler mit ihrer Abschiedsfeier deutlich gemacht, bei der – wie Schulleiter Michael Oberhofer sagte – der scheidenden Konrektorin nicht nur Hunderte von Papierherzen zugeflogen waren.

„Es kommt nicht oft vor, dass gleich zwei Bürgermeister erscheinen“, sagte Bürgermeister Siegfried Fischer in seinem Grußwort. „Da muss man entweder sehr, sehr alt sein oder etwas ganz Besonderes geleistet haben“. Dass es sich bei der Konrektorin persönlich und beruflich um eine ganz besondere Person handelt, betonte nicht nur Fischer, der sich fragte, „wie die Lücke geschlossen werden kann“, die Triska-Kowol hinterlässt. Auch seine Kollegin Eva Pfennig wird das „fröhliche Gesicht der Schule“ vermissen. Die Bürgermeister lobten neben der von Ehrlichkeit und Offenheit geprägten Zusammenarbeit auch die pädagogische Sensibilität der Lehrerin. „Sie haben die Kinder so genommen, wie sie sind“, sagte Pfennig, „die Schüler standen bei Ihnen immer an erster Stelle“.

Emotional fielen auch die Verabschiedungen der Elternbeiratsvorsitzenden Gisela Hämmerle und des Kollegiums aus. „Du warst die wahre Seele dieser Schule“, sagte Hämmerle. Triska-Kowols Kollegen besangen zu Abbas Mamma Mia, das sie zu „Mamma unser“ umdichteten, die besondere Rolle, die die Konrektorin bei Kollegen, Schülern und Eltern hat.

Musikalischer Höhepunkt der Feier war der Auftritt von Triska-Kowols Sohn Paul, der derzeit als Singer-Songwriter reüssiert. Das überdimensionale Taschentuch, das die Schüler der Lehrerin überreicht hatten, blieb wie die Handtuchrolle, die die Kollegen vorsorglich bereit gestellt hatten, zwar unangetastet. Dass die Tränen bei Triska-Kowol und zahlreichen Gästen dennoch flossen, hängt mit den für alle Beteiligten „vielen glücklichen Jahren“ zusammen, die die Erst- und Zweitklasslehrerin an der Isener Schule verbracht hat. Und trotz des Trennungsschmerzes den Wünschen für weitere glückliche Jahre in Altenerding.

Anne Huber

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