Gemeinderat

Isen: Trinkwasserspeicher in trockenen Tüchern

Isen - Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Seit Jahren ist der Sanierungsbedarf des Wasserhochbehälters in der Münchner Straße in Isen bekannt. Jetzt hat der Gemeinderat den Neubau des Trinkwasserspeichers beschlossen

Bereits im Jahr 2004 war eine erste Vorplanung konzipiert worden. Nachdem das Wasserwirtschaftsamt im vergangenen Jahr der kommunalen Wasserversorgung für die nächsten 25 Jahre grünes Licht gegeben hatte, haben Isens Gemeinderäte jetzt den Neubau des Trinkwasserspeichers beschlossen.

Entstehen soll der neue Hochbehälter, dessen zwei Wasserkammern ein Gesamtvolumen von 700 Kubikmeter besitzen sollen, am jetzigen Standort. Dieser hat sich in der Vorplanung, die das Ingenieurbüro Hausmann und Rieger erstellt hat, mit Gesamtkosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro als die kostengünstigste Variante herausgestellt.

Wie Bernhard Wernthaler, Projektleiter des Ingenieurbüros für Neubau und Sanierung von Wasserversorgungsanlagen, den Räten erläuterte, bezieht der Markt Isen für sein Kerngebiet Wasser aus den Loipfinger Quellen, von denen aus es im freien Gefälle zum Hochbehälter in der Münchner Straße fließt. Von dort aus kommt es entweder im freien Gefälle zum Verbraucher (Niederzone im Osten des Ortsgebiets) oder wird durch ein separates Pumpwerk in die Hochzone gepumpt.

Seit 2004 ist der umfangreiche Sanierungsbedarf bekannt; die beiden älteren Teile der Anlage wurden wegen Problemen mit der Trinkwasserqualität bereits außer Betrieb genommen. Die aktualisierte Planung des Ingenieurbüros sieht vor, statt den Hochbehälter zu sanieren, einen Neubau zu errichten. Dieser soll ein Volumen von 700 Kubikmetern besitzen (bisher 400), außerdem soll neben dem Pumpwerk auch die UV-Anlage, die sich momentan in der ehemaligen Pumpstation Urtlmühle befindet, in einem Maschinenhaus am Standort Münchner Straße untergebracht werden.

In die Planung seien, so Wernthaler, nicht nur der tatsächliche Wasserbedarf, der bei durchschnittlich 160 000 Kubikmeter jährlich und 438 Kubikmeter täglich liege, eingeflossen. Um ausreichendes Speichervolumen zu erhalten, wurden auch die maximalen Verbrauche (903 Kubikmeter täglich) ermittelt. Nach Addition der Löschwasserreserve und Abzug der Versorgung über den Notverbund des Wasserzweckverbandes Mittbachgruppe lag das benötige Speichervolumen bei 700 Kubikmeter.

Ob dieses Volumen tatsächlich nötig sei, wollte Gemeinderat Florian Geiger (Grüne) wissen. Er sah im kleineren Volumen („400 Kubikmeter funktionieren in der Praxis“) eine mögliche Kostenersparnis. „Solange kein Problem auftritt, können Sie alles machen“, entgegnete Wernthaler. Aus Sicherheitsgründen sei es allerdings notwendig, den maximalen Wasserverbrauch vorzuhalten.

Kein Problem sahen die Räte im Standort Münchner/Ecke Hochstraße. Die alternativen Standorte, die wegen der Zulauf- und Entnahmeeinrichtungen im Bereich der südlichen St 2086 liegen müssten, erwiesen sich wegen des nötigen Grundstückskaufs und der Kosten für den Abbruch der bestehenden Anlage als deutlich kostenintensiver. Auch eine dauerhafte Versorgung durch den Zweckverband Mittbachgruppe schlossen die Räte aus. Da das Isener Rohrleitungsnetz nicht für eine Nutzung ohne Hochbehälter ausgelegt sei, sei auch bei dauerhafter Einspeisung durch die Mittbachgruppe ein Trinkwasserspeicher nötig.

Der Markt rechnet mit Gesamtkosten für den Neubau in Höhe von 1,7 Millionen Euro. Ob er als so genannte „Kostenrechnende Einrichtung“ gilt, wird noch geklärt. Solche Einrichtungen werden, so die Definition, ganz oder teilweise durch spezielle Entgelte finanziert. Diese Gebühren und Beiträge werden von den Bürgern entrichtet. Noch in diesem Jahr soll die Genehmigungs- und Ausführungsplanung erstellt sowie die Finanzierung abgestimmt werden. Der Baubeginn ist für 2017 vorgesehen.

Anne Huber

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bei diesen Leistungen platzt der Schulleiter vor Stolz
„Wer friert uns diesen Moment ein? Besser kann es nicht sein!“ Mit Andreas Bouranis Nummer-eins-Hit „Auf uns“ begannen die Absolventen der Herzog-Tassilo-Realschule …
Bei diesen Leistungen platzt der Schulleiter vor Stolz
ZDF dreht dritten Fall der Krimireihe „Schwarzach 23“ in Finsing
Derzeit wird in München und Umgebung der dritte Film der ZDF-Krimireihe „Schwarzach 23“ gedreht. Das Filmteam ist auch in der Gemeinde Finsing unterwegs.
ZDF dreht dritten Fall der Krimireihe „Schwarzach 23“ in Finsing
Bahnunfall bei Dorfen: Mann schwebt in Lebensgefahr
Auf der Bahnstrecke München - Mühldorf hat sich in der Nacht auf Samstag ein schwerer Bahnunfall ereignet. Ein Mann wurde kurz vor 1 Uhr auf Höhe des Bahnübergangs …
Bahnunfall bei Dorfen: Mann schwebt in Lebensgefahr
Metzgerei Wintermayr schließt
Nach fast 40-jähriger Geschäftstätigkeit in Forstern schließt die Metzgerei Wintermayr zum Monatsende. Immer weniger Kunden, immer mehr Bürokratie und keine Nachfolger: …
Metzgerei Wintermayr schließt

Kommentare