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Beeindruckt von der Leistungsbilanz der Nachbarschaftshilfe Isen waren Mitglieder und Ehrengäste bei der Generalversammlung. 

Nachbarschaftshilfe Isen

Über 4600 Stunden für Mitbürger aktiv

Seit über zehn Jahren finden Menschen, die Unterstützung brauchen, Hilfe bei der Nachbarschaftshilfe Isen. Allein im vergangenen Jahr waren die 59 Helfer 4629 Stunden damit beschäftigt, Essen zu liefern, Senioren zu betreuen oder Mitbürger zu Ärzten und Behörden zu begleiten.

Von Anne Huber

Isen – Würde das ehrenamtliche Engagement von fest angestellten Arbeitskräften mit durchschnittlich 1700 Stunden Arbeitszeit pro Jahr geleistet, wären dafür zwei Vollzeitkräfte und eine Teilzeitkraft nötig. Entsprechend positiv fiel bei der Generalversammlung der Nachbarschaftshilfe (NBH) im Isener Pfarrsaal die Würdigung aus. „Überwältigt“ war etwa Barbara Gaab, Geschäftsführerin der Caritas Erding. „Nicht verzagen, Frau Brambring fragen“, ist die Devise von Pfarrer Josef Kriechbaumer. Für ihn sei die Einsatzleiterin der NBH die erste Adresse, wenn es darum gehe, Lösungen für Menschen in Notsituationen zu finden. Auch der Isener Bürgermeister Siegfried Fischer sprach Helfern und Vorstandsmitgliedern seinen Dank aus. „Die Nachbarschaftshilfe ist für die Gemeinden sehr wichtig“, betonte er.

Über die geleistete Arbeit berichtete Einsatzleiterin Patrizia Brambring. Ob Senioren- und Familienbetreuung, kurzzeitige Körperpflege, Fahrdienste, Essen auf Rädern oder Unterstützung, Beratung und Begleitung bei der Pflege Schwerstkranker und sterbender Mitmenschen, das Spektrum der Hilfeleistungen ist beachtlich. Daneben bietet die NBH dreimal wöchentlich einen offenen Treff in der Bischof-Josef-Straße 14 an. „Nutzen Sie diese wichtige, kraftvolle Atempause“, appellierte Brambring an die pflegenden Angehörigen von Demenzkranken, ihre Familienangehörigen montags von 14 bis 16 Uhr von geschulten Kräften betreuen zu lassen.

An einsame oder alte Menschen wenden sich zwei weitere Termine im Nachbarschaftstreff, wo dienstags und freitags ein gemeinsames Mittagessen und ein buntes Programm auf der Tagesordnung stehen. „Alle Nachmittage sind zum Wohlfühlen in ruhiger und heiterer Atmosphäre“, betonte Brambring. „Jeder von uns kann plötzlich und unerwartet in eine Situation kommen, in der Hilfe, Rat, Unterstützung oder einfach nur ein offenes Ohr benötigt wird. Zögern Sie nicht, jederzeit Kontakt zu uns aufzunehmen“, sagte sie.

Dass die NBH trotz hoher Ausgaben finanziell gut dasteht, ist der hohen Spendenbereitschaft der Bürger zu verdanken: 26 000 Euro Spendengelder flossen im vergangenen Jahr in die Kasse. Der besondere Dank von Kassier Matthias Brenner galt dem Autohaus Perzl in Pemmering, das alle Wartungsarbeiten und Reparaturen für das NBH-Fahrzeug kostenlos übernimmt.

Auf die Pflegereform ging Manuela Ziegler, Pflegedienstleiterin der Caritas Sozialstation in Erding, in ihrem Referat ein. Sie beleuchtete nicht nur die wichtigsten Neuerungen der Reform, sondern fand auch kritische Worte. So würde der neue, auf Demenzkranke zugeschnittene Begriff der Pflegebedürftigkeit zu 500 000 zusätzlichen Anspruchsberechtigten führen. Gleichzeitig habe man den Anspruch, „dass Pflege nicht mehr kosten soll als bisher“. Als Verlierer der Reform sah Ziegler Menschen, die körperlich eingeschränkt sind: „Für sie wird künftig das Geld fehlen.“

Zweifel hatte sie an der Praktikabilität der Beurteilung, bei der 65 Teilbereiche abgeklopft werden. „Allein eine vernünftige Anamnese dauert eine Stunde. Wie das alles in zwei Stunden zu schaffen sein soll, ist mir nicht klar“, meinte sie.

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