Gut behütet: Die Kinder waren vorschriftsmäßig mit Schutzhelmen ausgerüstet. Foto: ahu

Thema Baustoff-Recycling

Umweltunterricht in der Kiesgrube

Isen - Eine Gruppe von Grundschulkindern durfte in einer Kiesgrube in Isen riesige Baumschinen bewundern. Hintergrund der Exkursion war der Umweltunterricht und hier ganz speziell das Thema Recycling.

Mineralische Baustoffe, wie sie beim Abriss von Gebäuden anfallen, sind viel zu wertvoll, um sie auf der Deponie landen zu lassen. In der Kiesgruppe des Isener Fuhr- und Erdbauunternehmens Robert Hiermann konnten Kinder dabei zusehen, wie Bauschutt zu neuen hochwertigen Baumaterialien aufgearbeitet wird. Mit von der Partie waren der Crusher Mc Closkey J 40 V 2 und die Siebanlage R 70, die von der Hohenlindener Firma Kuhn einem interessierten Fachpublikum vorgestellt wurden, sowie die Klasse 2b der Grundschule Rechtmehring-Maitenbeth. Zusammen mit ihrer Lehrerin Sabine Fädtke staunten die Kinder am Schluss ihrer Exkursion in die Geologie ihrer Heimat über die relativ leise Anlage.

„Die Umwelt nicht außer Acht lassen“, dieser Grundsatz habe sich auch in der Baubranche durchgesetzt, berichtet Kuhn-Verkaufsleiter Albert Gruber. Die Vorteile der vorgestellten Sieb- und Pressanlage bestünden darin, dass die Maschine rußfrei arbeite und deswegen sogar ohne Dieselrußpartikelfilter auskomme. Außerdem seien die Schallemissionen sehr gering. Tatsächlich können sich Gruber und Produktspezialist Helmut Götz ohne zu schreien verständlich machen und das, obwohl sie nur wenige Meter von der Riesenmaschine entfernt stehen.

Um die Anlage zu bedienen ist nur eine Arbeitskraft notwendig. Die steuert vom Bagger aus, wie schnell die J 40 V 2 läuft. Metall oder Styropor im Bauschutt sind kein Problem, diese Materialien werden von Magnet und Gebläse aussortiert. Außerdem sei die Anlage trotz ihrer Größe für den Einsatz vor Ort geeignet, was den Lkw-Verkehr erheblich reduziere, weil zum Beispiel der Straßenaufbruch direkt recycelt werden könne, berichtet Gruber.

Das Endprodukt, das von den Förderbändern fällt, wird vor allem für den Straßenbau verwendet. Auch Bauunternehmer Martin Angermaier aus Isen, der mit seinem Lastwagen wartet, bis Maschinenführer Peter Salter genug Betonabbruch durch das Brechmaul gelassen hat, schätzt die guten Eigenschaften des Recycling-Baustoffs für den Straßen- und Wegebau. Heute ist Angermaier an dem relativ kleinstückigen Bauschutt interessiert, den er für den Straßenoberbau braucht.

Inzwischen werden in Deutschland laut Bundesgütegemeinschaft Recycling-Baustoffe über 90 Prozent der Bau- und Abbruchabfälle recycelt und verwertet. Respektable Zahlen, für die sich die Buben und Mädchen der 2b allerdings nach einem Vormittag in Wald, Flur und Kiesgrube nicht mehr interessieren. Sie steuern das für die Gäste vorbereitete Zelt an, wo sie eine stärkende Brotzeit erwartet.

Anne Huber

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