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Ungewöhnliche Vernissage: Claus Langheinrich (M.), ausgerüstet mit Stirnlampe, führte seine Besucher durch die Ausstellung und erläuterte seine Bilder. Mit dabei waren auch (v. l.): Eva Pfennig, Alexander Gohlke, Lothar Ritze-Bodenstein, Johann Luber und Rita Langheinrich. 

Vernissage Claus Langheinrich 

Träume fürs Kopfkino

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Bereits zum vierten Mal stellt der Lengdorfer Fotograf Claus Langheinrich in der VR-Bank Isen aus. „Träume“ sind dieses Mal sein Thema. Die Ausstellung ist noch bis7. Februar zu sehen.

IsenLeute, die am späten Abend mit einer Taschenlampe in einem Bankgebäude herumleuchten, führen entweder nichts Gutes im Schilde oder gehören zum Wachdienst. In diesem Fall waren es Gäste der Vernissage von Claus Langheinrich in der VR-Bank Isen.

Der Name Langheinrich steht für Fotografien der besonderen Art. Bereits zum vierten Mal stellt der Fotokünstler in der Isener Bank aus. „Träume“ sind dieses Mal sein großes Thema, das er auf 32 großformatigen Farb- und Schwarzweißfotos ausstellt. Bis zum 7. Februar können Interessenten die Bilder in der Schalterhalle während der Öffnungszeiten begutachten.

Das Privileg, die Fotocollagen in einem besonderen Licht – also bei Nacht und im Schein einer Taschenlampe – zu betrachten, hatten nur die Gäste der Eröffnungsfeier. Zu den Besuchern, die Hausherr Johann Luber, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Erding, begrüßte, gehörten Lothar Ritze-Bodenstein, Vorsitzender des Fotoclubs Erding, Alexander Gohlke, bayrischer Landesvorsitzender des Deutschen Verbandes für Fotografie, und Isens Vizebürgermeisterin Eva Pfennig. Luber, selbst Mitglied im Fotoclub Erding, ging in seiner kurzen Eröffnungsansprache kurz auf ein Zitat von Brigitte Holzinger, Leiterin des Wiener Traumforschungsinstitutes, ein: Träume seien Gefühle, die in bewegten Bildern dargestellt werden. „Aus Emotionen, Freude und Ängsten wird ein sichtbarer Film“, sagte Luber. Langheinrich würde noch eins draufsetzen, in dem er diese Filme auf die Quintessenz, ein einziges Bild, reduziere.

Pfennig ging auf die Taschenlampe ein. „So erfasst man nur einen Teil des Bildes. Und jeder Betrachter sieht dann einen anderen Teil und hat eine völlig andere Vorstellung, wie das Bild komplett aussieht“, so Pfennig. Sie verglich diese Art der Betrachtung mit dem Gleichnis der blinden Männer und dem Elefanten. Jeder von ihnen soll nur einen einzigen Teil befühlen und dann sagen, was es für ein Tier ist. „Einer fasst an den Fuß und weiß sofort, was hier für ein großes Tier steht. Ein anderer erwischt den Rüssel und denkt, es sei der Arm eines Menschen.“ So würde sich zeigen, das jeder Realität anders sieht und dass es auch auf den Blickwinkel ankommt.

„In den Träumen treten wir in Kontakt zu unseren Gefühlen, Erinnerungen, Hoffnungen und Ängsten“, erklärte der Fotokünstler selbst. Das geschehe überwiegend nachts. „Beim Einschlafen entschwindet auch das Bewusstsein und das Unterbewusstsein wird wach“, sagte Langheinrich. Ein Fenster zur Seele öffne sich, zum zweiten Bewusstseinszustand. Teils wirre Bilder entstehen im Kopf, auch von Menschen und Dingen, die in der Realität gar nicht zusammengehören.

So sind auch Langheinrichs Traum-Bilder aufgebaut, als Kompositionen verschiedener Motive, die in einzelnen, neuen Szenen, teils auch surreal, zusammengestellt sind.

Musikalisch begleitet wurde der Abend von einem jungen Jazz-Ensemble der Kreismusikschule Erding unter der Leitung von Dieter Knirsch – passend mit Stücken wie „Night Train“ und „Night and Day“.

von Henry Dinger

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