Die Redner beim Neujahrsempfang: (v. l.) Bürgermeister Siegfried Fischer, Pfarrer Josef Kriechbaumer und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Irmgard Hibler hielten die Ansprachen. Foto: Huber

Neujahrsempfang Isen

Warnung vor rechten Populisten

Isen – Beim Neujahrsempfang in Isen haben Pfarrer Josef Kriechbaumer und Bürgermeister Siegfried Fischer eindringlich vor dem erstarkenden Populismus in Deutschland gewarnt.

„Lassen Sie sich von rechten Populisten nicht aus der Ruhe bringen“, appellierte Kriechbaumer an die Gäste. Statt „alles mies und schlecht zu reden“, wünschte sich Kriechbaumer, dass mit Hoffnung und Optimismus an die vielfältigen Aufgaben unserer Zeit herangegangen werde.

Ob Integration der Geflüchteten, Beschaffung von Wohnraum, Sicherung der Renten, „unsere Aufgabe ist es, für alle Altersschichten einen guten Start zu ermöglichen“, sagte der Pfarrer. Kraft und Hoffnung könne aus dem Glauben an Gott geschöpft werden. „Wer glaubt, ist nie allein“, zitierte Kriechbaumer Papst Benedikt XVI. Der Dekan erinnerte auch an die Höhepunkte des vergangenen Jahres wie die Primiz von Tobias Prinzhorn in Pemmering. 2017 biete mit der 150-Jahrfeier der Veteranen- und Soldatenkameradschaft und dem 70. Geburtstag der Katholischen Landjugenden Isen und Pemmering Feste, auf die man sich bereits jetzt freuen könne.

Weniger optimistisch fiel der Jahresrückblick von Bürgermeister Siegfried Fischer aus. 2016 sei „kein gutes Jahr gewesen“, sagte er, ich hoffe auf ein besseres 2017“. So sei das vergangene Jahr von Todesfällen junger Mitbürger, krankheitsbedingten Engpässen in der Verwaltung und eine Zerstörungsserie gekennzeichnet gewesen. Mut machten ihm bei all den Einbrüchen, kaputten Scheiben und Zündeleien, die Menschen, „die auf unserer gemeinsames Eigentum achten, die sich kümmern um einander und einsetzten für andere, und die, gottlob, weit, weit zahlreicher sind als jene, die kaputtmachen und zerstören“.

Doch Fischer griff in seiner Ansprache weiter aus: Er warnte vor den Kräften, „die uns die Freiheit, so zu leben, wie er es wollen“, aus den Händen reißen wollten. Dass das schrecklich unsympathische „postfaktisch“ zum Wort des Jahres gemacht wurde, habe ihn zunächst irritiert. Doch die Botschaft, die die Gesellschaft für Deutsche Sprache offensichtlich mit der Wahl dieses Wortes verbunden habe, „müsste uns eigentlich aufschrecken“. Sei damit doch eine Politik gekennzeichnet, „in der Fakten und Wahrheiten nicht zählen, das Gesagte nichts gilt und Minderheiten zu Schuldigen gemacht werden“. Sorge bereitet dem Bürgermeister auch die zunehmende Verrohrung der Sprache. „Hasssprache erhöht die Bereitschaft, selbst gewaltbereit zu handeln“, sagte er. Mit Sanierung der Schule, der Erweiterung des Kinderhauses, der Erneuerung der Wasserversorgung stehe Isen vor großen Herausforderungen. „Die Lösungen müssen wir finden“, sagte Fischer.

Als Dank an Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren, verstand Pfarrgemeinderatsvorsitzende Irmgard Hibler ihre Rede. „Durch Ihr Engagement und Ihren Einsatz leisten Sie wertvolle Arbeit“, sagte sie. Ohne Ehrenamt gäbe es weder Feste, noch Nachbarschaftshilfe, Helferkreis, Feuerwehr oder kirchliche Jugendarbeit. „Bleiben Sie so, wie Sie sind, und bringen Sie Ihr wertvollstes Gut - sich selbst – auch in der kommenden Zeit in unser Gemeindeleben ein“, bat sie.

Zum Neujahrsempfang im Pfarrheim lädt der Pfarrverband jährlich Vertreter aus Politik und Gesellschaft ein. Unter den Gästen waren in diesem Jahr die evangelische Pfarrerin Ruth Nun aus Haag sowie Repräsentanten des Islamischen Kulturzentrums. Die Bewirtung lag in den Händen der Katholischen Frauengemeinschaft, für die musikalische Umrahmung sorgten Musiker der Blaskapelle Isen.  ahu

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