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Politik am Stammtisch: Bundestagsabgeordneter Tobias Zech (M.) diskutierte mit Isener CSU-Mitgliedern.

CSU Isen

Weltpolitik bei Weißwurst und Weißbier

Über den kommunalpolitischen Tellerrand will der CSU-Ortsverband Isen bei seinen politischen Stammtischen schauen. Tobias Zech, Bundestagsabgeordneter aus Garching/Alz, erlaubte als jüngster Gast den Besuchern einen Blick auf die aktuelle Sozialpolitik der Großen Koalition und ging auf die Erfordernisse einer nachhaltigen Entwicklungspolitik ein.

Isen – Auf den Tischen stehen weiß-blaue Fähnchen mit CSU-Schriftzug und gefüllte Weißbiergläser, die Bedienung serviert Weißwürste. Trotz traditionellem Stammtisch-Flair hat sich der Isener CSU-Vorsitzende Oliver Schmidt etwas Neues einfallen lassen. Statt den Abgeordneten nur referieren zu lassen, konfrontiert er ihn mit konkreten Fragen. Das Gespräch lenkt Schmidt zunächst auf den SPD-Kanzlerkandidaten und die Frage nach sozialer Gerechtigkeit in Deutschland.

„Wenn Martin Schulz sagt, es fehlt an sozialer Gerechtigkeit, dann lügt er“, wird Zech deutlich. Schulz spiele, wie die AfD, mit den Ängsten der Menschen. „Uns ist es noch nie so gut gegangen wie jetzt“, sagt der 35-Jährige, der sich seine Sporen in der JU verdient hat und als 20-Jähriger erstmals in den Gemeinderat gewählt wurde. Viel wichtiger, als darüber zu sprechen, wie die Sozialleistungen aussehen sollen, sei es, dafür zu sorgen, „dass die Wirtschaft funktioniert“, beschreibt er seine Position.

Differenzierter wird der Abgeordnete, wenn es um seine Arbeit im Ausschuss Wirtschaftliche Zusammenarbeit und als Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates geht. Großes Anliegen sei ihm die Lage im Libanon, wo mittlerweile auf einen Einwohner zwei Flüchtlinge kommen. „Stellt euch vor, es kommen 10 000 Flüchtlinge nach Isen“, fordert er die Besucher auf. Dann werde auch in Isen die Infrastruktur kollabieren. „Den Bürgermeistern, denen wir helfen, geht es nicht um Korruption, die kämpfen ums nackte Überleben“, beantwortet er die Frage, ob Bestechlichkeit ein Problem sei.

Mit „wir“ meint Zech auch den Verein Orienthelfer von Christian Springer. Als Beispiel für die Zusammenarbeit des Freistaats mit den Orienthelfern nennt er das Handwerkerhaus an der Grenze zu Syrien. Zech, der Springer gut kennt (über unterschiedliche politische Positionen werde nicht gesprochen, sagt er) hat den Kontakt zwischen Regierung und dem Kabarettisten vermittelt. Die Lage in Syrien werde sich erst beruhigen, wenn Waffenstillstand herrsche, ist sich der Abgeordnete sicher. Um Sicherheitszonen zu errichten, sei es notwendig, mit „der Regierung auf Arbeitsebene diplomatisch zu sprechen“.

Dann geht es noch einmal um die AfD. Eine Koalition mit der AfD – sie erscheint einem Besucher durchaus machbar – schließt Zech für sich aus. Vor allem stößt er sich an der „ekelerregenden“ Bezeichnung „Denkmal der Schande“ für das Holocaustdenkmal. Zechs Favorit ist eine schwarz-gelbe Koalition. „Wenn wir so bleiben, wie wir sind, präsent und nicht abgehoben, können wir das auch schaffen“.

Anne Huber

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