Ein außergewöhnliches Klangerlebnis: Die Solisten (v. l.) Lorenz Gömbi, Susanne Buchholz und Rosa Obermaier beim Konzert in der Kirche St. Zeno. Foto: immerer

Solisten in St. Zeno

Wenn die Kirche zum Konzertsaal wird

Isen – Bereits zum vierten Mal wurde das Solistenkonzert in der Vorhalle der Isener Pfarrkirche Sankt Zeno veranstaltet und es scheint, als ob Programmgestaltung und Umsetzung jedes Mal eine qualitative Steigerung erfahren.

Initiator Lorenz Gömbi hatte auch dieses Mal geistliche Musik aus vier Jahrhunderten für Singstimmen und Streicher-Ensemble ausgesucht und zum Teil selbst bearbeitet.

Eine gelungene Idee des Isener Kirchenmusikers war das Intro „Ave maris stella“ des zeitgenössischen Komponisten Emanuel Schmitt, gespielt an der Kirchenorgel und nur durch das offene Portal vernehmbar. Es war wie ein sanftes Heranführen an die anschließenden Stücke von Johann Sebastian Bach und Dietrich Buxtehude, die als Meister des Barock gelten. Die verspielten, mehrschichtigen Kompositionen „Dir, dir Jehova will ich singen“ und „Wie soll ich dich empfangen“ scheinen wie gemacht für die herausragende Akustik der Vorhalle.

Den ersten Höhepunkt liefert jedoch das Stück „Salve Regina“ des relativ unbekannten Vertreters der Romantik, Johann Baptist Vanhal, bei dem vor allem die Singstimmen gefordert sind. Auf der akzentuierten Basslinie Gömbis meistern Susanne Buchholz (Sopran) und Rosa Obermaier (Mezzosopran) die Höchstschwierigkeiten bravourös.

Voll zur Geltung kommt der Gesang in den Solostücken „Laudamus te“ (Obermaier), nur begleitet von Cembalo-Klängen und Hagerers „Salve Regina“ (Buchholz). Besonders angetan hat es den Protagonisten die Messe in B-Dur des Klassik-Komponisten Anton Diabelli. Hier sind alle mit sichtbarem Spaß bei der Sache. Die Musiker Josef Reichl (Orgel), Ursula Karl (Violoncello), Doris Danzer und Marjorie Danzer (beide Violine) demonstrierten ihre Virtuosität mit zwei Instrumentalstücken von Antonio Vivaldi. Ein entfesseltes Cello und wettstreitende Violinen sorgten für absoluten Hörgenuss.

Für ihren lang anhaltenden Applaus wurden die Zuschauer mit der Zugabe „Ave Maria“ belohnt. Beide Aufführungen waren bis auf den letzten Platz besetzt.

Albert Zimmerer

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