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Festredner Hans Zehetmair beklagte die „Profilarmut der politischen Landschaft.

70 JAHRE CSU ISEN

Zehetmair: Gottesbezug nicht antasten

Isen - Der CSU-Ortsverband Isen hat sein 70-jähriges Gründungsjubiläum gefeiert. Ortsvorsitzender Oliver Schmid kündigte an, er wolle die CSU in Isen wieder zur „Herzkammer des Marktgemeinderates“ machen.

Zu Gast im Isener Klementsaal waren neben rund 30 Mitgliedern zahlreiche hochrangige parteipolitische Vertreter aus Kreis, Land und Bund mit Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf an der Spitze. „70 Jahre sind eine großartige Zahl, noch großartiger ist, was man daraus gemacht hat“, fasste Festredner Hans Zehetmair Geschichte und Wirken des Ortsverbands zusammen. In seinem Rückblick auf die Parteigeschichte spannte er den Bogen von den Flügelkämpfen zwischen Josef Müller, besser bekannt als „Ochsensepp“, und Alois Hundhammer über seine Niederlage bei den Landratswahlen 1972 bis zur Historie des Isener CSU-Ortsverband.

Auf die aktuelle CSU-Politik eingehend, bekannte sich der Festredner ausdrücklich zur – aktuell vom CSU-Parteitag geforderten – deutschen Leitkultur und zur Obergrenze für Flüchtlinge. „Wir müssen klar machen, dass das Grundgesetz nicht antastbar ist, und dass der Gottesbezug nicht zur Disposition steht“, sagte er.

Als erschreckend bezeichnete der ehemalige Landrat und Staatsminister die „Profilarmut der politischen Landschaft“. Da Politik vor Ort gelebt werden müsse, sei es Aufgabe der Kommunalpolitik klare Aussagen zu machen. Doch ihm ging es nicht nur um Haltungen: „Wir haben auch die Aufgabe, Positionen zu besetzen“, bezog er sich auf die Tatsache, dass es in Isen seit 20 Jahren keinen CSU-Bürgermeister mehr gibt.

Umweltministerin Ulrike Scharf sah in der Kommunalpolitik „die Basis des politischen Wirkens“, weil dort das Gespür für das Machbare vorhanden sei. Wie ihre Parteikollegen war sie vor der Feier in Isen beim Parteitag in München gewesen, hatte aber noch einen Zwischenstopp beim FC Bayern eingelegt. Einen Zusammenhang zwischen den Ozean-Müll-Trikots („es ist wichtig, dass der Sport den Schutz von Natur und Umwelt mitträgt“) der Bayernspieler und ihrer Niederlage gegen Hoffenheim wollte sie aber nicht erkennen.

„Wir sind richtig stolz, dass wir die Isener haben, den sie haben viel zu bieten“, spielte Landrat Martin Bayerstorfer in seinem Grußwort darauf an, dass der Markt Isen erst 1972 zum Landkreis Erding gekommen war. Doch Isen habe nicht nur Blaskapelle, bischöfliche Komponente und den „kleinen Freisinger Dom“ in den Landkreis mitgebracht. Die Landkreis-CSU kam durch die Kreisreform auch zu ihrem ältesten Ortsverband. Bayerstorfer war sich aufgrund der Geschichte des Isener Ortsverbands sicher, „dass er noch viel leisten wird für den Ort und den Landkreis“.

Dem schloss sich Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz an. Er zollte dem Ortsverband Respekt, der es geschafft habe, in einer schwierigen Zeit „Menschen wieder für eine Partei zu begeistern“. Die letzten 70 Jahre seien gute Jahre für Bayern gewesen, „weil die CSU diese 70 Jahre gestaltet hat“, konstatierte er.

Optimistisch, dass die CSU auch weiterhin das Ruder im Freistaat in der Hand halten wird, gab sich Ortsvorsitzender Oliver Schmid. Seine Arbeit sei darauf ausgerichtet, sie wieder zur „Herzkammer des Marktgemeinderates“ zu machen. Daneben gelte es, „die ehemals starke Rolle im Kreis und im Bezirk wiederzubeleben. Die CSU bezeichnete er als Partei der Heimatliebe, die konsequent bürgerlich-konservative Positionen besetze und durchsetze.

Traditionell und heimatverbunden war auch der musikalische Beitrag der Blaskapelle Isen. Sie beschloss den offiziellen Teil mit der Bayernhymne.

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