Isener Kappenabend: Derblecken auf höchstem Niveau

Isen - Die gemeinhin als Generalprobe verschriene Kappenabend-Premiere offenbarte im voll besetzten Isener Klement-Saal ein Derblecken auf höchstem Niveau, mit kabarettreifem Wortwitz und inspirierten Sketchen. Das Publikum bedankte sich für kurzweilige vier Stunden mit tosendem Applaus.

Das brillante Conférencier-Duo Isabella Czech und Martin Mittermaier machte gleich von Beginn an die Marschroute deutlich: niemals unter die Gürtellinie. Mittermaiers Angebot, sich wie die Nirschl-Zwillinge aus Pemmering zwecks höherer Quote auszuziehen, lehnte Czech als zu plump ab und startete eine wortreiche Salve auf das männliche Hirn, das häufig im Notaus hänge.

Auf die Isener Eigenarten eingehend, erläuterte sie ausführlich das Schillinger-Prinzip. So lasse sich Gemeinderat Udo Schillinger von seiner Frau morgens im Wald mit der Motorsäge absetzen, um abends Testosteron-geschwängert seine Holz-Beute vorzeigen zu können.

Traumatisiert von einer gewissen Claudia, die ihn schon als Elfjährigen verfolgt habe, wagte Mittermaier einen frauenfeindlichen Witz als Mutprobe: „Was ist der Unterschied zwischen einer Hilti und einer Frau? Bei der Hilti kann man den Schlag abstellen.“

Das erwartete Thema Bio-Hotel, das am Marktplatz geplant ist und hitzige Diskussionen auslöste, wurde vom Faschingskomitee mit einer Video-Einspielung köstlich und äußerst professionell aufbereitet. Zum Song „Hotel California“ begaben sich ein Scheich im Schubkarren, ein Zigarre paffender Ami und zwei Stewardessen mit viel Gepäck auf die Odyssee vom angedachten Parkplatz zum 300 Meter entfernten Hotel-Standort.

Mit Kurbe Niedermaier durfte „Gemeindearbeiter“ Rul Kellner einen neuen, kongenialen Partner vorstellen. Gemeinsam nahm das Duo Isener Missgeschicke genüsslich aufs Korn. Zuvor hatte der Komitee-Chef zusammen mit dem zweiten Neuzugang Susanne Fehmer zur Melodie „An Tagen wie diesen“ die vermeintliche Faschingskonkurrenz aus Dorfen und St. Wolfgang derbleckt.

Für Unglücksrabe „Datscher“ aus Scheideck, der mit seiner Familie ohne Reisepass Urlaub auf den Kapverdischen Inseln machen wollte, gab Kellner zu Reinhard Meys „Über den Wolken“ ein schadenfrohes Ständchen zum Besten: „Afrika und retour an einem Tag.“

Nicht fehlen durfte der Auftritt des St. Wolfganger Prinzenpaares mit seiner Garde „Modern Art“. Ein Denkmal für Isens „Allround-Kramerladen“ Neef wurde schließlich mit einem fulminanten Finale gesetzt. Geniale Dekoration und erfrischende Charaktere, herrlich geschminkt vom Team Frieser, sorgten für einen Schenkelklopfer nach dem anderen.

(az)

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