Isens Kultspruch des Jahres: "Wir sind Fischer!"

Isen - Eine hintersinnige Wahlanalyse und zahlreiche Seitenhiebe in Richtung der NBL gab es zum Isener Starkbierfest.

Mit begeistertem Applaus hat das Publikum die Fastenpredigt von Bruder Isenator (Ludwig Viechter) quittiert. Im Brennpunkt seiner gepfefferten und mit viel schauspielerischem Können vorgetragenen "Wahlanalyse" standen der alte und neue Bürgermeister Siegfried Fischer und sein Konkurrent Rupert Fruth. Dass Viechter sein Publikum im Griff hat, bewies er mit einem Auftritt, "den", so der Vollblutkomödinat, "bestimmt im ganzen Landkreis noch kein Ort vor uns gewagt hat". Gut gelaunt kamen die rund 400 Besucher seiner Aufforderung nach und machten, frei nach der bekannten BILD-Schlagzeile, ihr gemeinsam skandiertes "Wir sind Fischer" zumindest in Isen zur Phrase des Jahres.

Doch Viechter hatte nicht nur dick aufgetragene Zustimmung in petto. "Mein lieber Siggi, dein Wahlspruch ,wo Siegfried Fischer draufsteht, ist auch Siegfried Fischer drin', das war ein bisschen unfair gegenüber deinem Kontrahenten", rügte der Fastenprediger. "Wie hätt der da noch kontern können; vielleicht mit ,Wo Rupert Fruth draufsteht, ist Maier drin'"?

Ganz genau wusste Bruder Isenator auch, warum einige Gemeinderäte nicht mehr zur Wahl angetreten sind. Schuld daran sei der große, kühl wirkende Sitzungssaal: "So was von ungemütlich, haben sie gesagt, da kannst ja überhaupt nicht mehr einschlafen". Doch gerade an der Größe des Saals zeige sich der Weitblick des Bürgermeisters. Schließlich würden künftig statt der bisherigen 22, 31 Plätze benötigt, rechnete Viechter vor. Ein freier Platz sei nämlich zwischen der angesäuerten SPD-Ortsvereinschefin Gerlinde Waxenberger und dem Listen-Überflieger Albert Zimmerer nötig, ein weiterer Stuhl müsse frei gehalten werden, weil neben der neuen Bürgerliste niemand sitzen wolle. Sieben weitere Plätze müssten allein für Notar und diverse Anwälte reserviert werden, spielte er auf die Streitigkeiten zwischen Gemeinde und Neuer Bürgerliste an.

Nicht verstehen konnte der scheinheilige Fastenprediger das schlechte Abschneiden von "Powerfrau" Kristine Kellermann. Hätte doch gerade deren "umfassendes Wissen in allen Lebensfragen" und ihre Dessouskollektion dem Gemeinderat gut getan.

Doch Viechter sezierte nicht nur genüsslich Wahlkampf und Kandidaten. Er berichtete auch, dass das Abholzen des Burgrainer Schlossbergs auf eine Wette zwischen dem Liebl Schorsch und dem Huber Franz zurückgeht, und unterbreitete einen Vorschlag, wie das Burgrainer Schloss künftig zu nutzen sei. Weil in Burgrain wirtshausmäßig nichts los sei ("Der Seiler hat zu, der Gipp hat einen Raucherclub"), eigne es sich vorzüglich als Veranstaltungsort für Metabolic Balance, die vom Isener Arzt Wolf Funfack entwickelte Diät.

Eine Abreibung gab es für die Mittbacher, die zwar niemanden auf ihre Liste ließen, aber noch größere Plagiatoren als die Chinesen seien. "Im nächsten Jahr holen die alle ihre Leiterwagerl raus und machen ihren eigenen Faschingsumzug", prophezeite er. (ahu)

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