Da geht’s lang: Kräne weisen den Weg, den der A 94-Bauabschnitt zwischen Forstinning und Pastetten nimmt. Unser Bild entstand am geplanten vorläufigen Autobahnende bei Fendsbach. Foto: Macht

Isental-Autobahn: Streit um Flughafen-Wegweiser

Hörlkofen - Im Jahr 2020 soll die A 94 durchgängig zwischen München und Passau befahrbar sein. Wo der aus Norden kommende Verkehr zum Flughafen ausgeleitet wird, darüber wird heftig diskutiert.

Wörths Bürgermeister Rudi Borgo sieht auf Hörlkofen nicht nur nach Vollendung des Bauabschnitts Forstinning – Pastetten eine Verkehrslawine zurollen. Dann liegt nämlich das vorläufige Autobahnende im Bereich Fendsbach. Er hat zudem Hinweise, dass auch nach der Fertigstellung der A 94 der von Norden kommende Verkehr zum Flughafen kurz vor seiner Gemeinde auf die Staatsstraße 2331 Hohenlinden – Erding geleitet werden soll. So will der SPD-Politiker Innenminister Joachim Hermann (CSU) bei einer Verkehrskonferenz 2008 verstanden haben. Borgo zitiert Herrmann mit den Worten, man müsse „zweibeinig aufgestellt“ sein. Und eine Weiterleitung des Verkehrs bis zu neuen Anschlussstelle Anzing – von dort geht es direkt auf die Flughafentangente Ost – sei „zu umwegig“.

Diese Einschätzung wurde gestern auf Anfrage unserer Zeitung gleich von zwei Seiten dementiert. Christian Rehm von der Autobahndirektion Südbayern erklärte: „Selbstverständlich soll die Anbindung des Flughafens nur über die FTO erfolgen. So wird auch beschildert.“ Er gab allerdings zu, dass Navigationsgeräte als kürzesten Weg auch die Route über Hörlkofen und Erding wählen könnten.

Auch Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) hat von Borgos Befürchtungen noch nichts gehört. „Da hat der Landkreis mitzureden. Eine Ausschleifung bei Fendsbach kommt nicht in Frage und steht nicht zur Debatte.“ Das Verkehrsaufkommen, das bis zum Weiterbau in Richtung Isental die Staatsstraße 2231 belasten werde, sei hoch genug. „Es kann nicht sein, dass Autofahrer auf Dauer über Hörlkofen und Erding zum Moos-Airport fahren.

Unabhängig vom Baufortschritt muss sich Hörlkofen auf deutlich mehr Verkehr einstellen. Borgo zitiert aus Prognosen, denenzufolge nach Vollendung des Abschnitts bis Pastetten 500 zusätzliche Fahrzeuge pro Tag durchs Dorf rollen werden. Ist die A 94 bis Dorfen fertig, sollen es 1400 zusätzliche Autos und Lastwagen sein. Bei einer durchgängigen A 94 dürften es sogar 2600 Fahrzeuge mehr sein.

Allen Beteiligten ist klar: Das verkraftet die Straße nicht. Vom Straßenbauamt hat Borgo die Zusage, dass der Ausbau mit der jetzt anstehenden Fortschreibung des Verkehrswegeplans in den Vordringlichen Bedarf vorrückt. Dann hat die Ertüchtigung Priorität. Dabei soll auch eine Umfahrung Hörlkofens und der Gleise realisiert werden. Der Trassenverlauf ist aber noch offen.

Für die Landtags-FDP ist die A 94-Streckenführung trotz höchstrichterlichen Urteils noch nicht zu Ende. Peter Utz, Referent für Umweltpolitik, zitiert aus einer Expertise des Bucher Diplom-Geografen Robert Ulzhöfer. Utz kann sich vorstellen, „dass die Autobahn für immer in Pastetten endet. Das wäre dann wie der Starnberger Ast der A 95 München – Garmisch-Partenkirchen, also ein reiner Zubringer für die Region.“

Was ihm zu denken gibt: Experten gehen davon aus, dass selbst bei einer lückenlosen A 94 bis zu 73 Prozent des Verkehrs auf der B 12, der Trasse Haag, bleiben – „und damit auch die hohe Unfallgefahr“, warnt Utz. Es sei kein Problem, die B 12 unter Verkehr zur Autobahn auszubauen. „Dafür gibt es viele Beispiele.“ Er rät: „Wir sollten das ehrlich und unaufgeregt prüfen, zumal es Pläne für die A 94 auf der Trasse Haag gibt.“

(Hans Moritz)

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