+
Jürgen Patschky fürchtet um den Bestand der Dorfener Klinik.

Kreisrat Jürgen Patschky schlägt Alarm

Bestand der Dorfener Klinik gefährdet

Dorfen - Kreisrat Jürgen Patschky sieht den Bestand der Dorfener Klinik gefährdet. Wegen des anhaltend defizitären Betriebes sei immer wieder eine Schließung Thema. Bürger und Parteien hat Patschky zur Wachsamkeit aufgerufen.

Vor ÜWG-Parteifreunden hat Jürgen Patschky jetzt ein leidenschaftliches Plädoyer für das Dorfener Krankenhaus gehalten. Es gebe Bestrebungen von einigen Kreisräten, die Dorfener Klinik zu schließen, berichtete Patschky, der Mitglied im Krankenhausverwaltungsrat ist.

Mohácsi: Klinik bleibt erhalten

Es gibt keine Pläne zur Schließung der Dorfener Klinik. Das hat Sándor Mohácsi, Vorstand des Klinikums Landkreis Erding zu dem auch das Dorfener Haus gehört, auf Anfrage klargestellt. Mohácsi räumte aber ein, dass auch 2013 mit einem negativen Jahresergebnis abgeschlossen werde. „Insgesamt erwarten wir ein deutlich geringeres Defizit als in den beiden vergangenen Jahren“, so Mohácsi. Die Klinik Dorfen sei wie das Klinikum Erding defizitär, allerdings sei es im laufenden Jahr gelungen, an beiden Standorten die wirtschaftliche Situation zu verbessern. Für die Klinik Dorfen werde für 2013 ein Erlöswachstum von über sieben Prozent erwartet. Beide Abteilungen, sowohl die Allgemeine Innere Medizin unter der Leitung von Chefarzt Dr. Ludwig Rudolf, wie auch die Onkologie und Hämatologie unter der Leitung von Chefarzt Prof. Folke Schriever hätten auch in 2013 weiter wachsende Patientenzahlen verzeichnet. Mohácsi: „Eine Schließung der Klinik Dorfen ist nicht geplant, vielmehr sind wir dabei, durch die Etablierung zusätzlicher stationärer und ambulanter Leistungsangebote den Standort zu festigen.“  ar

Hintergrund sei, dass die Dorfener Klinik Rote Zahlen schreibe. Eigentlich sei das Krankenhaus kein Thema für den Wahlkampf, sagte Patschky. Angesichts der Brisanz müsse der Bestand der Dorfener Klinik aber angesprochen werden. Seine ÜWG-Parteifreunde, aber auch Vertreter anderer Gruppierungen und die Bürger hat Patschky dazu aufgerufen, für den Erhalt des Dorfener Krankenhauses zu kämpfen. „Es ist gar nicht vorstellbar, was der östliche Landkreis ohne das Dorfener Krankenhaus wäre.“ Für Patschky ist es „im Sinne der Demokratie“ auch nötig, bei den Wahlen 2014 eine erneute CSU-Mehrheit im Kreistag zu verhindern. Wirklich demokratische Entscheidungen seien durch die CSU-Alleinherrschaft nicht mehr möglich. Wichtige Beschlüsse fasse die CSU alleine. Vertreter anderer Parteien in den Ausschüssen des Kreistages hätten keine Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Patschky ist ein Urgestein der Dorfener ÜWG. 24 Jahre lang war der 70-Jährige Stadtrat in Dorfen. Im Februar 2010 trat er aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen zurück. Seit zwei Perioden ist Patschky für die Freien Wähler im Kreistag. Bei den Kommunalwahlen im März kommenden Jahres tritt er aber nicht mehr an. Er zieht sich aus der aktiven Kommunalpolitik zurück. Patschky hatte 2008 den damaligen Dorfener ÜWG-Bürgermeisterkandidaten Michael Oberhofer maßgeblich aufgebaut. Dass Oberhofer, der bei der Bürgermeisterwahl deutlich scheiterte, kurz danach zur CSU wechselte, war für Patschky „die schwärzeste Stunde“ und die „größte menschliche Enttäuschung“. Oberhofers Wechsel zur CSU verhalf den Christsozialen im Kreistag wieder zur Mehrheit.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Onlineshops sind keine Konkurrenz
Lichterfest und Leinenmarkt sind längst feste Bestandteile im Veranstaltungskalender des Marktes Isen. Jeweils im Sommer und der Vorweihnachtszeit laden die beiden …
Onlineshops sind keine Konkurrenz
Nötigung und Erpressung: Reichsbürger muss hohe Strafe zahlen
Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen herrschten gestern Mittag am Amtsgericht Erding: Besucher wurden doppelt kontrolliert und mussten ihre Handys abgeben. Im und vor dem …
Nötigung und Erpressung: Reichsbürger muss hohe Strafe zahlen
Feuerwehr wird alarmiert wegen Brand - und dann überrascht
Brand in einem Mehrfamilienhaus lautete am Dienstagabend der Alarm für die Feuerwehren Erding und Altenerding. Doch es war alles ganz anders.
Feuerwehr wird alarmiert wegen Brand - und dann überrascht
Interventionsstelle zwei Monate unbesetzt?
In der Akut-Versorgung von Gewaltopfern droht zu Jahresbeginn eine empfindliche Lücke. Der Sozialdienst katholischer Frauen gibt die Interventionsstelle zwei Monate vor …
Interventionsstelle zwei Monate unbesetzt?

Kommentare