Lädt zum Schnellfahren ein: Die Wendelsteinstraße in Altenerding ist ziemlich gerade und das Parken dort nur auf einer Straßenseite erlaubt. Robert und Monika Friedrich sind Anwohner und beklagen, dass nichts gegen die Raser getan wird.
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Lädt zum Schnellfahren ein: Die Wendelsteinstraße in Altenerding ist ziemlich gerade und das Parken dort nur auf einer Straßenseite erlaubt. Robert und Monika Friedrich sind Anwohner und beklagen, dass nichts gegen die Raser getan wird.

Anwohner in Altenerding klagen über Raser und Verkehrsbelastung

Wendelsteinstraße: Kaum einer hält sich an Tempo 30

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
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Altenerding – Die Wendelsteinstraße ist eine der Haupterschließungsstraßen Altenerdings. Obwohl dort Tempo 30 gilt, halten sich viele nicht daran. Den Anwohnern reicht’s.

600 Meter ist die Wendelsteinstraße lang: Sie verbindet die Bahnhofstraße mit der Herzogstandstraße, dem Schulzentrum und den Geschäften im Süden des Stadtteils. Entsprechend stark ist das Verkehrsaufkommen, wie Anwohnern beklagen. Dagegen lässt sich kaum etwas tun, allerdings fordern sie Maßnahmen gegen die Raser, die sich nicht an die vorgegebenen 30 km/h halten.

Robert Friedrichs Familie wohnt seit Jahrzehnten an der Wendelsteinstraße. Der 44-jährige Familienvater spricht von einer „haarsträubenden verkehrstechnischen Situation“, die er tagtäglich auf dieser „Transitstraße“ erlebt. Der Qualitätsingenieur bei BMW und seine Ehefrau Monika (42), Lehrerin am Korbinian-Aigner-Gymnasium Erding, wollen der Entwicklung nicht mehr tatenlos zuschauen. Sie fordern die Stadt zum Handeln auf und haben bei den Nachbarn Unterschriften gesammelt.

„Wir werden es nicht verhindern können, dass alle bei uns vorbeifahren, aber zumindest an die Geschwindigkeitsbeschränkung sollen sich die Leute halten“, sagt Robert Friedrich. Ähnlich wie in der Altenerdinger Ortsdurchfahrt kann er sich für die Wendelsteinstraße bauliche Veränderungen und auch so genannte Berliner Kissen vorstellen. Das sind quadratische Aufpflasterungen, die die Schnellfahrer ausbremsen. Zu ihnen gehören auch die 12-Tonner, die frühmorgens die Poststelle und den Supermarkt beliefern. Einen der Fahrer, der morgens um 5.30 Uhr mit 70, 80 Sachen durchgebrettert ist, hat Friedrich einmal angesprochen. Der Mann habe geantwortet, er sei unter Zeitdruck.

Die Situation habe sich verschärft, seit der vordere Teil der Langen Feldstraße vor etwa zwei Jahren zur Einbahnstraße umgewandelt worden sei, sagt Friedrich. Auch als man noch beidseits der Straße parken durfte, sei die Lage besser gewesen. „Da war die Situation unübersichtlicher und die Leute sind langsamer gefahren.“ Jetzt ist das Parken nur noch in den gekennzeichneten Flächen an einer Straßenseite erlaubt.

Morgens und mittags kommen die Schulbusse dazu, die die Grund- und Mittelschule an der Langen Feldstraße ansteuern. Andererseits wird die Wendelsteinstraße von vielen Kindern genutzt, die dorthin oder zu den weiterführenden Schulen nach Erding radeln. Auch für sie werde die Situation vor allem morgens immer gefährlicher, so Friedrich.

Er hat bereits Kontakt zu OB Max Gotz aufgenommen und ihm die Situation geschildert. Viel passiert ist seither nichts. Zwar habe die Stadt einmal Geschwindigkeitsanzeigetafeln aufgestellt, „aber die standen nur kurz“. Wenigstens eine solche Tafel soll jetzt wieder aufgestellt werden. Diese Zusage von Gotz hat SPD-Stadtrat Stefan Grabrucker bekommen, als er das Problem unlängst im Stadtrat ansprach.

Baulich hat die Stadt momentan keine Absichten, etwas zu ändern. „Verschwenkungen würden große bauliche Maßnahmen erfordern, aber die sind aktuell nicht geplant“, teilt Stadtsprecher Christian Wanninger auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Zudem seien in der ziemlich breiten Wendelsteinstraße mit relativ viel Durchgangsverkehr Berliner Kissen nicht zulässig. „Das kann man nur in reinen Wohngebieten machen“, so Wanninger: „Die Wendelsteinstraße befahren aber der Winterdienst und Schulbusse.“ Und für beide seien Berliner Kissen und Verschwenkungen eine große Behinderung. Das versteht Friedrich nicht und sagt mit Blick auf die Ortsdurchfahrt: „Dort ist es auch gegangen, aber bei uns geht’s angeblich nicht.“

Auch mit dem Blitzen ist das so eine Sache. Ein festinstalliertes Messgerät sei schwierig, ist Friedrich von Ordnungsamt und Polizei gesagt worden. Dazu erklärt Wanninger: „Geschwindigkeitsmessungen dürfen nicht an jeder beliebigen Stelle vorgenommen werden, sondern bedürfen einer konkreten Gefahrensituation als Begründung, etwa an Schulen und Kindergärten.“ Auch Kurvenradien würden bei der Exaktheit der Messungen eine Rolle spielen. Schließlich müsse ein Standort gewissen Richtlinien entsprechen, „weil die Messung sonst nicht rechtskräftig ist“, so der Stadtsprecher.

Das stellt Familie Friedrich und ihre Nachbarn nicht zufrieden. Sie wollen, „dass unsere Sorgen ernst genommen werden und dass was gemacht wird.“

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