Das typisch Deutsche beleuchtet Kaya Yanar. Foto: Bauersachs

Kaya Yanar: Der türkische Deutsche übt Bayerisch

Erding - Kaya Yanar ging in der Sinnflut-Arena mit seinem Publikum auf die Suche nach typisch Deutschem. Der türkischstämmige Comedian verriet dabei, dass er eine Vorliebe für Bayerisch hegt.

Was ist typisch deutsch? Auf diese Frage versuchte Kaya Yanar vergangenen Freitag in seinem Programm „Planet Deutschland“ in der Arena auf dem Sinnflut-Festival eine Antwort zu finden. Schon beim Intro zur Show wurde es schwierig. Von bayerischer Blasmusik, über Klassik bis hin zur Technoversion der Deutschen Nationalhymne war alles dabei.. Einen Applausgaranten baute Yanar gleich zu Beginn ein: „Wenn ich euch zu schnell rede, dann klatscht einfach.“ Das war jedoch nicht nötig.

Yanar, der mit „Leib und Seele Deutscher“ ist, lebt mit seiner Freundin in der Schweiz. Denkt er an die Zukunft, bekomme er Angst, dass er seine potenziellen Kinder nicht verstehen wird, wenn diese mit Schwyzerdütsch als Muttersprache aufwachsen. Die Freundin muss also nach Deutschland gelockt werden. Ob der Komiker es schafft, steht noch offen. Seine Freundin könne sich vorstellen, nach Leipzig zu ziehen, der Dialekt wäre so schnuckelig. Davon schien Yanar aber nicht sehr begeistert. Es gebe ja auch viele andere schöne Ecken.

Dinner for One, Aberglaube, Dialekte und Tierliebe waren nur einige der „typisch deutschen“ Dinge, die Yanar sich rausgepickt hatte. Mit Witz und manchem Klischee brachte der Comedian sein Publikum herzhaft zum Lachen. Vom Imitat einer sächsischen „Smooth Operator“-Version bis zum Schimpfen über Mittelspurfahrer auf der Autobahn, der Komiker überzeugte mit Wortgewandtheit und Schauspielkunst. Aussagen wie „Bayerisch ist ein attraktiver Dialekt“ erntete er verständlicherweise großen Applaus. Auch die Idee „Herr der Ringe“ bayerisch zu synchronisieren, kam beim Publikum gut an.

Neben seinem Rahmenprogramm gab es auch kurze Themenausflüge (Dopelympics, Yoga, Eurovision Song Contest) und spontane Einlagen. Der Comedian fragte die Zuschauer nach deren Herkunft und erzählte zu einigen Ländern kurze Geschichten. So wissen jetzt alle Besucher der Eishalle, dass Erdnuss auf Serbokroatisch „Kikiriki“ heißt, und dass Yanar den Akzent der Franzosen im Deutschen sehr mag. Als Zugaben-„Schmankerl“ versuchte der Künstler bayerische Wörter und Sätze vorzulesen. Um sein Bayerisch zu verbessern, hatte er um eben solche (per Facebook) gebeten. Bereits beim Klassiker „Oachkatzlschwoaf“ gab es Bauchmuskeltraining für Alle.

(cor)

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