Wochenendsiedlung Notzingermoos

Kein dauerhaftes Wohnen erlaubt

Oberding - Die Bewohner kämpfen um ihre Häuschen, doch die Gemeinde bleibt dabei: In der Wochenendsiedlung Notzingermoos ist kein dauerhaftes Wohnen erlaubt.

Ein streitbarer Dauerbrenner ist die Wochenendsiedlung in Notzingermoos seit einer illegalen Siedlung in den sechziger Jahren. 1969 wurde ein Bebauungsplan aufgestellt, der Einzelhäuser mit Grundflächen von 16 bis 40 Quadratmetern vorsah. 1998 gab es hierzu eine Änderung, die als Bebauungsplan „Wochenendsiedlung“ im Jahr 2002 in Kraft trat. Nur war bis dahin schon vielfach eine Dauernutzung, in einigen Fällen auch mit Überschreitung der Grundflächen, Realität. Zudem war die Wasserversorgung, zuvor nur im Sommer, gegeben, ebenso die Abwasserentsorgung durch die Gemeinde Hallbergmoos, finanziert durch die Anlieger.

Bebauungsplanfehler versucht die Gemeinde Oberding in einem so genannten Heilungsverfahren zu korrigieren, das nun zur Stellungsnahme auslag. Die Träger öffentlicher Belange hielten sich mit Hinweisen weitgehend zurück. Heftige Einwände gegen die Deklarierung eines Sondergebiets „Wochenendhaussiedlung“ kamen dagegen von den Einwohnern. Auf 14 der insgesamt 40 Grundstücken sind 23 Personen mit Erstwohnsitz gemeldet, sechs weitere Häuser werden ebenfalls dauerhaft bewohnt, haben aber einen Erstwohnsitz in anderen Gemeinden. Insgesamt wird die Hälfte aller Häuser zum dauerhaften Wohnen genutzt. Dies bestätigte Rechtsanwalt Lutz Abel aus München, der die Interessen eines Großteils der Anlieger vertritt und auf den Bestandsschutz sowie die Anerkennung eines Kleinsiedlungsgebiets beharrt.

Dem widerspricht der Gemeinderat. Zwar werde ein wirksamer Bebauungsplan erst mit der vorliegenden „Heilung“ geschaffen und es spreche auch viel dafür, dass ein Bebauungszusammenhang besteht, es fehle aber grundsätzlich an der Ortsteileigenschaft, so das Gegenargument. Von Bedeutung: Für keines der Gebäude liegt eine Genehmigung zur Wohnnutzung vor. Hier ist der Gemeinderat der Meinung, dass die Größe der Häuschen und die tatsächliche, nicht genehmigte Wohnnutzung der Festsetzung einer Sonderausweisung „Wochenendhausgebiet“ nicht entgegenstehen.

Gert Seidel

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