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Keine Konkurrenz durch Waldkindergarten

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Wartenberg - Genug Anmeldungen im neuen Naturkindergarten, zu wenige im Haus für Kinder - daher entschied der Marktrat gegen die neue Einrichtung.

18 freie Plätze - das ist das Ergebnis der Einschreibung im Haus für Kinder in Wartenberg. Schon unangenehm genug für die Marktgemeinde. Darüber hinaus ist das das Aus für den geplanten Waldkindergarten auf dem Klinikgelände. Denn von den dort angemeldeten 14 Mädchen und Buben wurde für fünf doppelt reserviert. Damit würde die Unterbelegung in der kommunalen Einrichtung auf 23 anwachsen - das K.O.-Kritierum für den Marktrat Wartenberg.

Das Gremium beschloss am Mittwoch einstimmig, das Projekt um ein Jahr zu verschieben. Dann soll über einen Zuschuss für die Erstausstattung erneut beraten werden. Bis dato war von 50 000 Euro die Rede gewesen, die die Marktgemeinde unter anderem für einen Bauwagen im Wald der Klinik gegeben hätte. Auch mit einem möglichen Träger hatte sich die Kommune schon geeinigt: Kinderland Plus aus Poing, das bereits die Mooswichtel in Erding betreibt. Und sogar einen Namen hätte die Einrichtung schon, die „Waldwichtel“.

Für das neue Angebot selbst hatte die Einschreibung Positives erbracht: 14 angemeldete Kinder - darunter ein Integrations- und ein Migrationskind. Das hätte eine rechnerische Förderung für 19,5 Plätze ergeben.

Der Bedarf wäre also groß genug gewesen. Doch der Marktrat hatte im Januar noch eine zweite Bedingung formuliert: Die bestehenden Einrichtungen dürften nicht beeinträchtigt werden. Das nahezu ausgelastete Pfarrkinderhaus wäre davon nahezu unberührt, nur eben nicht die kommunale Tagesstätte.

Das legte Vize-Bürgermeister August Groh (SPD) detailliert seinen Ratskollegen dar. Er hatte die Sitzungsleitung übernommen, weil über eine eventuelle Befangenheit von Bürgermeister Manfred Ranft (FWG) keine Klarheit bestehe. Ranft ist Vorsitzender der Klinik-Stiftung. Das Landratsamt habe sich dazu „nicht klar ausgedrückt“, so Groh.

Der Vize-Bürgermeister verlas eine vorbereitete Erklärung, nach der die Einrichtung einer neuen Kita „wirtschaftlich nicht zu vertreten“ sei. Schließlich sei das Personal im Haus für Kinder bereits vorhanden, und eine weitere Einrichtung würde die Auslastung weiter schwächen.

Aus allen Fraktionen bedauerten die Markträte den Schritt. Wolfgang Billmayer gab dem künftigen Gremium eine Hausaufgabe. Der Waldkindergarten solle in einem Jahr mit allen drei Nachbargemeinden des Schulsprengels angeschoben werden, forderte der CSU-Rat, der nicht mehr zur Wahl antritt. So könne man vielleicht die Anfangsinvestition von 50 000 Euro verteilen.

Michael Paulini (SPD) mahnte, „das Thema Schulkindergarten nicht aus den Augen zu verlieren“. In Bayern werde jedes neunte schulpflichtige Kind zurückgestellt. Das zeige den Bedarf. Darauf antwortete Ranft, der nach der Waldkindergarten-Debatte an seinen Platz in der Ratsmitte zurückgekehrt war: „Im Haus für Kinder ist nur ein Kind zurückgestellt.“ (Timo Aichele)

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