Ungewöhnliches Urteil

Junger Kiffer muss Aufsatz schreiben

Landkreis – Eine ungewöhnliche Auflage gab es zum Urteil über einen jugendlichen Marihuana-Liebhaber.

Ungewöhnliche Strafe für einen jungen Kiffer: Nebst Geldstrafe und Drogenscreening muss sich der 19-Jährige auch über einen Aufsatz beugen, warum er überhaupt dem Joint frönte.

Vor dem Erdinger Amtsgericht wusste er darauf keine Antwort. Seit er 16 Jahre ist, konsumiert er seine Joints, zuletzt in gesteigerten Maß mit ein bis zwei Gramm pro Woche. Nur zum Wochenende, wie der Auszubildende aus dem südlichen Landkreis angab, wenn es auch keinen Grund dafür gebe. Dass er aufgeflogen ist, hat er indirekt seinem Bruder zu verdanken, gegen den Ermittlungen wegen Betäubungsmittelhandels liefen.

In den abgehörten Handy-Gesprächen war auch er als Empfänger zu identifizieren und im Februar folgte die erfolgreiche Hausdurchsuchung. Seitdem habe er aber nichts mehr geraucht, versichert er, räumt aber angesichts möglicher Untersuchungen ein, dass man noch einmal eine standesgemäße Abschiedsfeier von den Drogen genommen habe. Zwar verfügt er über drei Vorstrafen, die aber nur wegen Fahrens ohne Führerschein. Den will er jetzt in Angriff nehmen.

Auf den Hinweis von Richter Michael Lefkaditis, dass eine gerichtliche Drogenaffäre eine Hürde darstellt, meinte er: „Da stimme ich ihnen zu.“ Ähnlich äußerte er sich zum Antrag der Staatsanwaltschaft auf 500 Euro Geldbuße, drei Beratungsgespräche beim Erdinger PropShop und ein für ihn kostenpflichtiges Drogenscreening über den Zeitraum von sechs Monaten.

 „Passt so“, meinte der 19-Jährige, und war dann doch über das Urteil von Richter Lefkaditis verblüfft. Er muss nämlich auch einen fünfseitigen, handgeschriebenen Aufsatz vorlegen. Dessen Überschrift sollte lauten: „Warum ich Marihuana rauchte“.

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