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Nachtflug: Der Rettungshubschrauber Christoph München brachte das schwer erkrankte Flüchtlingskind in die Kinderklinik München-Schwabing.

Ein Kind tot, zwei Geschwister in Kliniken

Familiendrama im Warteraum Asyl

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Erding - Sie waren endlich in Sicherheit. Doch anstatt das Leben in Freiheit genießen zu können, muss eine Flüchtlingsfamilie mit einem furchtbaren Schicksal zurechtkommen: Eines der drei Kinder ist tot, die anderen beiden liegen schwer krank in Kliniken.

Die Familie, deren genaue Herkunft noch nicht feststeht, kam Ende voriger Woche nach langer Flucht im Warteraum Asyl im Fliegerhorst Erding an. Die Familie war offensichtlich erheblich geschwächt, vor allem die drei Kinder. Am Sonntagabend spitzte sich die Lage zu. Nach Informationen unserer Zeitung musste ein Kind wegen schwerster Vorerkrankung in eine Kinderklinik notverlegt wurde. Es ist mittlerweile gestorben.

Für die Eltern geht das Martyrium weiter. Denn auch die anderen Kinder, zirka drei Jahre alte Zwillinge, sind schwer krank. Auch hier war ein Noteinsatz erforderlich. Ein Kind wurde mit dem Rettungsdienst in die Landshuter Kinderklinik eingeliefert. Beim Zweiten war der Zustand so bedrohlich, dass ein Rettungshubschrauber angefordert werden musste.

Christoph München landete direkt vor dem Sanitätsshelter, einer alten Flugzeughalle. Die Fliegerhorstfeuerwehr rückte aus, um den Landeplatz auszuleuchten. Der kleine Patient wurde in die Schwabinger Kinderklinik geflogen. Zuvor hatten sich der Erdinger Rettungsdienst und Notärzte um die Kleinen gekümmert, nachdem Rotkreuzkräfte im Camp den Ernst der Lage erkannt hatten. Unter was sie genau leiden, versuchen nun die Ärzte in den Spezialkliniken herauszufinden.

Die Eltern werden nach den Worten Michael Mäuslys, stellvertretender Leiter von Camp Shelterschleife in Erding beziehungsweise in der Nähe bleiben können, um bei ihren Kindern zu sein. „Es wird geprüft, wo die Familie bestmöglich untergebracht werden kann“, so Mäusly. Es könne eine der regulären Asylunterkünfte sein. „Es geht auch darum, dass sich diese Personen dann auch ganz legal an einem Ort aufhalten.“ So werde bei medizinischen Härtefällen grundsätzlich verfahren.

So dramatisch dieser Fall ist, medizinisch akute Situationen treten im Camp zuletzt immer häufiger auf, bestätigt der stellvertretende Leiter. Hatten sich bis Herbst vor allem junge männliche Alleinreisende auf den Weg gemacht, folgen nun in erster Linie Familienangehörige mit Kindern bis ins Babyalter. Der allgemeine Gesundheitszustand nimmt nach den Erfahrungen des Deutschen Roten Kreuzes und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge als Betreiber des Warteraums weiter ab. Deswegen müssen immer öfter Flüchtlinge sanitätsdienstlich oder ärztlich betreut werden.

Die Kostenfrage ist mittlerweile geklärt. Nach intensiven Debatten mit dem Erdinger Landrat Martin Bayerstorfer wurde festgelegt: Die Kosten für Behandlungen, Klinikaufenthalte und Krankentransporte tragen der Bund beziehungsweise die Kassen.

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