Die Handwerker bildeten das Herz der Ausstellung. So wie zum Beispiel die Zimmerei Stuckenberger aus Sulding, die regelmäßig dabei ist. Seniorchef Hans Stuckenberger (Foto links; l.) erklärte den Interessierten, wie nachhaltig man mit dem nachwachsenden Baustoff Holz bauen kann. 
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Die Handwerker bildeten das Herz der Ausstellung. So wie zum Beispiel die Zimmerei Stuckenberger aus Sulding, die regelmäßig dabei ist. Seniorchef Hans Stuckenberger (Foto links; l.) erklärte den Interessierten, wie nachhaltig man mit dem nachwachsenden Baustoff Holz bauen kann. 
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8. Holzland-Gewerbeschau

54 Aussteller, 5000 Besucher

Am Wochenende ging es rund im Heimatmuseum in Thal. Bei sommerlichen Temperaturen präsentierten 54 Aussteller aus der Umgebung bei der 8. Holzland-Gewerbeschau ihr Angebot. Langweilig wurde es niemandem, denn vor allem am Sonntag war auf dem Gelände viel los.

Thal Zur Eröffnung am Samstag waren wieder viele geladene Gäste aus der Region gekommen, die Georg Strohmaier, Vorsitzender des Gewerbevereins Holzland, als Veranstalter begrüßte. Bei seiner Ansprache im Museumsstadl erinnerte er an die Entstehungsgeschichte des Vereins vor 18 Jahren. Seither werde regelmäßig alle zwei bis drei Jahre eine Gewerbeschau veranstaltet, bereits zum vierten Mal auf dem Museumsgelände in Thal. Den Oldtimerfreunden Kirchberg dankte er für die Überlassung des Areals und für die Bewirtung.

Azubis zeigen, was sie können

Strohmaier betonte, dass die Gewerbeschau eine willkommene Gelegenheit vor allem für die überwiegend klein- und mittelständischen Betriebe aus der ländlichen Region sei, um ihre Leistungsfähigkeit und ihre Kundennähe darzustellen. Ebenso würden Lehrberufe vorgestellt oder Praktika vereinbart. „Nachhaltigkeit“ sei das diesjährige Motto, zu dem auch die Aussteller beim Rundgang viel beizutragen hatten. Bei der Holzland-Frisörin gibt es etwa Shampoo zum Nachfüllen. Die Schreinereien Brandlmeier/Bauer aus Hohenpolding und Nagl aus Schröding arbeiten mit nachwachsenden Rohstoffen, und ihre handgemachten Produkte halten jahrzehntelang.

„Regenerative Energie ist unser Unternehmensziel“, erklärte Andreas Huber, Geschäftsführer der Taufkirchener Gemeindewerke. Mit ihrem Fernwärmenetz würden bei 100 Abnahmestellen 800 000 Liter Heizöl und 2400 Tonnen CO2 im Jahr gespart. Auch eine E-Ladestation werde es bald beim Waldbad geben. Wer Lust hatte, konnte mit dem elektrisch betriebenen Gemeindewerke- Segway durch die Ausstellung fahren, was sich für viele als nicht so einfach herausstellte.

„Bio in Thal“, also Produkte von Rapunzel, stellte Michaela Heiner-Weber vor, Elektro-Mopeds aus Arndorf Georg Strohmaier mit seinen Söhnen Matthias und Niklas. Arbeitsschutzkleidung gab es bei „Work & Safety“. Die Zimmerei Stuckenberger hatte einen Klima-Holzwürfel gefertigt, der aufzeigt, wo jeder einzelne Energie sparen kann. Hans Jürgen Erber aus Buch am Erlbach versorgt die Gemeinden wiederum mit Wlan, „vernetzten Welten und Smart-Homes, die sich selber verwalten und Energie einsparen“. Moderne Technologie bot auch Hörgeräte Eibl aus Dorfen an. Bei ihnen am Stand konnten die Besucher eine Virtual-Reality-Brille aufsetzen, um neue Klangwelten zu erfahren.

Dass man aus Edelstahlrohren einen Regenständer und Kleiderhaken herstellen kann, führten die fünf Azubis der Firma Niedermaier aus Kleinstadl vor. Gerne zeigten sie interessierten Jugendlichen, wie man Rohre schneidet und weitere kleine Handgriffe ausführt. Rabatte und Gewinnspiele gab es, Whiskey, Edelbrand- und Bier wurden verkostet und verkauft sowie jede Menge Werbeartikel verschenkt.

Auch das Museum hatte geöffnet. Viele neue Exponate und Themenbereiche gab es zu bestaunen, die Bartl Pfanzelt, langjähriger Vorsitzender der Oldtimerfreunde, zusammengetragen hatte. Zudem wurde Brotbacken und Schmieden vorgeführt. Das BRK stellte Sicherheitskräfte und steuerte einen Losstand bei, der zwölf- bis 15-jährige Feuerwehrnachwuchs des Holzlands stellte ein modernes Einsatzfahrzeug vor. „Sie waren schon ganz fleißig am Putzen und sind schon zum 7 Uhr in der Früh hier rumgelaufen“, erzählte Strohmaier. Die Ministranten übernahmen wiederum die Kinderbetreuung, und die Gemeinde Kirchberg bot mit ihrem MoHi-Mobil einen Shuttle-Service von den Parkplätzen zum Ausstellungsgelände an.

Strohmaier ist Motor des Gewerbevereins

Damit alles wie am Schnürchen klappte, kümmerten sich zudem die sechs Holzlandfeuerwehren um den Parkplatzdienst. Auch Manfred Obermaier, der Vorsitzende der Oldtimerfreunde, fand, dass „Nachhaltigkeit“ bestens zu ihrem Vereinsmotto passt. „Wir wollen der Vergangenheit eine Zukunft geben, altes Wissen, Leben, Wohnen und Arbeiten in einem passenden Rahmen packen und für nachfolgende Generationen sicherstellen.“

Kirchbergs Bürgermeister Hans Grandinger und Schirmherr Martin Bayerstorfer erklärten, wie wichtig die Betriebe des Holzlandes seien, auch für den Landkreis, vor allem als Steuerzahler. Wie sich die Aussteller präsentierten, besonders die Handwerker, fanden beide klasse, vor allem die Gewerbeschau, weil sie Werbung für die Betriebe, ihre Produkte und Leistungen sowie den Nachwuchs machen. Als kleine finanzielle Unterstützung überreichte der Schirmherr an Strohmaier ein Kuvert und sagte, er hoffe, dass er als Motor des Gewerbevereins nicht heiß laufe: „Wir brauchen ihn noch länger.“

Strohmaier zog am Sonntagabend eine positive Bilanz. „Am Samstag war es eher durchwachsen, da waren ungefähr 1000 Leute da“, erzählt der Vorsitzende des Gewerbevereins. „Aber am Sonntag war es super. Das waren es bestimmt um die 4000 Besucher.“ Das Gewerbeschau-Wochenende sei auch insgesamt „störungsfrei und sehr arbeitsam“ verlaufen. Strohmaiers Fazit: „Es hat alles super geklappt.“ 

Birgit Lang

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