Einweihung Kläranlage Burgharting

„Abwasser ist nichts Abfälliges“

Burgharting - Es war ein großer Tag für die kleine Gemeinde Kirchberg. In Burgharting ist am Sonntag die neue Kläranlage offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden.

„Obwohl vielleicht einige Anwesende das Wort Finale nicht mehr hören wollen“, sagte Kirchbergs Bürgermeister Hans Grandinger schmunzelnd bei der Begrüßung, „so haben wir hier in Burgharting doch einen Finalsieger: die Gemeinde Kirchberg mit ihren Bürgern“. Nachdem die Kläranlage seit einigen Monaten probeweise und erfolgreich im Einsatz sei, könnten nun bis Ende des Jahre weitere Ortsteile nach und nach angeschlossen werden.

„Abwasser ist nichts Abfälliges, sondern Trinkwasser, das verunreinigt ist“, erläuterte Grandinger und wies darauf hin, dass nur zwei Prozent des Wasserbestandes auf der Erde Trinkwasser sei. Darum sei es wichtig, das benutzte Wasser zu reinigen und an die Natur zurückzuführen. Die Gemeinden hätten die Pflichtaufgabe, sich darum zu kümmern.

Die drei nicht mehr zeitgemäßen Teichkläranlagen der Gemeinde Kirchberg waren in die Jahre gekommen, ohne größere Investitionen konnten die immer höheren Auflagen nicht mehr erfüllt werden. So hatte sich der Gemeinderat vor vier Jahren dazu entschlossen, mit einer neuen Kläranlage in die Zukunft zu investieren. Ein System wurde ausgewählt, das in verschiedenen Reinigungsschritten das Abwasser klärt und der Natur wieder zuführt. Die geschätzten Kosten hatten sich auf 765 000 Euro bewiesen. Aktuell ist die Investition mit rund 473 000 Euro weitgehend abgerechnet und der Bürgermeister freute sich, dass sich alles im geplanten finanziellen Rahmen bewegt.

Die Anlage werde nach und nach abgezahlt, erklärte Grandinger, und zwar über einen Geschäftsbesorgungsvertrag und die Gebühren. Das dauere zwar länger, aber es belaste den Haushalt nicht und die Höhe der Gebühren liege immer noch im bayerischen Mittel. Zu den Räumlichkeiten der Kläranlage wurde noch eine zusätzliche Lagerhalle und ein Standplatz für das gemeindliche Streusalzsilo geschaffen.

„Der Kreis der Investitionen in der Gemeinde Kirchberg schließt sich“, sagte Grandinger. In den letzten 20 Jahren seien sämtliche Gebäude, die Eigentum der Gemeinde sind, neu errichtet worden, anteilig auch das Rathaus der Verwaltungsgemeinschaft in Steinkirchen, daneben noch Straßenbau und -beleuchtungen, Die Kläranlage Burgharting sei eines der letzten Bauwerke, neben der Turnhalle in Schröding, die noch auf der Wunschliste standen. Kein Gebäude sei nun älter als 20 Jahre. Ausgehend von einer Lebensdauer von 30 bis 70 Jahren sei man für die nächsten Generationen gerüstet.

Mit einigen Fakten wartete Thomas Neumayer vom Ingenieurbüro Ferstl aus Landshut, das die Kläranlagenerweiterung geplant und die Bauphase begleitet hatte, auf: Offizieller Baubeginn November 2013, Fertigstellung der wesentlichen Umbaumaßnahmen Oktober 2015. Die neue Anlage wurde auf 1000 Einwohner ausgerichtet, bis Ende des Jahres, wenn alle Ortsteile angeschlossen seien, werde für 780 Einwohner das Abwasser gereinigt.

Zuvor hatte Holzlandpfarrer Jacek Jamiolkowski noch den göttlichen Segen für die Kläranlage und seine Mitarbeiter erteilt.

Auf einer Fotowand wurde der Baufortschritt präsentiert. Die Bilder von Alois Schalbeck boten einen interessanten Rückblick über die gesamte Bauphase. Auch konnten sich die Interessenten bei Führungen von den Fachleuten die Anlage zeigen und erklären lassen. Und dann wurde die Einweihung beim Dorffest in Burgharting kräftig gefeiert.

Monika Kronseder

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