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Da lachen die Burschen: Die Hoizland-Madln gaben ihnen nur rote und grüne Eier.

Osterbräuche

Anbandln mit bunten Eiern

Osterbräuche gibt es viele. Von Region zu Region sind sie unterschiedlich. Manche schon Jahrhunderte alt, einige auch ziemlich modern.

Von Birgit Lang

Holzland – In vielen Kirchen verstummen die Glocken am Gründonnerstag bis zur Auferstehung am Ostersonntag. Die Karfreitags-Ratschen rufen die Gläubigen zur Liturgie, sagt Lisa Maier aus Hienfurth bei Gebensbach. Auch das Osterfeuer wird nach der Kirche noch zelebriert. Dabei wird ein kleines Feuer vor dem Gotteshaus entzündet und die Asche für den Aschermittwoch verwendet. Verbrannt wird dabei alles Mögliche, auch Palmbuschenstecken. Maier weiß noch, wie früher überall der Feldsegen gebräuchlich war. Der Bauer schritt voran, die ganze Familie und die Dienstboten hinterher. Den Rosenkranz betend wurde der Acker abgegangen, wo Brotgetreide angebaut wurde. An jedem Eck wurden geweihte Eierschalen verteilt und auch kleine Kreuze aufgestellt. Sie waren vorher aus den Ecken der geweihten Palmzweige gebunden worden. Gebetet wurde um eine gute Ernte.

Ein beliebter Brauch war auch das „Oar karrern“, erzählen Lisa Wimmer, Lene und Sibylle Bauer von den Hoizland-Madln. „Das haben unsere Omas schon gemacht.“ Zusammen mit 13 Dirndln haben sie diese Tradition heuer in Dickarting erstmals selber gepflegt. 200 Eier haben sie bei den umliegenden Bauern besorgt und diese in verschiedenen Farben gefärbt. Jede Farbe hat eine Bedeutung, rot heiß beispielsweise „I mog di“, grün „Hoffnung“ und schwarz „Schleich di“. Dann haben sie die umliegenden Burschenvereine aus Velden, Schwindkirchen, Stierberg, dem Oberen Vilstal und andere befreundete Spezln eingeladen, um ihnen die Eier zu überreichen. Es geht darum, sich kennenzulernen. Neben dem Ei gab’s schon auch mal ein Schnapserl oder ein Bier. „Die Zeiten haben sich geändert“ und die Bräuche werden angepasst. Im Gegenzug gibt es das Pfingstrosen-Sammeln. Da fahren die Mädchen zu den Burschen, um Pfingstrosen zu erhalten. „Das gibt’s schon genauso lange“, sagen die drei.

Je mehr Promille, um so mehr Punkte

Auch ein Schwung Burschen aus Hohenpolding und Umgebung hat sie in Dickarting am Ostersonntagnachmittag besucht. Es war nicht ihre einzige Station, insgesamt hatten sie acht, erklärt Veit Rauschuber. Vilsheim, Altfraunhofen, Steinkirchen und die Loher Dirndlschaft standen unter anderem auf ihrem Programm. Mit drei Autos waren sie unterwegs. „Es geht um den Spaß, aber auch um die Tradition“, stimmen er und seine Freunde überein. Deshalb haben sie sich auch extra geschniegelt und herausgeputzt. Beleidigt sei keiner, wenn es für ihn kein rotes Ei gebe. Manche seien ja auch farbenblind, scherzten sie.

Ein paar Kilometer weiter, in Baustarring, traf sich die Jugend zum Osterbier. Diesen „Brauch“ gibt es vielleicht zehn bis 15 Jahre. Er hat eher Wettbewerbscharakter und wird hauptsächlich von Burschen ausgeübt. Dabei werden viele, unterschiedliche Getränke in unterschiedlich großen Flaschen gekauft. Der längste Kassenzettel war 2,24 Meter lang, sagt Verkäuferin Doris Tiller von Ingrid Kratzers Wein- und Getränkehandel in Taufkirchen. Von wem, verrät sie nicht. Beim Osterbier werden verschiedene Zettel mit Zahlen versehen versteckt oder gezogen. Jede Zahl ist Hinweis auf ein Getränk, das getrunken werden soll. Die Punktezahl ergibt sich aus der Promilleangabe auf dem Etikette. Wer eine 3-Liter-Weißbierflasche zieht, hat den „Joker“, wer ein 0,33-Liter-Bier trinken soll, Glück.

In Baustarring wird es nicht so streng gehandhabt, meint Stefan Gotter. Hier sind ja auch Mädchen dabei. 384 Zettel haben er und seine Spezln im Garten versteckt, 19 verschiedene Biersorten besorgt. Die Punkte werden bei ihnen auf einen Liter umgerechnet. Jeder kann selber entscheiden, wie viel er trinkt. Denn es soll ja keine Sauferei, sondern ein Spaß werden. Und das war es dann auch – mit viel Frischluft und jeder Menge Gaudi für die Baustarringer.

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