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Für ein blühendes Holzland setzen sich Bauhofleiter Helmut Rosenberger (l.) und Verwalt ungsleiter Karlheinz Miksch ein. 

Gemeinde sät aus

Damit es im Holzland blüht und summt

Rund 10 000 Quadratmeter reine Blühflächen hat die Verwaltungsgemeinschaft Steinkirchen bislang in den vier Holzlandgemeinde angelegt. Zudem wurden  an die 300 Vogel-, Fledermaus- und Steinkauz-Häuschen aufgehängt.

VON BIRGIT LANG

Steinkirchen – „Alle reden vom Volksbegehren ,Rettet die Bienen‘ und wollen tätig werden. Das haben wir schon vor vielen Jahren gemacht.“ Das sagt Karlheinz Miksch, der Verwaltungsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Steinkirchen. Das Umdenken sei lobenswert, findet er. „Aber diesen Gedanken haben wir schon seit langer Zeit.“

Gemeinsam mit Bauhofleiter Helmut Rosenberger hat er schon so manches Projekt angestoßen und umgesetzt. Vor allem öffentliche Gemeinde- und Ausgleichsflächen im Gebiet der vier Holzlandgemeinden Hohenpolding, Inning, Kirchberg und Steinkirchen werden dafür genutzt. „Vor sechs, sieben Jahren haben wir mit den Blühwiesen und den Vogelkästen angefangen“, sagt Rosenberger. Seither wurden rund 10 000 Quadratmeter reine Blühflächen angelegt, rechnet Miksch hoch, und an die 300 Vogel-, Fledermaus- und Steinkauz-Häuschen aufgehängt. Es sei ja schon längere Zeit bekannt, dass es immer weniger Insekten und Vögel gebe. Also habe man „einfach damit begonnen, ohne großartig dafür zu Werbung zu machen. Da brauchen wir keinen Anstoß durch Dritte.“

Rosenberger erzählt: „Wir haben geeignete Flächen gesehen, die sich für die naturnahe Bepflanzung anbieten im Zuge von mancher Neuanlage oder die durch die Bauhof-Kooperation erschlossen wurden.“ Und so ging es los. Das müsse nicht immer dort sein, wo es jeder sehe, sondern da, wo es von der Natur her Sinn mache, betont der Bauhofleiter und nennt als Beispiel die zwei Streuobstwiesen im VG-Gebiet, eine in Kirchberg, die andere beim Sportzentrum des FC Hohenpolding. Hier werde regelmäßig nachgepflanzt und gepflegt.

Auch Brutkästen für unterschiedliche Tiere wurden hier aufgehängt. Bedauerlich sei nur, dass immer wieder Häuschen zerstört würden oder verschwänden. Der Bauhofleiter erklärt weiter, dass diesen Winter bestimmt 50 Bäume im Gebiet der VG-Steinkirchen neu angepflanzt worden seien, wenn man die Bäume in der Schrödinger Siedlung mitzähle. Allein an Nachpflanzungen in den Obstgärten seien es schon 25 gewesen. „Wohl gemerkt an geeigneter Stelle“, aus Gründen der Verkehrssicherheit und weil es immer wieder Kritik wegen Fallobst gebe. Neben heimischen Obstsorten wurden verschiedene andere Baumarten gepflanzt, darunter viele Linden an den Straßenrändern, „weil dies mehr hermacht“, oder an diversen Regenrückhaltebecken, etwa in Adlberg, die durch die Bäume zusätzlich aufgewertet werden und so manchen zum Verweilen einladen.

Eines der ersten Projekte war der Hügel an der Schule in Schröding, die damals in Absprache mit der Schulleitung naturnah bepflanzt und mit einem Rundweg errichtet wurde, damit die Kinder das Leben in der Natur, das Wachstum der Pflanzen und das Treiben der Tiere aus nächster Nähe beobachten können.

Miksch und Rosenberger denken ökologisch, aber auch wirtschaftlich. So wurden etliche Flächen von der Ganzjahrespflege herausgenommen. Dort werden nur noch im Frühjahr je nach Standort ein- oder mehrjährige Saaten ausgebracht und im Herbst gemäht. „Das geschieht nicht ganz uneigennützig“, erklärt der Bauhofleiter. Da diese Flächen sich selber überlassen werden, entfalle die aufwändige Pflege unterm Jahr, „weil wir hier nicht alle 14 Tage mit dem Rasenmäher anrücken müssen“.

„Wir konnten mit geringen Finanzmitteln viel schaffen“, freut sich auch Miksch. Die Kosten laufen über die VG und werden im Haushaltsplan entsprechend bereitgestellt. Bei den vier Bürgermeistern Heribert Niedermaier, Michaela Mühlen, Hans Grandinger und Uschi Eibl habe man offene Türen eingerannt. „Sie stehen voll dahinter, alles ist in Absprache erfolgt“, betont Rosenberger. „Man hat schon eine gewisse Vorbildfunktion für die Bürger“, findet der Verwaltungsleiter. Auch wenn es es einzelne Leute gebe, die kein Verständnis hätten.

Mittlerweile erhalte man fast täglich Anrufe, die geeignete Flächen melden oder selber welche bepflanzen wollen. Hinzu komme noch die Blühfläche, die die Gemeinde Kirchberg aufgrund des Bürgerbegehrens in Rahmen von Patenschaften anbietet. An die 20 Interessenten hätten sich bisher gemeldet, die mindestens 50 Quadratmeter für einen Euro pro Quadratmeter finanzieren wollen.

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