Ein großer Tag: Die Firmlinge (v. l.) Nico Weber, Niklas Strobl, Thomas Bachmaier und Hannah Stuckenberger mit (v. r.) Firmspender Diözesanjugendpfarrer Richard Greul, Pastoralassistent i. V. Christian Zeug, Holzlandpfarrer Jacek Jamiolkowski, Pastoralreferent Toni Emehrer und (mit Fliege) Firmhelfer Sebastian Weber.
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Ein großer Tag: Die Firmlinge (v. l.) Nico Weber, Niklas Strobl, Thomas Bachmaier und Hannah Stuckenberger mit (v. r.) Firmspender Diözesanjugendpfarrer Richard Greul, Pastoralassistent i. V. Christian Zeug, Holzlandpfarrer Jacek Jamiolkowski, Pastoralreferent Toni Emehrer und (mit Fliege) Firmhelfer Sebastian Weber.

Firmung im Holzland

Richard Greul im Interview: „Die Anspannung ist schon groß“

Trotz Corona konnten die Firmungen im Landkreis stattfinden.

Burgharting– Mit dem gebürtigen Langengeislinger Richard Greul war im Pfarrverband Holzland der ehemalige Kaplan als Firmspender zu Gast. Nach der Firmung in Steinkirchen fand in Burgharting der letzte der fünf Firmgottesdienste im Pfarrverband statt. Anschließend stellte sich Richard Greul zum Interview.

Haben Sie die Vollmacht zur Firmung als Domvikar oder als Diözesanjugendpfarrer erhalten?

Greul: Weder noch. Die Pfarrverbände haben bei mir als Priester angefragt. Der Pfarrverband Holzland war der erste gewesen, nachdem feststand, dass die Firmungen heuer nicht zu den geplanten Terminen im normalen Umfang stattfinden können.

Wie viele Firmungen sind es, die Sie für den aktuellen Firmlingsjahrgang 2020 im Landkreis Erding spenden dürfen?

Es begann mit zwei Firmungen im Pfarrverband Bockhorn, mit insgesamt 31 Firmlingen, dann Anfang Oktober fünf Firmungen im Pfarrverband Holzland, mit 35 Firmlingen. Es stehen noch zwei Firmungen in Lengdorf für den Pfarrverband Isen, im Pfarrverband St. Wolfgang eine in Schwindkirchen sowie eine im Pfarrverband Walpertskirchen bevor.

Wie aufgeregt waren Sie vor Ihrer ersten „coronabedingten“ Firmspendung?

Klar war ich aufgeregt. Wenn man vom Generalvikar des Erzbistums München und Freising, Christoph Klingan, dazu beauftragt wird, ein Sakrament zu spenden, das eigentlich im Aufgabenspektrum eines Priesters so nicht vorgesehen ist, ist das schon etwas Besonderes. Da ist die Anspannung schon groß.

Mussten Sie sich auf die Spendung des Firmsakraments ganz besonders vorbereiten?

Natürlich, denn es ist etwas, das nicht zum Priesteralltag gehört. Ich habe das Ritual genau durchgelesen, und die Firmpredigten müssten ja auch geschrieben werden.

Sie waren ja von 2010 bis 2013 Kaplan im Pfarrverband Holzland. War das jetzt ein bisschen sowas wie „Heimkommen“?

Das war schon ein schönes Gefühl, vor allem, wenn man unter den Firmlingen, den Firmhelfern und den Ministranten junge Leute erkennt, die ich in meiner Kaplanzeit schon in irgendeiner Weise begleiten durfte. Aber auch in Bockhorn habe ich viele bekannte Gesichter gesehen, zu denen ich viele Anknüpfungspunkte hatte, privat und auch zum Beispiel von verschiedenen Trauungen und Taufen.

Wie oft denken Sie an Ihre eigene Firmung zurück?

Ich denke jedes Jahr am Datum meiner Firmung an diesen besonderen Tag. Am 18. März 1992 bin ich in Langengeisling von Abt Bernhard Maria Lampert OSB von Scheyern gefirmt worden. Zu verschiedenen Gelegenheiten, vor allem später, in meiner Zeit als Priester, habe ich ihn immer wieder mal in Scheyern besucht, und ich habe auch 2014 an seiner Beerdigung teilgenommen.

Das Thema der Firmvorbereitung im Holzland hieß heuer: „Wofür brennst du?“ Wofür brennen Sie?

Für mich selber als Priester brenne ich natürlich für meinen Glauben. Und ich brenne dafür, jungen Leuten zu vermitteln, dass uns der Glaube nicht einengt. Ganz im Gegenteil: Glaube öffnet uns Wege und bereichert unser Leben, er gibt Hoffnung auch über das Leben, über den Tod hinaus. Ich brenne dafür, dass junge Menschen gehört werden und dass die Kirche Heimat für sie ist und sie sich in den Verbänden beheimatet fühlen, egal ob zum Beispiel bei der Landjugend oder bei der Feuerwehr.

Das Gespräch führte Monika Kronseder

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