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Schon ziemlich groß sind die Stämme, die nun an der Lindenallee gepflanzt wurden. 

Einigkeit unter Anliegern

40 neue Bäume für die Lindenallee: Endlich Nachpflanzungen an Naturdenkmal in Kirchberg

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Die Lindenallee zwischen Kirchberg und Wartenberg ist ein schützenswertes Naturdenkmal. Darüber besteht Einigkeit, dennoch wurde Jahre lang über den richtigen Weg zum Erhalt der immer lichter werdenden Baumreihe gestritten.

Kirchberg – Am Montag und Dienstag wurden nun im Gemeindegebiet Kirchberg rund 40 Linden entlang der Lindenallee gepflanzt, etwa 2,50 Meter vom Straßenrand entfernt. Dies ist das Ergebnis von gemeinsamen Bemühungen des Landratsamts, der Kommune und einigen Landwirten vor Ort.

Diese 2,50 Meter und vor allem die Bereitschaft von Anliegern, Grund für die Pflanzungen zur Verfügung zu stellen, sind die Knackpunkte für den aktuellen Durchbruch. Denn das Staatliche Bauamt Freising und das Landratsamt hatten lange einen Mindestabstand von 4,50 Meter zur Fahrbahnkante gefordert. Der Bund Naturschutz (BN) hatte dies immer zurückgewiesen.

Petition mit über 2000 Unterstützern

Sogar bis hinauf in den Bayerischen Landtag wurde über das über 100 Jahre alte Naturdenkmal mit einst 300 Bäumen debattiert. Eine von über 2000 Menschen unterschriebene Petition des BN hatte im Juni 2018 Erfolg im Parlament. Dessen Umweltausschuss regte daraufhin die Bildung einer Arbeitsgruppe vor Ort an. Dem folgten im Jahr 2019 eine Anliegerversammlung mit über 60 Teilnehmern. Damals konnte Landrat Martin Bayerstorfer noch keinen Erfolg vermelden. Zu wenige seien bereit, Grund abzutreten, berichtete er damals unserer Zeitung.

Das ist mittlerweile anders. Vier Landwirte und eine Handvoll weiterer Grundeigner hätten Flächen für die Anpflanzung unentgeltlich zur Verfügung, erzählt Lorenz Oberndorfer jun. auf Nachfrage. „Ich bedanke mich ganz besonders bei dem Gemeinderat und den vornehmlich aktiven Landwirten, die bisher ihren Grund und Boden unentgeltlich zur Verfügung gestellt und somit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Lindenallee geleistet haben“, erklärt Bayerstorfer laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes. „Ich hoffe, dass noch viele weitere diesem beispielhaften Handeln folgen, um die Lindenallee wieder das werden zu lassen, was sie einmal war.“

Dieter Neumaier, der neu gewählte Bürgermeister von Kirchberg, hat sich schon viele Jahre in dieser Sache engagiert und schließt sich Bayerstorfers Dank an: „Viele kleine Rädchen mussten ineinander greifen, um im Zusammenspiel etwas Einzigartiges für Natur, Umwelt und Heimat zu bewegen. Jetzt hat für das Naturdenkmal Lindenallee rund 115 Jahre nach der Pflanzung eine neue Zukunft begonnen“, erklärt er laut der Pressemitteilung.

Auch Oberndorfer lobt den Entscheidungsprozess. „Das war so, wie’s sein soll. Aufm kurzen Weg wurden Kompromisse gefunden“, erzählt der Kirchberger. Besonders wichtig sei die Einigkeit unter den beteiligten Landwirten gewesen. „So konnten wir auf Kirchberger Flur mindestens 70 Prozent abdecken.“ Dennoch sei das nicht genug: „Wenn man die Lindenallee erhalten will, dann sollten alle mitmachen.“

Umgesetzt wurde nun ein vom Fachbereich Liegenschaftsmanagement und dem Sachgebiet Naturschutz im Landratsamt entwickeltes Nachpflanzungskonzept. Dieses wurde vom Kirchberger Gemeinderat im September 2019 in nichtöffentlicher Sitzung einstimmig angenommen. Im Januar 2020 folgte ein Treffen mit interessierten und betroffenen Grundstückseigentümern – hauptsächlich aktive Landwirte.

„Erste positive Rückmeldungen“

Hier wurde in enger Abstimmung vereinbart, die geplanten Nachpflanzungsstandorte zu markieren, damit jeder eine Vorstellung habe, wo die künftigen Linden stehen werden. Seit dem 28. Februar 2020 unterzeichnete Landrat Martin Bayerstorfer mehrere Vereinbarungen, die dem Landkreis Erding das Recht sicherten, über 40 Linden im Gemeindegebiet Kirchberg nachzupflanzen. Die Umsetzung in Wartenberg ist demnächst geplant.

Oberndorfer ist auf jeden Fall stolz auf das bereits Erzielte: „Wir haben schon erste positive Rückmeldungen bekommen.“

Timo Aichele

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