Viel zu eng für Begegnungsverkehr ist die Gemeindeverbindungsstraße in der Ortsmitte von Burgharting. An diesem Eck mit dem Fraunberger-Haus geschah kürzlich ein Unfall mit einer 14-jährigen Radlerin.
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Viel zu eng für Begegnungsverkehr ist die Gemeindeverbindungsstraße in der Ortsmitte von Burgharting. An diesem Eck mit dem Fraunberger-Haus geschah kürzlich ein Unfall mit einer 14-jährigen Radlerin.

„Permanent gegen Verkehrsregeln verstoßen“

Autoraser und Lkws auf engem Schleichweg: Nach Unfall mit Radlerin (14) - Anwohner in Angst um ihre Kinder

Bürger in Reitgarten und Burgharting klagen über Lkw-Verkehr und zu schnelle Autos. Erst kürzlich hat es einen Unfall zwischen einem Lastwagen und einer 14-Jährigen gegeben.

Burgharting – Seit fast zehn Jahren ist der Verkehr auf der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Burgharting, Gemeinde Kirchberg, und Reitgarten, Gemeinde Hohenpolding, für die Anwohner ein Ärgernis. Der Abschnitt ist Teil eines Schleichwegs zwischen der A 92 und der B 15. Lkws schlängeln sich durch die Dörfer, und die Geschwindigkeitsbeschränkungen werden häufig überschritten. An einer besonders engen Stelle in Burgharting kam es kürzlich zu einem Unfall zwischen einem Lkw und einer Radlerin. Die 14-jährige zog sich dabei einen Trümmerbruch am Handgelenk zu.

Burgharting: Lkws schlängeln sich durch Schleichweg - Einwohner in Angst um ihre Kinder

Viele Einwohner von Burgharting haben Kinder, die den Gehsteig auf dem Weg zur Schulbushaltestelle nehmen müssen. Sie haben Angst und möchten nicht warten, „bis dort wieder Blaulicht steht“. Die Burghartinger fordern ebenso wie die Bewohner des benachbarten Örtchens Reitgarten seit langem Beschränkungen auf der Strecke.

Die Reitgartener machen schon seit Jahren mobil. Aber trotz ihrer Hinweise geschah am Ende nichts. 2012 waren zwar der damalige Bürgermeister Heribert Niedermaier und Karlheinz Lauffer von der Polizeiinspektion Dorfen vor Ort, später kam das damalige Bundestagsmitglied Ewald Schurer (SPD †) vorbei.

Lkws und schnelle Autos auf Schleichweg - „Permanent gegen Verkehrsregeln verstoßen“

„Sehenden Auges und permanent wird hier gegen Verkehrsregeln verstoßen“, klagt Roger Mulzer, der für viele Reitgartener spricht. Damit meint er neben der zu hohen Geschwindigkeit das Befahren der Gehwege an Stellen, wo sich Lkws auf der schmalen Straße begegnen. Geeignetere Strecken gäbe es unweit nördlich und südlich, meint Mulzer, und auch ein Tempolimit in der Nähe, auf der Straße nach Rothenkasten, wurde durchgesetzt.

„Ich weiß es, ist ärgerlich, aber eine Straße ist nun mal zum Fahren da“, meint Hohenpoldings Bürgermeister Alfons Beilhack auf Nachfrage der Redaktion zu dieser Situation und erläutert den Sachverhalt für Reitgarten: Die Ortschaft ist geschlossen und Gehwege vorhanden, somit ist eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h rechtlich nicht umsetzbar. Bereits angebrachte Schilder mussten nach einer Beschwerde wieder abgenommen werden.

Ärger um Schleichweg: Polizei äußert sich zur geforderten Geschwindigkeitsbegrenzung

Zudem hätten Geschwindigkeitsmessungen keine Beanstandungen ergeben. Polizeihauptkommissar Karlheinz Lauffer ist sowohl die Angelegenheit auf der gesamten Gemeindeverbindungsstraße, als auch der kürzlich geschehene Unfall bekannt. Er fasst mit Verweis auf die Straßenverkehrsordnung die rechtliche Sicht folgendermaßen zusammen: „Wir brauchen für eine Geschwindigkeitsbeschränkung eine gewisse Unfallgefahr, die auch von der Geschwindigkeit herrührt.“

Laut Protokoll der Polizei geschah der Unfall zwischen dem Lkw und der E-Bike-Fahrerin allerdings aufgrund der „bergabbedingten Geschwindigkeit“ der Radlerin. Der entgegenkommende Lastwagen habe abgebremst. Am Fraunberger-Haus, dem Firmensitz des früheren Installationsbetriebs, verriss die 14-Jährige wohl aus Angst ihren Lenker und touchierte erst dann den Lastwagen.

Laut Lauffer also ein Fahrfehler und damit keine Handhabe für eine Änderung der Verkehrsregeln in Burgharting oder gar auf der ganzen Gemeindeverbindungsstraße. „Ich weiß auch, dass wir viele Tempo-30-Beschränkungen als Altbestand haben, eine Einführung auf dieser Stecke würde aber einer Überprüfung nicht standhalten“, erklärt der Beamte und verweist auch auf die wieder aufgehobene Beschränkung in Reitgarten aus diesem Grund.

Eine präventive Beschränkung, wie sie auf der Straße nach Rothenkasten eingeführt wurde, sieht er, zumindest für die nicht unübersichtliche, gerade durch Reitgarten verlaufende Straße, auch nicht als durchsetzbar. Für Mulzer und seine Nachbarn heißt dies wohl, dass sie weiterhin vor allem den Kindern einschärfen müssen, besonderes Augenmerk auf den Straßenverkehr zu legen. FABIAN HOLZNER

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