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Bei Kirchberg wurden etliche Linden gefällt. 

Kritik an Arbeiten an der Kreisstraße

Fällaktion an Lindenallee: „Niedergang eines Naturdenkmals“

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Die Lindenallee zwischen Wartenberg und Kirchberg ist eine Besonderheit in der Region. Nun wurden mehrere Bäume gefällt.

Kirchberg– Baumfällungen für die Verkehrssicherheit: Diese Aktion des Landratsamts an den Kreisstraßen ist in den vergangenen Wochen von einigen Bürgern argwöhnisch beobachtet worden. Insgesamt 20 Bäume seien es gewesen, hatte die Behörde in einer Pressemitteilung erklärt. Doch diese Zahl wird schon alleine an einer Kreisstraße erreicht. An der ED 2 zwischen Wartenberg und Kirchberg sind 26 Stämme der unter Naturschutz stehenden Lindenallee zur Fällung markiert worden.

Davon etwa die Hälfte wurde nach Beobachtung des Kirchbergers Dieter Neumaier tatsächlich umgeschnitten. Beim Rest sei die Krone stark zurückgeschnitten worden, oder es sei noch geplant, berichtet der Gartenbauingenieur, der Mitglied des Gemeinderats ist. Mit dem heutigen 1. März müssen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Bis Ende September gilt ein Schutzzeitraum nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

Neumaier ist überzeugt, dass die gestutzten Bäume auf die Dauer nicht überleben werden. „Die Linden, die 2004 so brutal zugeschnitten wurden, sind mittlerweile alle gefällt“, berichtet der 45-Jährige. Er beobachtet das Naturdenkmal, seitdem er am Gymnasium eine Facharbeit über die 1906 gepflanzte und 1983 unter Naturschutz gestellte Lindenallee mit 225 Bäumen geschrieben hat.

„Vor zehn Jahren haben wir das 110-Jährige der Lindenallee gefeiert. Jetzt können wir bald die Beerdigung feiern“, befürchtet der Kirchberger. „Entscheidend wäre, dass man endlich beginnt nachzupflanzen.“

Nach seinen Informationen sei die Standfestigkeit der markierten Linden in Zweifel gezogen worden, berichtet Neumaier. Dagegen lasse sich schlecht argumentieren. Eine Gefährdung der Autofahrer seien die am Straßenrand stehenden Linden aber nicht. „Ich habe nie gehört, dass das ein Unfallschwerpunkt ist“, sagt der Kirchberger. Bei einzelnen Bäumen in einer Kurve könne er das noch nachvollziehen. Doch gerade hier wirke die optisch eingeengte Fahrbahn sogar bremsend.

Wenn nun Bäume herausgenommen werden, gehe der Alleecharakter verloren, kritisiert er. „Wir müssen hier dem Niedergang eines Naturdenkmals zusehen.“ Die Lindenallee an den sechs Kilometern Kreisstraße zwischen Wartenberg und Halberstätt sei einzigartig – „wunderbar im winterlichen Rauhreif und eine Pracht im Sommer“.

Holzland-Anwohner: Hans Wegmann, ehemaliger VR-Bank-Chef in Taufkirchen, hat einen Vorschlag für die Rettung der Allee: „Man sollte den Grund entlang der Straße kaufen, daneben einen Radweg bauen und die neuen Bäume hinpflanzen. Das wäre schön. Aber so haben wir bald gar nichts mehr.“

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