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Neuer Service: Verwaltungsleiter Karlheinz Miksch stellte das neue Angebot vor.

Neuer Service

Fahrdienst für Hilfsbedürftige

Der Gemeinderat Kirchberg hat auf Initiative von Bürgermeister Hans Grandinger hin beschlossen, eine gemeindliche Mobilitätshilfe ins Leben zu rufen. Damit soll den hilfsbedürftigen Bürgern der Alltag ein wenig erleichtert werden.

Kirchberg Bürgern, die nicht mehr so mobil sind, will die Gemeinde Kirchberg mit einem speziellen Fahrdienst helfen. Der Bedarf ist offenbar gegeben. Verwaltungsleiter Karlheinz Miksch, von der VG Steinkirchen, erklärt das Projekt näher: „Es soll keinesfalls eine Konkurrenz zu Dritten sein. Im Gegenteil. Es soll eine Ergänzung von Leistungen für die Bürger sein, um für diese eine möglichst gute und hohe Lebensqualität vor Ort zu erreichen, ihnen den Alltag zu erleichtern und ihnen das Leben, das oft durch Alter, Krankheit und äußere Einflüsse erschwert wird, angenehmer zu machen“, betont er. Diesem Ansinnen räumt er oberste Priorität ein. Dieses Ziel soll stets „Hand in Hand“ angestrebt und auch erreicht werden.

Das Angebot sei insbesondere, aber nicht nur, für ältere, nicht mehr ganz mobile Menschen gedacht, die zum Arzt oder zum Einkaufen müssten. Genau in diese Schiene sollen die Leistungen der Gemeinde in erster Linie gehen. Die Mobilitätshilfe werde zunächst über die VG-Verwaltung koordiniert. Ansprechpartner ist Miksch unter Telefon (0 80 84) 9 48 75 -12.

„Wir sind ein sehr ländliches Gebiet, haben keine zentralen Ortschaften, keine optimale ÖPNV-Anbindung, alles ist weit verstreut und die Versorgungseinrichtungen sind sehr dünn gesät, sprich Ärzte, Krankenhäuser, Lebensmittelgeschäfte und so weiter“, weiß Miksch. Beispielsweise sei die Mobilitätshilfe für Menschen gedacht, die einen Arzt-, Therapietermin oder Ähnliches etwa in Erding oder Landshut hätten, selbst nicht mehr mobil seien, die Angehörigen tagsüber berufsbedingt nicht vor Ort sein und die Fahrt dorthin somit nicht übernehmen könnten. Für solche Fälle würde, wenn gewünscht, die Gemeinde die Fahrdienste übernehmen. Auch Fahrten im Kindergarten- und Schulbereich sowie im Bereich der Flüchtlingsbetreuung seien vorstellbar.

„Es soll aber definitiv kein Taxi-Unternehmen sein“, betont Miksch. Schmunzelnd fügt er an: „Es ist wirklich nicht dafür gedacht, wenn jemand spät abends nach einem Gaststättenbesuch heimfahren brauche,“ sondern für wirkliche soziale Härtefälle. Vieles müsse im Einzelfall besprochen und abgeklärt werden, wohl nicht alle Anfragen können übernommen werden, sagt der Verwaltungschef. „Wichtig ist, dass die Anfragen so früh, wie möglich bei uns eingehen, um alles entsprechend koordinieren zu können. Eine gewisse Flexibilität streben wir jedoch an.“

Ein entsprechendes Fahrzeug, ein Renault Kangoo, bezogen von der Firma Mesner aus Großwimpasing bei Inning, werde dazu geleast. Der Kastenwagen, in dem auch für Rollstuhl und Rollator sowie Gepäck im Kofferraum Platz sei, habe fünf Sitzplätze, sei etwas höher und damit angenehmer zum Einsteigen – insbesondere für Personen mit Einschränkungen. Er werde demnächst geliefert.

Die Einsatzzentrale sei vorerst in Steinkirchen. Wie man es dann zukünftig in der Praxis handhabe, müsse sich erst im Laufe der Zeit einspielen. Die angebotenen Fahrten seien nicht ganz kostenlos, aber sicher erträglich. Abgerechnet werde über eine Kilometerpauschale in Höhe von 30 Cent pro gefahrenem Kilometer. Zudem werde ein Stundenbetrag von acht Euro erhoben. „Wir haben zwar einen Pool an Fahrern, die auf geringfügiger Basis beschäftigt sein werden und über das ganze Holzland verstreut wohnen, aber auch sie werden wohl nicht rund um die Uhr zur Verfügung stehen können.“

Personell- und fahrzeugbedingt werde man nicht immer alles abdecken können, meint der Verwaltungsleiter. „Es ist jetzt erst einmal ein Versuch. Wenn es nicht so angenommen wird, der Bedarf doch nicht so vorhanden ist, wie er momentan zu sein scheint, lassen wir es wieder sein“, sagt Miksch. Die Einrichtung müsse erst wachsen und bekannt werden und im Holzland dafür entsprechend Werbung gemacht werden. Erste aktuelle und konkrete Anfragen bei der Gemeinde gebe es aber schon.

Ausschlaggebender Grund für die Mobilitätshilfe war, dass es in der Vergangenheit immer wieder Problemfälle und Anfragen bei der Gemeinde gab. Auch im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung Holzland (ILE) sei die Mobilitätshilfe schon ein Thema gewesen und angesprochen worden. Die Gemeinde Kirchberg mache jetzt den Vorreiter, bezahle auch die Leasinggebühren und Unterhaltskosten, bestätigt Miksch und betont: „Das Angebot gilt zwar zunächst speziell für die Gemeinde Kirchberg, kann aber bei Bedarf gegebenenfalls im gesamten Holzland genutzt werden.“

Birgit Lang

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