Tritt nicht mehr an: Hans Grandinger ist seit 24 Jahren Bürgermeister von Kirchberg.

Bürgermeisterwahl

Grandinger hört auf – Neumaier soll folgen

Lange hat sich Kirchbergs Bürgermeister Hans Grandinger Zeit gelassen. Jetzt hat er im Gemeinderat verkündet, dass er nach vier Amtsperioden für keine weitere kandidieren wird. Sein Nachfolger steht schon in den Startlöchern.

VON BIRGIT LANG

Kirchberg – „Ich will mich nicht drücken. Es hat mir Spaß gemacht und ich habe noch viele Ideen“, sagt Hans Grandinger. Aber es gebe zwei Hauptgründe, warum er nicht mehr antreten werde, erklärt der 63-Jährige: „Wir haben einen Vollpflegefall mit meiner Mutter daheim und ich bin gesundheitlich auch angeschlagen.“ Sein Nachfolger habe sich selber ins Spiel gebracht. „Er wartet schon seit langem darauf“, sagt Grandinger.

Bürgermeister-Sohn im Gespräch

Im Gemeinderat gebe es einige geeignete Personen, aber beim Bürgermeisteramt handele es sich um einen Vollzeitjob, für den nicht jeder die Zeit habe. So brodelte die Gerüchteküche in den vergangenen Monaten. Auch Grandingers Sohn Martin, Feuerwehrkommandant von Kirchberg, wurde gehandelt. Auf Nachfrage der Heimatzeitung erklärte er: „Ich hätte kandidiert, wenn Herr Neumaier nicht antreten würde." Jetzt würde er darauf verzichten, weil er es nicht gut finde, "dass es zwei Listen für die kleine Gemeinde Kirchberg" gebe.  Neben seinem Job als Feuerwehrkommandant habe er "viel Arbeit mit dem Holzlandvolksfest und dem Faschingumzug" und seinem Geschäft. Grandinger möchte aber auf alle Fälle in die Gemeindepolitik einsteigen und sich für den Gemeinderat aufstellen lassen.

Neumaier wirft Hut in den Ring

Will neuer Gemeindechef Kirchbergs werden: Dieter Neumaier.

Der zweite Name, der immer wieder im Spiel war, ist nun bestätigt: Der 48-jährige Dieter Neumaier, Gartenbauingenieur an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Freising, zweifacher Vater und seit 2002 engagierter Gemeinderat will als Bürgermeisterkandidat antreten. Vieles hat er in den vergangenen 18 Jahren angestoßen und mit umgesetzt. Als Jugendreferent hat er beispielsweise das gemeindliche Ferienprogramm übernommen und initiiert. Als Breitbandreferent hat er alle möglichen Hebel in Bewegung gesetzt, damit seine Heimatgemeinde jetzt „gut angeschlossen“ ist, wie er sagt. Seit 18 Jahren ist Neumaier auch im Rechnungsprüfungsausschuss und kennt sich daher bestens mit dem gemeindlichen Haushalt und den Finanzen aus.

In Arndorf geboren und aufgewachsen, wohnt er seit knapp 20 Jahren in Schröding. Seine Heimat ist ihm schon immer sehr wichtig. So hat er seine Diplomarbeit über die Kirchberger Lindenallee erstellt, für deren Erhalt er seither kämpft. Auch bei der Kirchberger Gemeindechronik hat er als Mitautor einen großen Anteil beigetragen. „Ich sehe mich aber nicht nur als Kirchberger, sondern auch als Holzländer“, betont der 48-Jährige, der seit 40 Jahren beim FSV Steinkirchen Fußball spielt und auch im Vorstands aktiv war. Bekannt ist er in der Region vielen zudem als Schlagzeuger der Band „NightLine“.

Kontinuität und Stabilität

Neumaier steht für „Kontinuität, Stabilität, für Heimat und Umwelt“, erklärt er selbst. Von seinem Vorgänger und dem Gemeinderat begonnene Projekte wolle er fertig stellen. Er nennt hier die geplanten Parkplätze für die Kirchgänger und die Besucher des künftigen Bürgersaales in Schröding, dessen Entwurf schon im Landratsamt zur Prüfung liege. Ein weiteres großes Projekt sei der Anbau für die Mittags- und Nachmittagsbetreuung an der Grundschule. Desweiteren stünden noch Straßensanierungen und Einzelhoferschließungen an. Dennoch will Neumaier weiterhin kontinuierlich die Schulden der Gemeinde von aktuell rund 2,5 Millionen Euro abbauen.

Sehr am Herzen liegen Neumaier auch die Vereine. „Sie sind das Rückgrat unserer Gemeinde. Ich werde sie weiterhin stark unterstützen. Schließlich sind sie auch für viele Neubürger ein guter Zugang in die Gemeinde.“ Als Gartenbauingenieur wird er zudem weitere Umweltprojekte vorantreiben. „Wie die Landwirtschaft durch das Volksbegehren zur Diversität verpflichtet wurde, soll auch unsere Gemeinde ihren möglichen Beitrag dazu leisten“, findet er und nennt weitere Blühflächen und Baumpflanzungen auf Gemeindeflächen, die entstehen sollen. Dem Familienvater ist ein „verträgliches Bevölkerungswachstum“ wichtig. So möchte er sich um Bauerschließungen vorranging für Einheimische bemühen.

Aufstellungsversammlung im Dezember

Im Dezember wird die Aufstellungsversammlung für seine Kandidatur für die UWK & AWK (Unabhängige Wählervereinigung Kirchberg & Allgemeine Wählergemeinschaft Kirchberg) sein. Momentan ist Neumaier auf der Suche nach möglichen Kandidaten für die Liste. Bis dato waren es nur acht Gemeinderäte der AWK & UWK. Weil Kirchberg jetzt aber deutlich über 1000 Einwohner hat, werden es künftig zwölf Gemeinderäte sein, also mindestens vier neue.

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