Mit sicherer Hand malt Hans Ertl die Kapelle auf dem Museumsgelände an.Foto: Birgit lang
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Mit sicherer Hand malt Hans Ertl die Kapelle auf dem Museumsgelände an.

Neue Exponate

Heimatmuseum Thal öffnet wieder

Die Oldtimerfreunde Kirchberg haben das Heimatmuseum Thal hergerichtet. Sie sind bereit für die Öffnung am Sonntag, 4. Juli.

Thal – Nach 14 Monaten Stillstand sind die Mitglieder der Oldtimerfreunde Kirchberg aus dem Corona-Schlaf erwacht. Auf dem Museumsareal in Thal herrscht nun emsiges Treiben. Denn am Sonntag, 4. Juli, von 13 bis 16 Uhr wird der historische Ausflugsort, der sich dem ländlichen Leben früherer Zeiten widmet, wieder für Besucher geöffnet. Die Helfer haben in den vergangenen drei Wochen geputzt, gemäht und gegartelt. Das Deckengewölbe des Backofens wurde erneuert, und die Museumskapelle bekam einen neuen Anstrich.

Einer der fleißigen ehrenamtlichen Maler war Hans Ertl aus Oberstraubing. Nach gut elf Jahren sei die Kapelle mit dem Hochdruckreiniger wieder sauber gemacht worden, „vor allem das Dach war vermoost“, sagt er. Zuerst sei sie weiß gestrichen worden, danach „die Muster in Bischofsrot“ und die Verzierungen der Mauer in Gelb angemalt worden. Bis zu zehn Leute seien mitunter da gewesen, hätten auch die Holztür der Kapelle abgeschliffen, die Beschläge behandelt und gestrichen, berichtet der ehemalige Maschinenbauer und Entwicklungsingenieur. „Das Kleinzeug macht viel Arbeit, aber mir macht es Spaß. Und Zeit hab ich auch, wenn ich nicht grad Motorrad fahren bin“, erzählt der Rentner.

Auch einige neue Exponate gibt es nun in Thal zu sehen, verrät Vorsitzender Manfred Obermaier, etwa eine der vier 400 Kilogramm schweren Stahlglocken der Kirche St. Andreas von Baierbach. Sie wurde dort im Mai 2019 durch eine Bronzeglocke ersetzt. „Während des Zweiten Weltkriegs wurden viele Glocken Opfer der Rüstungsindustrie. Sie wurden entnommen, eingeschmolzen und zu Waffen, Klammern und Patronenhülsen gemacht“, sagt Obermaier. Mit dieser Glocke wolle man auch ein Zeichen setzen und künftige Generationen warnen, solche schlimmen Zeiten nie wieder zuzulassen, betont er.

In den vergangenen Monaten sei es wegen der Ausgangssperren kaum möglich gewesen, am Museumsareal tätig zu werden, so der Vorsitzende. Nur sporadisch habe man Versammlung gehabt, oft nur telefoniert. Glücklicherweise sei man mit dem Schuldenabbau schon sehr weit. Der ganze Museumsbetrieb sei auf Fixkosten heruntergefahren worden, um Minimumabschläge zu haben.

„Wir haben alles soweit möglich auf Eis gelegt“, sagt Obermaier, der Leiter der VR-Bankstelle in Burgharting ist. Und er verrät, dass schon wieder die nächste Baumaßnahme geplant ist: ein Holzschuppen. „Wir stehen in den Startlöchern, müssen aber noch warten.“ Man wolle wieder alles selber machen und habe gute Sponsoren. „Das ist schon zu stemmen.“

Mitgliederschwund befürchtet Obermaier nicht, im Gegenteil. „Es ist schon wieder ein Packerl dazugekommen.“ Vor allem auch junge, was ihn sehr freue. Bei den Oldtimertreffen seien 80 Prozent der Teilnehmer zwischen 15 und 25 Jahren alt. Dazu trage auch der „Hype“ um alte Bulldogs und Mopeds bei. Den Jungen würden auch die alten Traditionen gefallen. Dass sei für den Verein wichtig, denn viele Aktive seien mittlerweile schon sehr betagt und könnten nicht mehr so viel Arbeitsleistung einbringen. Nun seien alle ganz heiß darauf, dass wieder geöffnet werde. Das zeige sich auch am guten Besuch der Vereinshomepage, weiß der Vorsitzende oder an Ausflüglern, die jetzt schon gerne Rast auf dem Museumsgelände machen würden.

Auch mit den vier Holzlandgemeinden und dem Pfarrverband wolle man wieder etwas machen. Obermaier nennt das Ferienprogramm oder Brotbacken für Kommunionkinder. Auch einzelne Schulklassen möchten schon wieder kommen

Für die Eröffnung habe man ein Hygienekonzept erstellt. Die Besucher könnten ohne Anmeldung kommen. Es gelte Mindestabstand und Maskenpflicht beim Museumsbesuch, aber man müsse sich nicht registrieren. Es dürften 25 bis 30 Personen gleichzeitig eingelassen werden. Die Bewirtung erfolge komplett im Stadl, dort sei schon eine Registrierung erforderlich – wenn möglich alles im Freien und To go.

BIRGIT LANG

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