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Amtsübergabe und Verabschiedung ohne Bürger: Im Sitzungssaal der VG Steinkirchen trafen sich (v. l.) Hans Schweiger, Alfons Beilhack, Hans Grandinger, Karlheinz Miksch und Dieter Neumaier.

VG-Vorsitz

Sitzungsglocke für den Nachfolger

Kirchbergs langjähriger Bürgermeister Hans Grandinger hat den Vorsitz der Verwaltungsgemeinschaft Steinkirchen an seinen Nachfolger Dieter Neumaier übergeben.

Holzland – Da eine Veranstaltung mit Bürgern wegen der Corona-Krise nicht absehbar ist, fand die Übergabe in kleinem Kreis mit Hans Schweiger (Bürgermeister von Steinkirchen und neuer Vorsitzender des Wasserzweckverbands Holzland), Alfons Beilhack (Bürgermeister von Hohenpolding und neuer Vorsitzender des Schulverbands Schröding-Hohenpolding) sowie VG-Geschäftsleiter Karlheinz Miksch statt.

An jeden der vier wandte Grandinger sich mit Dankesworten und Glückwünschen für die begonnene Amtszeit. Symbolisch überreichte er eine Sitzungsglocke, mit der der Wechsel in Gemeinderats- und Verbandssitzungen eingeläutet wird und scherzte: „Ich hoffe, dass ihr die auch zum Läuten hernehmt, nicht nur zum Zuhauen.“ Neben „Glück“ gab er Neumaier vor allem „Mut“ mit in seine Amtszeit, „denn es werden jetzt schwierige Zeiten kommen“. Dennoch wog Grandinger ab, dass im gesamten Holzland zahlreiche kleine und mittelständische Betriebe angesiedelt seien und dadurch der Einbruch bei der Gewerbesteuer nicht so gravierend sein werde, wie andernorts.

Zwölf Jahre war Grandinger Vorsitzender der VG, die vor 40 Jahren als „Notlösung“ entstand und sich seither immer wieder in ihrer Stabilität bewährt hat, wie er erinnerte. Gegenseitiger Respekt und Verlässlichkeit seien unabdingbare Grundlagen für das Funktionieren der VG. Mit deren Geschäftsleiter Karlheinz Miksch habe der neue Vorsitzende Neumaier „einen sehr guten Mann an der Seite, der die Angelegenheiten überdurchschnittlich gut im Griff hat“, lobte Grandinger und schloss dabei das gesamte Verwaltungspersonal mit ein.

Ein kurzer Rückblick fiel auf das Erfolgsprojekt Wasserzweckverband Holzland. Ausgehend von Kirchberg, schlossen sich Steinkirchen und Hohenpolding an die gemeinsame Trinkwasserversorgung an, im Januar kam die Gemeinde Inning hinzu. In den letzten zwölf Jahren war Grandinger hier Vorsitzender. Diesen „großen Aufgabenbereich“ übergab er nun an Hans Schweiger.

Der Schulverband Schröding hat mit Alfons Beilhack einen neuen Vorsitzenden. Zu Grandingers Anfängen als Bürgermeister, vor 24 Jahren, sei dies noch ein „Verbändchen, das man haben müssen hat“ gewesen. Über die Zeit hätten sich „gewaltige Veränderungen“ ergeben, Schulreformen und Mittagsbetreuung nannte der ehemalige Bürgermeister als Beispiele. Hinzu komme nun die Ganztagsschule, wovon Grandinger „nie ein Freund war“, wie er bekannte. Mit den Worten „Macht es gut, ihr werdet es gut machen, davon bin ich überzeugt. Somit ist meine Mission beendet“, verabschiedete sich der 63-Jährige.

Für die Angesprochenen ergriff Dieter Neumaier das Wort und zollte schon allein den 24 Jahren, die sein Vorgänger die Geschicke der Gemeinde leitete, Respekt. In dieser Zeit, die Neumaier 18 Jahre als Gemeinderat begleitete, gab es „magere und fettere Jahre“. Grandinger sei dabei stets „gut voran gegangen“ und habe es immer geschafft, „alle mitzunehmen“. Dies gelte auch für den VG-Vorsitz „Ohne deinen Antrieb würden wir heute nicht hier sitzen“, meinte Neumaier mit Bezug auf das 2013 fertig gestellte Rathaus in Steinkirchen.

In die Zukunft der VG blickt er optimistisch: „Ich bin der festen Überzeugung, dass es die nächsten sechs Jahre so weitergeht und wir uns bei Problemen zusammensetzen und gemeinsam handeln“. „Inständig“ hofft Neumaier, Grandinger in unbestimmter Zeit in „würdigem Rahmen vernünftig“ verabschieden zu können. Eine Möglichkeit wäre die aufgeschobene Bürgerversammlung, wenn diese nachgeholt werden könne.  fh

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