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24 Jahre lang steckte Hans Grandinger als Bürgermeister Ziele für die Gemeinde Kirchberg, jetzt sind wieder private, nämlich Reiseziele, an der Reihe.
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Viele Stunden hat Hans Grandinger im Bürgerhaus zugebracht.

Nach vier Perioden

Aus Überraschungssieg wurden 24 Jahre: Kirchbergs Bürgermeister übergibt sein Amt

24 Jahre lang steckte Hans Grandinger als Bürgermeister Ziele für die Gemeinde Kirchberg, jetzt sind wieder private, nämlich Reiseziele, an der Reihe.

Kirchberg – 24 Jahre lang steckte Hans Grandinger als Bürgermeister Ziele für die Gemeinde Kirchberg, jetzt sind wieder private, nämlich Reiseziele, an der Reihe: „Jeden Kontinent möchte ich mit meiner Frau Therese bereisen, Australien, Afrika und Amerika stehen noch an“, sagt er in Vorfreude auf seinen politischen Ruhestand. Für eine offizielle Verabschiedung war wegen der Corona-Krise keine Gelegenheit, nächste Woche übernimmt Dieter Neumaier das Amt.

Mit der Erwartung „das passiert sowieso nicht“, ließ sich Grandinger mit 39 Jahren als Gegenkandidat zu Georg Strohmaier aufstellen, der sich 1996 für eine siebte Amtszeit bewarb. Den deutlichen und für ihn überraschenden Wahlsieg erklärt er sich heute so: „Ich glaube die Bürger sagten sich damals ,Wir brauchen wieder jemand Jungen‘ und so wurde ich mit 61 Prozent der Stimmen ins kalte Wasser geschmissen.“

Arbeitspensum stets gewachsen

Das Neuland betrat er allerdings umso entschlossener und eignete sich schnell umfangreiches Wissen an. „Das kam mir in den Folgejahren zugute“, ist er überzeugt. Nicht nachtrauern wird er nach vier Amtszeiten dem stets vollen Terminkalender, „meist bin ich die anstehenden Treffen, Besprechungen oder Sitzungen gleich nach dem Aufwachen, noch im Bett durchgegangen“.

Zeit- und Arbeitsaufwand hätten sich in den 24 Jahren deutlich erhöht, erzählt der heute 63-jährige. Während er anfangs noch bei einer landwirtschaftlichen Kontrollorganisation Betriebe in zehn Landkreisen beriet, nahm ihn das Amt immer mehr in Anspruch, so dass er 2013 den Hauptberuf aufgab. „Wir haben es zwar schon in den 90ern nicht einfach gehabt, die Intensität der Verwaltung wurde seither aber immer zeitraubender“, blickte er zurück. Nebenher galt es durchgehend, den eigenen Hof zu bewirtschaften – „ohne die Hilfe meiner Familie undenkbar“, wie er dankbar hinzufügt. Rückendeckung habe er von allen Seiten bekommen, unvermeidbar waren aber Abstriche im Privatleben, vor allem Freundschaften konnte er nicht pflegen wie zuvor.

Sehr viel Spaß gemacht habe ihm im Amt aber vieles. Als erstes denkt er dabei an das Begleiten der Bauprojekte, „vom ersten bis zum letzten Stein“. Der erste Grundstein, den er setzte, war der für eine neue Grundschule in Schröding.

Große Schuldenlast wegen der Schule

Größtenteils bereits vom Vorgänger geplant, lag Grandinger das Projekt „sehr am Herzen“, wenn es auch dazu beitrug, dass die Gemeinde zu seiner Anfangszeit „blank dastand“. Wenig mehr als 800 Einwohner hatte Kirchberg damals, auf jeden kamen 4800 Euro Schulden, heute sind es 980 Euro bei etwa 1150 Bürgern. Die Einweihung der Grundschule rechnet Grandinger zu den absoluten Höhepunkten seiner Laufbahn und findet noch heute, belegt durch einen Fassadenpreis: „Es ist eine der schönsten Schulen im Landkreis geworden.“

Junge Kollegen: Hans Grandinger (l.) und Hohenpoldings Bürgermeister Martin Bayerstorfer beim Holzlandvolksfest 1997. Nun ist Bayerstorfer Landrat.

Zwingend erforderlich war eine grundlegende Sanierung des Abwassersystems, Kanäle mussten verbunden werden, aus drei kleinen Kläranlagen, kaum mehr als Teiche, wurde eine einzige, moderne Anlage in Burgharting. Als Vorsitzender des Wasserzweckverbandes Holzland begleitete Grandinger auch den Bau des Wasserwerks in Arndorf.  

Viele Ideen gingen durch den Gemeinderat, bis feststand, was aus dem alten Schulhaus in der Schrödinger Ortsmitte werden soll. 2008 machte es Platz für das Bürgerhaus, das kombiniert Räume für die Gemeinde, wie den Sitzungssaal, und eine Seniorenbetreuung bietet. „Imposant, ohne dabei das Ortsbild zu erschlagen, fügt es sich schön ein“, urteilt Grandinger und erinnert sich: „Die Diskussion, ob man es braucht oder nicht, hatte sich sehr schnell erledigt.“

An Adenauers Tisch setzte sich Hans Grandinger 1998 bei einer Reise nach Bonn, hier mit Ehefrau Therese.

2013 zogen alle vier Bürgermeister der Holzlandgemeinden ins neue Rathaus der VG Steinkirchen ein. Die dadurch gefestigte Verbundenheit war ganz im Sinne des VG-Vorsitzenden seit 2008: „Ich war immer der Meinung, dass wir überall zusammenarbeiten sollen, wo es möglich ist. Alles in einen Topf zu werfen, eine einzige Holzlandgemeinde zu bilden, war aber nie ein Ziel. Es ist am vernünftigsten, wenn die Leute vor Ort entscheiden können.“ 

Dreimal wurde Grandinger mit großem Zuspruch wiedergewählt, einen Gegenkandidaten gab es nie. Auch ihm selbst kamen keine Zweifel, ob der das Bürgermeisteramt weiter ausführen möchte und stellt nun fest: „Ich bin mit Herzblut an dem Amt gehangen und habe es nie als bloße Arbeitsstelle gesehen. Aber ich denke, es ist richtig, jetzt zu gehen.“

Langeweile befürchtet er nicht und meint augenzwinkernd: „Meine Frau wird mir dreimal am Tag eine Auftragsliste rund um Haus und Hof erstellen“. Und sechs Enkelkinder werden ihren Opa jetzt häufiger für sich haben.

Der nächste Sohn im Gemeinderat

Der Name Grandinger bleibt in der Gemeindepolitik bestehend, Sohn Martin löst Sohn Johannes, der die vergangenen zwölf Jahre seinen Vater als Gemeinderat unterstützte, im erstmals zwölfköpfigen Gremium ab.

Anfang April hätte sich Grandinger in einer letzten Bürgerversammlung als Bürgermeister verabschieden und im selben Zug damit den neuen Bürgersaal einweihen wollen. Dass dies Corona-bedingt ausfallen musste und derzeit keine Möglichkeit einer Ersatzveranstaltung in Sicht ist, bedauert er, meint aber: „Es gibt Schlimmeres.“ Auch ohne diesen letzten Auftritt bekam er allerdings mehrfach zu hören: „Schade ist es schon, einmal hättest es noch machen können.“

Fabian Holzner

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