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Die restaurierte Fahne wurde in der St. Vitus Kirche in Burgharting gesegnet.

Seit 60 Jahren das Ziel vor Augen

Teil der bayerischen Tradition: Holzlandschützen Forstaibach feiern Jubiläum

Die Holzlandschützen Forstaibach haben am Sonntag ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert.

Burgharting – Bei einem feierlichen Gottesdienst in der St. Vitus Kirche zum 60-jährigen Jubiläum der Holzlandschützen Forstaibach segnete Pfarrer Jacek Jamiolkowski die neu restaurierte Fahne. „Nach 60 Jahren war die Fahne verschlissen“, sagte Schützenmeister Josef Felixberger. „Jetzt erstrahlt sie in neuem Glanz.“ In goldenen Lettern steht auf dem Tuch: „Schau aufs Ziel, sprich nicht viel.“

Dabei sei die Fahne ein Symbol der Gemeinschaft, so Pfarrer Jamiolkowski bei der Segnung: „Eintracht, Brüderlichkeit, Rücksicht und gegenseitige Hilfe mögen immer das Ziel des Vereins sein.“ Der Schuss ins Schwarze sei dabei der weltliche Zweck, meinte der Seelsorger. „Im übertragenen Sinne geht es aber darum, das große Ziel des Lebens zu erreichen.“

Jamiolkowski bemängelte in seiner Predigt aber auch, dass in der heutigen Zeit die Kirche kein klares Ziel mehr vor Augen habe. Neue Wege gelte es nun zu suchen, zu verfolgen und zu erreichen – im weltlichen sowie kirchlichen Leben.

Ein Schützenverein gehöre zur bayerischen Tradition, meinte Vereinsmitglied Jakob Göbel: „Schützenvereine gab es immer schon und wird es auch weiterhin in Bayern geben.“ Und so hatten sich vor 60 Jahren die Gründungsmitglieder zusammengetan, um dieses Brauchtum am Leben zu halten. Erster Schützenmeister der Holzlandschützen Forstaibach war Georg Brenninger, zum Vize wurde damals Max Meier gewählt. Im Jahr 1960 kam es zum ersten öffentlichen Preisschießen des Vereins – 158 Mitglieder von 40 Vereinen beteiligten sich daran.

Sportliche Höchstleistungen auch in kleinen Vereinen möglich

Und 1964 wurde dann die erste Schützenfahne vom damaligen Pfarrer Franz Schwemmer gesegnet. Ein Jahr später teilte sich der Schützenverein. Ein Teil der ehemaligen Mitglieder gründete in Buch am Erlbach einen neuen Verein, die Sebastianischützen Buch.

In Eigenleistung bauten die Schützen 1994 im Gasthaus Forster in Burgharting einen Schießstand mit sechs Ständen. Die Materialkosten übernahm die Herbergsfamilie. „Auch in kleinen Schützenvereinen sind sportliche Höchstleistungen möglich“, sagte Mitglied Hans Kronseder. Das hätten die Holzlandschützen immer wieder bewiesen. 1997 gelang der ersten Mannschaft der Aufstieg in die Gauliga IV des Schützengaus Landshut.

Vor allem das Vereinsleben wird groß geschrieben. „Schließlich ist nicht nur das Schießen wichtig – sondern auch Brauchtum, Tradition und die Dorfgemeinschaft“, so Felixberger. Und er ergänzte: „Das Ehrenamt wird oft als Selbstverständlichkeit gesehen.“ Doch ohne Ehrenamt funktioniere die Gemeinschaft nicht. Tradition, Kameradschaft und Gemeinsinn – das seien jedenfalls die Säulen, auf denen die Gesellschaft stehe.

Michaele Heske

Veranstaltungen:

Der Kabarettabend „Knedl & Kraut“, den die Schützen mit dem Krieger- und Kameradschaftsverein in Burgharting veranstalten, ist am 12. Oktober statt, Kirchweih am 19. Oktober.

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