Unter den vielen Gästen waren auch die Gemeinderäte der Holzlandgemeinden zahlreich vertreten, o. der Steinkirchener Tisch mit Bürgermeister Hans Schweiger (r.) sowie den Gemeinderäten Sebastian Reiser (gegenüber) und Claudia Vielberger (2. v. r.).
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Unter den vielen Gästen waren auch die Gemeinderäte der Holzlandgemeinden zahlreich vertreten, o. der Steinkirchener Tisch mit Bürgermeister Hans Schweiger (r.) sowie den Gemeinderäten Sebastian Reiser (gegenüber) und Claudia Vielberger (2. v. r.).

Holzlandvolksfest

Friedlich und in Feierlaune: Zufriedene Besucher und glückliche Organisatoren beim Holzlandvolksfest

  • VonFabian Holzner
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11 000 Mass Bier und 2000 halbe Hendl, keine Zwischenfälle und besonnen Gäste, die beim Unwetter im Zelt blieben - beim Holzlandvolksfest lief‘s rundum gut.

Schröding – Erfolgreich, friedlich und vor allem sicher haben die Kirchberger und tausende Gäste das Holzlandvolksfest in Schröding gemeinsam bestritten. Fünf Tage Feiern, 11 300 Mass Bier und Radler, 2040 halbe Hendl und zwei Unwetter lagen am Montagabend zurück, als die vielen freiwilligen Organisatoren aus vier Vereinen die Zelttüren schlossen und sich zu einem Absacker zusammensetzen konnten.

Die Sicherheit zählte zu ihren obersten Anliegen und war gleichzeitig in besten Händen: Die Security wurde vergangene Woche noch einmal aufgestockt, und mit der Feuerwehr als Mitveranstalter befand sich stets eine große Zahl gut ausgebildeter Ersthelfer der First Responder auf dem Festgelände.

Als am Freitagabend ein Gewitter über Schröding hinwegfegte, harrten die Gäste diszipliniert im verschlossenen Zelt aus, wie Feuerwehrkommandant Martin Grandinger lobte. Ein Blitz schlug vermutlich in den nahen Kirchturm ein. Vom Stromausfall war das Volksfest, versorgt durch zwei davon unabhängige Hauptzuleitungen, nicht betroffen.

„Es wird einem schon ein bisschen anders, wenn man das Zelt wackeln sieht“, sagt Kirchbergs Bürgermeister Dieter Neumaier rückblickend. Auch er wäre mit den Schlüsseln für die benachbarte Grundschule mit Turnhalle bei einer Evakuierung bereit gestanden. Beim Starkregen am Sonntag hatte man großes Glück, dass sich das Festgelände auf einer Hügelkuppe befindet, von Überschwemmungen blieb man so verschont.

Eine nostalgische Gaudi war das Motorrad-Oldtimertreffen am Pfingstsonntag. Um die 120 Maschinen knatterten beim Corso mit.

Eine Schnittwunde mussten die First Responder nähen, eine weitere verarzten, ansonsten kam es auch bei proppevollem Zelt zur von Tetrapack angeheizten Partystimmung zu keinen größeren Zwischenfällen. In enger Zusammenarbeit mit der Polizei setzte man den Jugendschutz konsequent und ohne Probleme um.

Zu den Highlights zählte sicher das Motorrad-Oldtimertreffen am Sonntag. Um die 120 Maschinen knatterten nach Schröding, vor der Grundschule wurden die raren Gefährte begutachtet und gefachsimpelt, bevor es zu einer fast eineinhalbstündigen gemeinsamen Rundfahrt durch das Holzland ging. Auch die benachbarten Feuerwehren halfen mit, die Strecke und den Korso abzusichern, in den sich auch Landrat Martin Bayerstorfer mit seiner KS 80 Zündapp aus Jugendzeiten einreihte.

Alle Teilnehmer fanden wieder sicher zurück und holten sich in einer Dampfwolke am Schulberg ein Essensmarkerl ab. Bis aus Rechtmehring im Kreis Mühldorf waren Oldtimerfahrer zusammengekommen. Und als dann die Anfrage nach ein paar Litern Zweitakt-Gemisch ins Festbüro getragen wurde, konnte sich das Team von Organisator Jürgen Baumgartner ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Wir haben die Bereitstellung von Notbenzin als Verbesserungsvorschlag aufgenommen“, meinte Lorenz Oberndorfer vom Festausschuss lachend.

Das Konzept, den Tag des Wasserzweckverbands zu entzerren, hat sich bestens bewährt. Durch die Zweiteilung in Mittagstisch und Abendtisch ab 16 Uhr entlastete man Küche und Bedienungen. Mit ihrem erfahrenen 23-köpfigen Team aus Moosburg und Erding war erneut Chefbedienung Angelika Nieder für die Versorgung der Besucher zuständig. „Es war schon gut was los, und den Einzug am Donnerstag zu bewältigen wie immer eine Herausforderung“, blickte sie auf die fünf Tage zurück.

Ihr Eindruck war, dass das Schrödinger Holzlandvolksfest noch besser besucht war als 2017. Schon damals hatte die Chefbedienung mit Küchenchef Michael Huber zusammengearbeitet, dieser hat trotz Unwägbarkeiten „alles sehr gut durchkalkuliert“, wie ihm vom Festausschuss bescheinigt wurde. Bei den bestellten Giggerln gelang ihm eine Punktlandung, und am letzten Abend waren es nur wenige Gäste, die von ihrer Leibspeise Currywurst abweichen mussten.

„Endlich wieder mittendrin, es ist richtig schön“, freute sich Gitti Lanzinger mit ihrem Crêpes-Stand vor der Grundschule. Bei ihr drohten zwar Tomaten und Peperoni auszugehen, und die Mehlbeschaffung ist nach wie vor ein kleines Problem, doch viel wichtiger war ihr, dass wieder ein Volksfest stattfinden konnte, „bei dem man fast jeden kennt“.

Während Kirchbergs Altbürgermeister Hans Grandinger beim Mittagessen am Montag meinte, „ich hab’s genossen, dieses Mal für nichts verantwortlich zu sein“, zog sein Nachfolger Neumaier mit angeschlagener Stimme ein erstes Fazit: „Es war genau so, wie ich es mir erhofft hatte: Gschmeidig und freundlich ist es abgelaufen. Das Fest hat die Leute zusammengebracht.“

Für Martin Grandinger und seine Mitstreiter stehen jetzt noch zwei Tage Aufräumarbeiten an, dann ist der Kirchberger Kraftakt 2022 auch für sie abgeschlossen.

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