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Für manche ein verstörender Anblick: In einem Wald bei Kirchberg hat ein Jäger erlegte Füchse aufgehängt.

Jagdchef klärt auf

Tote Füchse in Kirchberg – „Barbarei“ im Wald?

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In einem Wald bei Kirchberg hat ein Jäger fünf erschossene Füchse an eine Stange aufgehängt. Warum? Der Kreisjagdverbandschef klärt auf.

Kirchberg – Eine für sie höchst verstörende Entdeckung hat am 4. Januar eine Hundebesitzerin in einem Wald bei Inholzen (Gemeinde Kirchberg) gemacht: An einer Stange hingen drei erschossene Füchse, die kopfüber an einem Balken befestigt waren. Als sie ein paar Tage später wiederkam, waren es bereits fünf Kadaver.

Vereinbar mit Seuchenschutz?

Die Frau findet diesen Anblick verstörend. Sie fragt sich, ob es überhaupt legal sei, erlegte Tiere unter freiem Himmel aufzuhängen. Sie spricht gar von „Barbarei“ an einem Ort, an dem auch Familien mit Kindern spazieren gehen. Zudem könne sie sich nicht vorstellen, dass die Vorgehensweise mit dem Seuchenschutz-, Tierschutz- und Jagdgesetz vereinbar ist.

Die Heimatzeitung konfrontierte Thomas Schreder, Vorsitzender des Kreisjagdverbands und Vize-Präsident des Landesjagdverbands, mit den Fotos. Der Erdinger erklärt, dass das Aufhängen in der Regel nicht unüblich sei. So geschehe das auch in den Kühlräumen in Schlachthöfen. „Das wird zur optimalen Reifung des Fleisches so gemacht.“

Jagdchef: Jäger hat richtig gehandelt

Im Fall von Inholzen handelt es sich aber um Füchse. „Dass erlegte Wildtiere nicht im Dreck oder auf dem Boden zwischengelagert werden, ist wichtig und richtig“, so Schreder. Auch wenn er den konkreten Fall nicht kenne, vermutet er, „dass die Füchse einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden sollen. Etwa der Gerber legt Wert darauf, dass der Balg möglichst sauber ist.“

Schreder stellt klar, dass keine Seuchengefahr gegeben sei. Hunde könnten die Kadaver nicht erreichen. Dies sei nur eine vorübergehende Lagerung.

Er gibt zu, dass der Anblick für Außenstehende sicherlich ungewöhnlich sei. „Es ist aber kein Fehlverhalten des Jägers erkennbar“, so der Kreisjagdverbandschef. Allerdings meint er schon, dass dafür Plätze genutzt werden sollten, wo es keiner sieht – „um unnötige Irritationen zu vermeiden“. 

Hans Moritz

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