Vielseitig einsetzbar ist das neue Kirchberger Feuerwehrfahrzeug. Den Ford Pickup stellten (v. l.) Jan Adelsberger (Vorsitzender Feuerwehrverein), Kommandant Martin Grandinger, Bürgermeister Dieter Neumaier und Altbürgermeister Hans Grandinger in Arndorf vor. Foto: Fabian Holzner
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Vielseitig einsetzbar ist das neue Kirchberger Feuerwehrfahrzeug. Den Ford Pickup stellten (v. l.) Jan Adelsberger (Vorsitzender Feuerwehrverein), Kommandant Martin Grandinger, Bürgermeister Dieter Neumaier und Altbürgermeister Hans Grandinger in Arndorf vor.

Kreative Lösung

Kirchberger Feuerwehr fährt jetzt Pickup

Ein neues Mehrzweckfahrzeug ersetzt bei der Feuerwehr Kirchberg den Mannschaftstransporter. Für diese kreative Lösung gibt es zwar keine Zuschüsse, die Gemeinde kommt dennoch günstiger weg.

Kirchberg – Eine bayernweite Rarität nennt die Feuerwehr Kirchberg seit wenigen Wochen stolz ihr Eigentum: einen Ford Ranger Pickup mit einem Wechselmodul auf der Ladefläche. Fünf Personen finden in der Fahrzeugkabine Platz. Das bisher einzige Modul beinhaltet eine Tragkraftspritze, die so von allen Feuerwehrlern mit einem gewöhnlichen Pkw-Führerschein Klasse B zum Einsatzort gefahren werden kann.

In Österreich und Italien hat man die Vorteile solcher Feuerwehr-Pickups schon länger erkannt, in Kirchberg war es Kommandant Martin Grandinger, der vom praktischen Nutzen überzeugt war und ein solches Fahrzeug für seine Mannschaft bei der Gemeinde beantragt hatte. Ersetzt wird damit der bisherige Mannschaftstransporter, der 38 Jahre lang gute Dienste geleistet hat. Mit diesem sollen künftig nur noch Übungsfahrten unternommen werden.

Noch unter Bürgermeister Hans Grandinger bekamen die Kirchberger Feuerwehrler 2019 Grünes Licht für ein weiteres Fahrzeug. Bevor man eine Wahl traf, stimmte man sich mit umliegenden Wehren und der Kreisbrandinspektion ab. „Wir haben uns die Frage gestellt, welche Ausrüstung wirklich notwendig ist“, erinnerte sich Grandinger, jetzt Altbürgermeister. „Mit dem Mehrzweckfahrzeug haben wir die richtige Richtung eingeschlagen, was Ausrüstung und Vielseitigkeit betrifft. Die Bürger können sich sicher fühlen. In den Bereichen Brandschutz und Technische Hilfeleistung ist unsere Feuerwehr nicht nur gut aufgestellt, sondern auch sehr gut ausgebildet“, betont Bürgermeister Dieter Neumaier. Er hat die Entscheidung noch als Gemeinderat mitgetragen. „Euer freiwilliger Einsatz ist heutzutage etwas absolut Unbezahlbares“, sagt er an Kommandant Grandinger gewandt.

Rund 65 000 Euro kostete das ehemalige Vorführfahrzeug (Baujahr 2019), Fördergelder vom Freistaat gab es keine, denn dieser für die Feuerwehr (noch) ungewöhnliche Fahrzeugtyp ist nicht förderfähig. „Mit diesem Preis sind wir aber immer noch günstiger als mit einem herkömmlichen Mannschaftswagen, selbst nach Abzug der Förderung“, stellt Martin Grandinger fest.

160 PS auf Allrad bewegen den Ford Ranger Double Cab 2,2 TDCI, der 3,27 Tonnen wiegt. Den Modul-Aufbau erledigte die Firma Kofler aus Bozen, wobei diese coronabedingt drei Monate lang schließen musste und es so zu einer erheblichen Verzögerung bei der Auslieferung kam. Für den Funktechnik-Umbau war die Firma Klein-ITK aus dem niederbayerischen Altdorf zuständig. Zur Ausstattung gehört auch ein Notfallrucksack. „Einsätze, bei denen wir Erste Hilfe leisten, werden immer häufiger“, erklärte der Kommandant hierzu.

Ein beachtlicher Teil der Gesamtkosten – nämlich 6000 Euro – kamen aus der Kasse des Feuerwehrvereins. „Eine solche Unterstützung durch den Verein gab es nicht zum ersten Mal, und ich glaube nicht, dass das bei vielen anderen Feuerwehren so geschieht. Das ist eine Besonderheit bei uns“, dankte Hans Grandinger Jan Adelsberger, der als Vorsitzender den Verein beim Pressetermin vertrat.

Auf die Nachfrage, ob die Beschaffung neuer Module – denkbar wäre eines zur Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen – schon im Raum stehe, antwortete Kommandant Grandinger: „Momentan nicht. Wir stehen als Feuerwehr jetzt top da. Obwohl wir eine sehr kleine Gemeinde sind, haben wir derzeit 60 Aktive, ein neues Löschfahrzeug und jetzt auch das Mehrzweckfahrzeug.“

Fabian Holzner

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